BURGKUNSTADT

Aquarienfreunde vermittelten Faszination der Wasserwelt

Aquarienfreunde vermittelten Faszination der Wasserwelt
Auch wenn die Burgkunstadter Aquarienfreunde ihren Verein auflösen, werden viele, die sie für dieses schöne Hobby begeistert haben, ihr Aquarium weiter pflegen. Schließlich vermittelt es Ruhe und Beschaulichkeit. Foto: Dieter Radziej

Das Aquarium mit seien schillernden Fischen in den unterschiedlichsten Formen und Farben, die liebevolle Bepflanzungen und Dekoration und das leise Blubbern der Pumpe erzeugen eine besondere Atmosphäre. Auch in Corona-Zeiten erfreut sich dieses Hobby allseitiger Beliebtheit und vermittelt etwas Ruhe und Entspannung. Die Freude an diesem Hobby haben viele Jahre lang die Aquarienfreunde Burgkunstadt vermittelt, die sich jüngst aufgelöst haben.

Bereits 1958 fassten die Burgkunstadter Mitglieder der „Biologischen Vereinigung von Lichtenfels“ bei einer Versammlung den Entschluss, sich selbstständig zu machen. Bald darauf luden sie zur Gründungsversammlung, am 5. Dezember 1958 in Burgkunstadt im Café Besold ein. Insgesamt 20 Gleichgesinnte bekräftigten dabei ihre Bereitschaft, dem Verein beizutreten, für den sie den Namen „Aquarienfreunde Burgkunstadt“ auswählten. Bekannte Persönlichkeiten wie Heinz Gottet, Hans Rehm, Dr. Fritz Streifeneder und Erhard Zeuch prägten die Gemeinschaft als Vorstandsmitglieder. Bald luden die Aquarienfreunde zu den ersten Fachvorträgen und Reiseberichten aus fernen Ländern ein. Mit Lichtbildern und Filmen von Tauchgängen gaben sie Einblicke in die faszinierende Unterwasserwelt.

Tipps und Ratschläge rund um Aquarien, Fische und Pflanzen

Auch die Aquaristik beschäftigte die Mitglieder. Sie berieten Interessierte bei der Einrichtung ihrer Aquarien, etwa der Entscheidungen für ein Süß- oder Salzwasserbecken. Sie gaben Tipps, welche Fische zueinander passen, wie das Aquarium zu gestalten ist und zur Wasserqualität, damit die Fische sich wohlfühlen. Auch was bei der Fütterung zu beachten ist, über die richtige Beleuchtung, Filter, Heizung, den Sauerstoffgehalt und den erforderlichen PH-Wert tauschten sich die Mitglieder aus.

Um in einer breiten Öffentlichkeit das Interesse für das interessante Hobby zu wecken, organisierten sie Zierfisch- und Pflanzenbörsen. Die letzte Schau fand anlässlich des 50-jährigen Bestehens statt. Die Verantwortlichen entschieden sich, auch im öffentlichen Bereich Aquarien aufzustellen und diese zu pflegen. Bald waren in Schulen, im Schuhhaus Rehm, in Banken und sogar in der Baur-Kaufwelt Einblicke in die Unterwasserwelt möglich. Mit der Jubiläumsveranstaltung im Hotel „Drei Kronen“ wurde das Jubiläum 2008 feierlich begangen.

Auch die Geselligkeit war ein wichtiges Anliegen der Aquarienfreunde. Sie organisierten mehrtätige Busreisen, die nach Berlin, in die Toskana, nach Wien, Ungarn, Paris, an den Gardasee, nach Kroatien, ins Europaparlament nach Straßburg und ins Riesengebirge bei Breslau führten. Der Höhepunkt war der Besuch des Ozeanographischen Institutes von Jaques Cousteau in Monaco. Später beschränkten sie sich auf Wanderungen und Tagesausflüge, mitunter eine Schifffahrt, eine Weinprobe oder der Besuch der Landesgartenschau. Beliebt waren auch die Sommerfeste des Vereins und einer der närrischen Höhepunkte in Burgkunstadt war der Aquarianer-Fasching im Café Besold. Dabei wurden sogar Büttenreden gehalten und Faschingsorden verliehen.

„Die Augen der Menschen für die Natur und ihre Tierwelt zu öffnen.“
Gründungsziel der Aquarienfreunde,

Nach 22 Jahren als Vorsitzender übergab Erhard Zeuch sein Amt an Rudi Körner. Manfred Schardt, der bereits viele Jahre lang als Schatzmeister tätig war, unterstützte ihn als Stellvertreter. Sogar eine Jugendgruppe hatten die Aquarienfreunde in den 1970-er Jahren. Das 25-jährige Bestehen wurde Am 15. Oktober 1983 mit einem Fest- und Ehrungsabend in den Püls-Bräu-Stuben gefeiert.

Wie bei vielen Vereinen wurde es immer schwieriger, Mitglieder zu finden, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. Auch bei einer eigens einberufenen Hauptversammlung gelang es nicht, einen neuen Vorstand zu wählen. Daher blieb den Verantwortlichen nichts anders übrig, als den Verein nach mehr als 60 Jahren aufzulösen, wie berichtet. Damit endet ein weiteres Kapitel der Burgkunstadter Vereinsgeschichte. Jahrzehntelang hatten die Aquarienfreunde sich engagiert, um gemäß der Ziele der Gründer „Die Augen der Menschen für die Natur und ihre Tierwelt zu öffnen.“

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