MAINROTH

Kombiklassen als Rettungsanker

Für den Schulstandort: Reinhardt Englert vom Förderverein setzt sich für Kombiklassen ein. Foto: Gerda Völk

Nachdem bekannt wurde, dass es im neuem Schuljahr wieder keine Eingangsklasse am Schulstandort Mainroth geben soll, wollen Förderverein und die Mainrother Eltern weiter um ihre Grundschule kämpfen. „Wenn wieder beide erste Klassen am Standort Burgkunstadt eingeschult werden, dann läuft das auf eine faktische Schließung des Standortes Mainroth hinaus“, befürchtet der Vorsitzende des Fördervereins, Reinhard Englert. Ein knappes Duzend Besucher sind am Freitagabend der Einladung des Fördervereins Grundschule Mainroth zum „alternativen Infoabend“ ins Gasthaus Vonbrunn gefolgt.

Hintergrund der kurzfristigen Einladung war ein vorangegangener Infoabend am 19. Mai, bei dem die Schulleitung der Grundschule Burgkunstadt-Mainroth die Eltern der künftigen Erstklässler über die geplante Klassenbildung informiert hatte. Wie berichtet, plant Rektorin Stefanie Mayr-Leidnecker die beiden ersten Klassen erneut am Schulstandort Burgkunstadt einzuschulen. Nicht eingeladen war damals der Vorsitzende des Fördervereins, Reinhard Englert, weil es sich um Informationen für die Eltern handelte.

In einer an Englert gerichteten Mail beschreibt ein Vater die Infoveranstaltung am 19. Mai als einseitig gegen die Mainrother Schule gerichtet, mit einem Publikum das in einer amerikanischen Talkshow besser aufgehoben gewesen wäre. Als Krönung empfand der Vater das Argument, dass das Schulhaus (in Mainroth) für eine neue Eingangsklasse unzumutbar wäre. Als Gründe wurden fehlender Brandschutz, Verletzungsgefahr im Turnraum (Kinder könnten sich am Tor die Zehen verletzen), fehlende Sicherheitsverglasung und weitere Argumente gebracht. Gleichzeitig wurde betont, dass die jetzige 2b in Mainroth die Grundschule beenden könne. Der E-Mail-Schreiber wunderte sich, ob die jetzigen Zweitklässler wissentlich in ein aus Sicht der Burgkunstadter „lebensgefährliches“ Schulhaus geschickt würden.

Bezüglich des Brandschutzes hätten Gebäude laut Englert einen gewissen Bestandsschutz. Kämmerin Heike Eber habe in der Sitzung dargestellt, was man machen könnte, aber nicht machen müsse. „Wenn der erste Rettungsweg nicht mit Mängeln behaftet ist, muss nicht nachgerüstet werden“, so Englert. Bedenklich erschien es ihm auch, dass auf einer nichtöffentlichen Infoveranstaltung Kosten für Brandschutz genannt werden. Dies gehöre in die öffentliche Sitzung des Stadtrates.

Englert vergleicht den Schulstandort Mainroth mit einem Baum, der vier Äste besitzt – einen für jede Klasse. „Wenn jedes Jahr ein Ast abgenommen wird, dann macht man den Baum Stück für Stück kaputt“. Dann bleibe irgendwann nur noch der Stumpf übrig. Um das zu verhindern, hat der Förderverein mit betroffenen Eltern ein „nachhaltiges Schulkonzept“ erarbeitet. Die Grundschule Burgkunstadt-Mainroth werde in den nächsten sechs Schuljahren mit durchschnittlich 42 Erstklässlern zweizügig sein und damit genügend Kinder zum Verteilen in eine Klasse 1a und eine Klasse 1b haben. Das Konzept des Fördervereins geht von zwei Kombiklassen (1./2. Jahrgangsstufe und 3./4. Jahrgangsstufe) in Mainroth sowie sechs Einzelklassen am Schulstandort Burgkunstadt aus. Die Kombiklassenbildung praktiziere die Grundschule Stadtsteinach/Rugendorf am Standort Rugendorf seit über 15 Jahren zur Zufriedenheit von Eltern, Kinder und Lehrkräften.

Eltern wollen nicht aufgeben

Der Mainrother Vater Gerhard Eber würde seine Tochter, die in Burgkunstadt die erste Klasse besucht, im neuen Schuljahr gerne in einer Kombiklasse in Mainroth unterrichten lassen. Dies ist auch der Wunsch eines weiteren Elternpaars. Die Hoffnung von Eltern und Förderverein stützt sich auf einen rechtskräftigen Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs in München, nach dem in Mainroth wieder Klassen gebildet werden können. Über die Einschulung berät auch der Stadtrat am morgigen Dienstag.