BURGKUNSTADT

Christine Frieß gewinnt die Stichwahl

Gibt künftig auch im Rathaus den Takt an: Nach ihrer Wahl dirigierte die neue Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine F... Foto: Stefan lommatzsch

Mit 61,1 Prozent der Stimmen entschied die Kandidatin der CSU, Christine Frieß, gestern in Burgkunstadt die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters klar für sich. Amtsinhaber Heinz Petterich von den Freien Wählern konnte nach drei Amtsperioden nur 38,9 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Mit so einem deutlichen Ergebnis hatte in der Schuhstadt wohl niemand gerechnet. Bei der Wahl am 16. März hatte Frieß 38,6 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen können, Heinz Petterich 36,5 Prozent.

Von 5346 Stimmberechtigten nahmen am gestrigen Sonntag 3310 an der Wahl teil, die Wahlbeteiligung lag somit bei 61,9 Prozent. Von 3276 gültigen Stimmen erhielt die Herausforderin genau 2000, Heinz Petterich hingegen nur 1276. „Mit so einem deutlichen Ergebnis habe ich wirklich nicht gerechnet. Das ist eine riesen Motivation für mich“, äußerte sich die künftige Rathauschefin kurz nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Rathaus.

„Mit so einem deutlichen Ergebnis habe ich wirklich nicht gerechnet. Das ist eine riesen Motivation für mich.“

Christine Frieß,

künftige Bürgermeisterin

Mit ihr und auch Heinz Petterich hatten rund 100 Burgkunstadter die Wahl ihres künftigen Stadtoberhaupts live im Rathaus verfolgt. Bereits mit der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse aus den 13 Wahl- und vier Briefwahllokalen deute sich die Niederlage von Heinz Petterich an. Er konnte lediglich in Kirchlein und Neuses mehr Stimmen für sich als seine Herausforderin verbuchen.

„Das Ergebnis hat sich sich abgezeichnet. Vor allem vom Bürgerverein wurde ich im Wahlkampf zum Feindbild Nummer eins stilisiert, und das haben die Leute geglaubt“, stellte Heinz Petterich nach der Wahl fest. Neben dem Wahlkampfstil monierte er er auch dessen inhaltliche Auslegung. „Da wurden schlichtweg Lügen verbreitet. Es wird in Burgkunstadt nie ein Lehrschwimmbecken geben, weil wir uns das einfach nicht leisten können“, stellte er fest. Die Frage, ob er weiterhin im Stadtrat vertreten sein werde, verneinte Heinz Petterich: „Diese Narretei mach ich nicht mit. Michael Doppel wird für mich in den Stadtrat nachrücken.“ Er werde sich künftig verstärkt seinen Hobbys widmen und mehr Zeit mit seinen drei Enkeln verbringen. Seiner Nachfolgerin wünschte er viel Kraft und Durchhaltevermögen und eine ehrliche Politik für die Stadt. Ganz aus der Politik will er sich aber nicht verabschieden, er sei erst in den vergangenen Tagen zum Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Kreistag gewählt worden, und er werde dieses Amt engagiert wahrnehmen.

Vor dem Rathaus hatte indes Christine Frieß bereits das Zepter – oder besser gesagt: den Taktstock – übernommen. Schwungvoll dirigierte sie die Blaskapelle des Burgkunstadter Musikvereins unter den Augen zahlreicher Zuschauer. Im Rathaus möchte sie künftig mehr moderieren und nicht diktieren. „Es wird mit mir mehr Raum für Diskussionen geben, und ich werde die Bürger stärker mit einbeziehen“, sagte die glückliche Gewinnerin. Eines ihrer Hauptanliegen liege darin, die interkommunale Zusammenarbeit mit Weismain und Altenkunstadt zu verbessern. „Mir ist eine gute Atmosphäre wichtig“, unterstrich sie, ehe sie sich zur Wahlparty nach Theisau verabschiedete. Ihren freien Platz im Stadtrat wird künftig Katrin Weißmann einnehmen.

Faire Geste: Wahlverlierer Heinz Petterich gratulierte seiner Nachfolgerin Christine Frieß zum Wahlerfolg.