WEISMAIN

Einmalige Leistung im Sichtbetonbau

Höchste Anforderungen: Eine Sichtbetonfläche von insgesamt 11 500 Quadratmetern schufen die Mitarbeiter der Weismainer F... Foto: Dechant

Nur einen Steinwurf vom Reichstag entfernt und am Spreebogen gelegen, gehört das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus zu den imposantesten Bauwerken Berlins. Ein Blickfang ist das Parlamentsgebäude spätestens seit Dezember, als sein Erweiterungsbau fertig gestellt wurde – und das durch Know-How aus Weismain: Für die Bewältigung dieses anspruchsvollen Bauvorhabens wurde die Firma Dechant Hoch- und Ingenieurbau Gmbh (dhib) mit dem Design- und Erfinderpreis der Handwerkskammer Oberfranken ausgezeichnet, wie bereits kurz berichtet.

In den höchsten Tönen lobte der Laudator, Handwerkskammer-Vizepräsident Karl-Peter Wittig aus Kronach, das Weismainer Unternehmen während der Preisverleihung, beim Oberfrankentag der Internationalen Handwerksmesse in München. Er sprach von einer „in Deutschland in dieser Qualität noch nie da gewesenen Leistung im Sichtbetonbau“ und dem größten derartigen Vorhaben, das in den vergangenen fünf Jahren in der Bundesrepublik bewältigt worden sei.

„Auf einer Skala von eins bis vier, wobei vier die höchsten Anforderungen stellt, ist dieses Projekt auf der Stufe fünf anzusiedeln.“
Karl-Peter Wittig Vizepräsident Handwerkskammer

Preiswürdig sei die „Kombination aus höchster Sichtbetonklasse und statisch äußerst schwierigen Anforderungen“ der Erweiterung für das Lüders-Haus, das gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt und dem Paul-Löbe-Haus das „Band des Bundes“ und damit ein architektonisches Sinnbild der deutschen Einheit bilde. Wittig zufolge hätten sich deutschlandweit nur zwei Firmen für das Vorhaben in der Hauptstadt beworben, da die Anforderungen des Bauherrn so hoch waren. „Auf einer Skala von eins bis vier, wobei vier die höchsten Anforderungen stellt, ist dieses Projekt auf der Stufe fünf anzusiedeln“.

Der Dank von dhib-Geschäftsführer Peter Dechant, der die Auszeichnung in Empfang nahm, galt zuallererst den Mitarbeitern. Realisiert wurde die Erweiterung des nach der wohl bedeutendsten deutschen Sozialpolitikerin des vergangenen Jahrhunderts benannten Bauwerks durch ein speziell geschultes Team von 60 Spezialisten in Berlin. Hinzu kamen weitere 80 Mitarbeiter, die sich etwa zwei Jahre mit dem Vorhaben befassten.

Das Resultat sei imposant: Durch den Einbau von 3600 Kubikmetern Sichtbeton und 600 Tonnen Stahl entstand eine Sichtbetonfläche von 11 500 Quadratmetern. Wichtig sei der Anbau des Lüders-Hauses, das mit dem Großen Anhörungssaal über den zweitgrößten Plenarsaal des Bundestages nach dem Reichstag verfügt, weil er den repräsentativen Eingangsbereich, ein Bistro und eine Halle für öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 1200 Gästen beherberge. Peter Dechant erwähnte die besonderen bautechnischen Aufgabenstellungen rund um das Gebäude, beispielsweise die Lage – 18 Meter im Grundwasser – weshalb alle Untergeschosse wasserundurchlässig ausgeführt werden mussten. Er unterstrich, dass durch „maximalen Einsatz der Mitarbeiter“ ein weiteres Bauwerk entstanden sei, „auf das das Team der Dechant Hoch- und Ingenieurbau Gmbh mit Recht stolz sein kann“.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Thomas Koller, wies darauf hin, dass in der Kategorie „Objekte“, in der das Weismainer Unternehmen erfolgreich war, besondere Leistungen im Bereich Bau und Gebäudegestaltung honoriert werden. Auf die Vielfalt der in den vergangenen Jahren prämierten Unternehmen aus 45 verschiedenen Handwerksberufen machte Präsident Thomas Zimmer aufmerksam.

Der Designpreis wird seit 2003 vergeben und ist Baustein des von der oberfränkischen Handwerkskammer ins Leben gerufenen Projekts „Seitensprünge“, das innovative Geschäftsideen im Handwerk fördert. Da Design und Innovation untrennbar miteinander verbunden sind, wurde 2011 erstmals auch der oberfränkische Erfinderpreis ausgelobt. In diesem Jahr haben sich 30 Unternehmen für den Anerkennungspreis beworben. Unter den zwölf Preisträgern, die auf der Internationalen Handwerksmesse ausgezeichnet wurden, gehörten Bäcker und Schreiner ebenso wie die Erfinder eines neuartigen Lüftungsventils und einer mobilen Vorrichtung zur Warmwasserbereitung. Die Firma Dechant ist die einzige Preisträgerin aus dem Lichtenfelser Landkreis.

Auszeichnung: Die Urkunde für den Design- und Erfinderpreis der Handwerkskammer nahm dhib-Geschäftsführer Peter Dechant ...

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