BURGKUNSTADT

Mehrgenerationenplatz und Wohnungen

„Lähmung des Stadtrats nicht zu befürchten“

Durchaus keinen Stillstand kann Bürgermeister Heinz Petterich in Burgkunstadt erkennen. Bei einer Wanderung der Stadtratskandidaten mit ihren Mitbürgern durch die Unterstadt wurde auch immer wieder erkennbar, dass viele Projekte, die Heinz Petterich als Bürgermeister beschäftigen, eben nicht an einem Tag oder im Hauruck-Verfahren umgesetzt werden können.

Das wurde schon beim Startpunkt am Festplatz deutlich. Leider gibt es keine Veranstaltungen mehr, bei denen der Festplatz genutzt wird, deshalb wurde die Frage einer möglichen Veränderung in diesem Bereich in die Planung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) aufgenommen. Hier könnte ein „Mehrgenerationenplatz“ entstehen, mit Spielgeräten für Jung und Alt, der zu Fuß gut zu erreichen ist. Da ein Entwicklungskonzept unter Einbeziehung des Altstadtbereiches mit hohen staatlichen Mitteln gefördert wird, muss der vorgegebene zeitliche Rahmen von Planung und Umsetzung des Gesamtkonzeptes in Kauf genommen werden.

Damit beantwortete Petterich auch gleich die Frage nach dem Bau einer Skateranlage, die von den Jugendlichen gewünscht wird. In Absprache mit ihnen wurde das brachliegende Gelände neben der Bowlingbahn Schorn als Standort ausgewählt. Hiermit werde sichergestellt, dass die Jugendlichen in unmittelbarer Nähe sanitäre Anlagen vorfinden. Mit der Planung im Rahmen des ISEK-Verfahrens sei ein versierter Fachmann betraut, der eine Bahn plane, die nicht nur mit Skateboards befahren werden kann, sondern Möglichkeiten im gesamten Freestyle-Bereich bietet. Auf die Frage, ob die Jugendlichen in diese Planung einbezogen werden, antwortete Heinz Petterich mit einem klaren „Ja“.

Im Hinblick auf das immer wieder als „Sahnestückchen“ bezeichnete Grundstück des FC-Sportgeländes haben Bürgermeisterkandidat Petterich und sein Team schon zukunftweisende Ideen entwickelt. Denn wenn ein Mehrgenerationenplatz entstehe, werde man sich auch der Frage widmen müssen, wie in unmittelbarer Nähe Möglichkeiten zum altersgerechten Betreuten Wohnen geschaffen werden können. Falls das FC-Sportgelände in diese Planung einbezogen würde, könnten sich die Freien Wähler einen Umzug der Fußballer in westlicher Richtung zum Gelände der ehemaligen Brauerei Gick vorstellen. Dass diese Vision nicht unmittelbar Gestalt annehmen kann, liege auch daran, dass hier noch aufwändige Grundstücksverhandlungen mit den Privateigentümern zu führen seien. Zudem müsse erst das ISEK-Verfahren abgeschlossen sein. In die Gesamtbetrachtung müssten auch noch andere Flächen entlang von Bahnhofsstraße und Alter Postweg eingezogen werden.

Dass wegen der langwierigen Planungen bei den Bürgern ein wenig der Eindruck des „Stillstandes“ entsteht, könne er gut verstehen, räumte Heinz Petterich ein. Allerdings machten Michael Doppel und seine FW-Stadtratskollegen klar, dass der Stadtrat in diese Planungen eingebunden ist und somit alle den gleichen Wissensstand haben müssten.

Bei der Wanderung durch die Kulmbacher Straße wurde an vielen Stellen augenscheinlich, dass im Hinblick auf eine zukunftweisende Entwicklung der Unterstadt ein bedarfsorientiertes Gesamtkonzept notwendig ist. Die Stadt kann keinen Hauseigentümer zwingen, ein Gebäude zu renovieren. Aber falls eine Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses ansteht, sollte man sich vorher immer wegen Fördermöglichkeiten erkundigen, um sich rechtzeitig Zuschüsse zu sichern.

In der Bahnhofsstraße wurde beim Blick auf das leer stehende Baur-Bürogebäude die Frage aufgeworfen, was damit geschehen solle. Die gute Nachricht: Die Baur-Geschäftsführung plant eine Neugestaltung des gesamten Ensembles, also auch des Baur-Hochhauses. Man darf gespannt sein, wie sich der „Haupteingang“ in die Stadt danach präsentiert. Neben dem Raiffeisengebäude wurden auch die Gesamtproblematik der Verkehrsführung in die Innenstadt und die Schwierigkeiten beim Aus- und Einfahren in die Straße Alter Postweg deutlich. Auch für deren Behebung gibt es Planungsansätze, die in das Gesamtkonzept der städtebaulichen Entwicklung einfließen müssen.

Das Dauerthema um das beschämende Bild, das der Bahnhof seit Monaten bietet, beschäftigt den Stadtrat schon seit vielen Jahren. Schon als Baron zu Guttenberg noch als Abgeordneter für Oberfranken in Berlin arbeitete, wurde versucht, über sein Büro einen besseren Zugang in die entsprechenden Referate der Bahn AG zu bekommen, erklärte Heinz Petterich. Das Problem sei, dass für den Bahnhof nicht nur ein Besitzer zuständig ist, sondern es gibt mehrere Eigentümer. Die einen beanspruchen das Gebäude, die anderen das Grundstück, auf dem es steht, und die nächsten die Zu- und Abwege. Diesen Zuständigkeitswirrwarr zu entwirren, erfordere Zeit, und wenn man endlich mal einen Gesprächspartner gefunden habe, dann stelle sich nach der Besprechung heraus, dass er nicht entscheidungsbefugt ist, sondern alles in die nächste höhere Ebene meldet. Dieser Zustand sei auch für die Stadtverwaltung äußerst unbefriedigend.

„Die Grundstücks- Verhandlungen sind in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen worden, damit ist ein großer Schritt in Richtung Verwirklichung getan.“
Bürgermeister Heinz Petterich zur geplanten Skaterbahn

Neben der Bowlingbahn wurde das Gelände begutachtet, das gemeinsam mit den Jugendlichen für die Skaterbahn ausgesucht wurde. „Die Grundstücksverhandlungen sind in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen worden, damit ist ein großer Schritt in Richtung Verwirklichung getan“, berichtete der Bürgermeister. Zum Abschluss luden die Freien Wähler ins Minigolf-Center zum Meinungsaustausch ein.

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