BURGKUNSTADT

Kanalsanierung nun endlich anpacken

Städtebaumaßnahmen im Blick: Im Foyer des Rathauses wurde die Ausstellung „Leben findet innen statt“ von Bürgermeister H... Foto: Andreas Welz

Die dringende Kanalsanierung im Stadtgebiet Burgkunstadt will der Stadtrat mit Bürgermeister Heinz Petterich nicht mehr auf die „lange Bank“ schieben. Bei der Sitzung am vergangenen Dienstag legte Stephan Endres vom Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg Zahlen vor, die den Haushalt noch Jahrzehnte belasten werden. 1,2 Millionen Euro müssen danach sofort, kurz- und mittelfristig investiert werden. Je 500 000 Euro sofort und kurzfristig, 200 000 Euro mittelfristig. Nach einer umfassenden TV-Inspektion wurde der Stadtrat erstmals über die anstehenden Arbeiten informiert.

Zehn Prozent des Kanalsystems wurden untersucht. Der geschäftsführende Beamte der Stadtverwaltung, Sven Dietel, rechnete den Gesamtbedarf auf mindesten zehn Millionen Euro hoch. „Wir müssen jetzt mit den Arbeiten beginnen“, rief er zum Handeln auf. Der Stadtrat nahm die Auswertung der optischen TV-Inspektion für den ersten Teilabschnitt zur Kenntnis und beschloss einstimmig das Ingenieurbüro zu beauftragen, die Ausschreibungen vorzubereiten. 300 000 Euro sollen in den Haushalt 2014 eingestellt werden. Weitere Mittel in gleicher Höhe sollen in den kommenden Jahren für die Sanierung vorgesehen werden.

Seit den 1950er- und 1960er-Jahren, als in Burgkunstadt die ersten Baugebiete nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, wurde das Entsorgungssystem bis heute so belassen, Sanierungsarbeiten oder Reparaturen verschoben. Seit 13 Jahren fand auch keine Überprüfung der hydraulischen Verhältnisse statt, stellte der Tiefbauingenieur fest. Jetzt müsse repariert oder erneuert werden. 904 Meter müssten sofort saniert werden und 1726 Meter kurzfristig. Elf Kanalstücke seien mittelfristig und 64 langfristig zu sanieren. Kein Bedarf bestehe bei 139 Stücken.

Löcher und Brüche entdeckt

Die meisten Schäden sind durch Setzungen der Leitungen entstanden. Löcher im Kanal oder Brüche hatte die Kamera festgehalten. Abzweige und Hausanschlüsse sind defekt und Hohlräume hatten sich gebildet. Ablagerungen verengten den Querschnitt der Rohre oder große Mengen an Wasser durch Grundwassereinbrüche belasten das Netz und die Kläranlage. Eine größere Baumaßnahme wird mit dem Austausch des Kanals von der Straße „Am Gutshof“ bis zum Anschluss an den Kanal an der Torwiesen in der Innenstadt geplant.

Stephan Endres erläuterte, dass die Regens Wagner Stiftung einen Neubau errichten möchte, der genau auf der bestehenden Kanaltrasse liege. Er schlug vor, die bisherigen Anschlüsse beizubehalten und nur eine Kanalverlegung im Bereich des geplanten Neubaus durchzuführen. Aufgrund der bekannten hydraulischen Belastung des bestehenden weiterführenden Kanalabschnittes müsse bis zum Anschluss an den Kanal Torwiese auf jeden Fall eine Erneuerung mit einem Profil von 70 Zentimetern durchgeführt werden.

Sollte Regens Wagner den geplanten Neubau 2014 verwirklichen, sollte parallel zu dieser Maßnahmen von der Straße am Gutshof bis zur Einmündung in den Kanal Torwiese durchgängig eine Kanalerneuerung durchgeführt werden, so schlug die Verwaltung vor. Die sanierungsbedürftigen Kanäle in dem Bereich würden mit einem größer dimensionierten Kanal ausgetauscht. Während der Diskussion blieben einige Fragen offen, zum Beispiel die Auswirkung auf die Hochwassersituation oder mögliche andere Varianten. Daher wurde der Tagesordnungspunkt zurückgestellt und das Ingenieurbüro um weitere Alternativen gebeten.

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