ALTENKUNSTADT

Altenkuschter Bürgercafé muss wegen Corona pausieren

Das Altenkuschter Bürgercafé muss wegen Corona pausieren
Von den Aktivitäten des Bürgercafé-Teams mit seiner Leiterin Marita Gabeli (3. v. li.) profitiert in erster Linie das Friedrich-Baur-Seniorenzentrum. Mit einem Gartenmöbelsortiment überraschten die ehrenamtlich tätigen Damen die Heimbewohner im vergangenen Jahr. Einrichtungsleite... Foto: Bernd Kleinert

Mit Unterstützung der Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ wurde am Muttertag 2010 im Speisesaal des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums das „Altenkuschter Bürgercafé“ aus der Taufe gehoben. Seitdem hat sich die Einrichtung zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, der aus dem gesellschaftlichen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist. Am vergangenen Muttertag sollte nun der „zehnte Geburtstag“ des Cafés gefeiert werden, doch leider wurde daraus nichts. Das Coronavirus machte Mitarbeiterteam und Gästen einen Strich durch die Rechnung.

Organisiert und betreut wird das Café seit seiner Gründung von einer kleinen Gruppe ehrenamtlich tätiger Frauen, die sich zur Initiative „Bürger für Bürger“ zusammengeschlossen haben. „Viele Besucher kommen bereits eine Stunde vor der Öffnung, wenn unsere Damen noch mit der Dekoration der Tische beschäftigt sind“, erzählt Marita Gabeli, die das Bürgercafé von Anfang an leitet. Neben „reiferen Semestern“ schauen auch junge Leute gerne vorbei. Schülerjahrgänge verbinden Kaffeenachmittage mit einem Klassentreffen.

Der Kreativkreis „Die Montagsbastler“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde richtet seit Jahren im Bürgercafé einen Frühlings- und einen Herbstbasar aus.

Der beliebte Treffpunkt hat sich mittlerweile auch über die Altenkunstadter Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht. „Uns haben schon Leute aus dem ganzen Landkreis angerufen und gefragt, ob auch sie mit ihren Familien mal in unser Bürgercafé kommen können“, berichtet Gabeli. Natürlich können sie das, denn die Einrichtung steht jedermann offen. Die Damen des „Bürger für Bürger“ - Kreises freuen sich über den großen Zuspruch: „Mit unserem Projekt haben wir offenbar eine Marktlücke geschlossen.“

Mit dem Spenderlös unterstützen die Damen soziale Einrichtungen

Da das „Altenkuschter Bürgercafé“ etwas Besonderes bleiben soll, öffnet es nur einmal im Monat am Sonntagnachmittag seine Pforten. Die emsigen Frauen sorgen dann dafür, dass Kuchen und Torten in reicher Auswahl und sogar Krapfen – natürlich alles selbst gebacken – für die Gäste bereitstehen. Wer es eher herzhaft liebt, lässt sich Wurst- und Käsebrötchen schmecken. „Viele Leute dürfen aber auch aus gesundheitlichen Gründen keinen Kuchen essen“, geben die Damen zu bedenken.

Das Altenkuschter Bürgercafé muss wegen Corona pausieren
Die Bürgercafé-Damen scheuen keine Arbeit. Bei Bedarf helfen sie sogar bei der Pflege der Grünanlagen rund um das Senior... Foto: Bernd Kleinert

Der Spendenerlös dient der guten Sache. „Als wir mit dem Bürgercafé starteten, war uns klar, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Schaffen alte und kranke Menschen sowie soziale Einrichtungen unterstützen wollen“, erklärt die Leiterin. Und das ist den Frauen offensichtlich gelungen, wie die Bilanz zeigt. So hat das Bürgercafé-Team in den vergangenen zehn Jahren für das Altenkunstadter Seniorenzentrum unter anderem 30 Bestecke für an Demenz erkrankte Heimbewohner und 100 Eiskaffeegläser mit den entsprechenden Löffeln angeschafft. Für den Außenbereich finanzierten die Damen zehn robuste Bierzeltgarnituren mit fünf großen Sonnenschirmen sowie ein Gartenmöbelsortiment bestehend aus 36 Stühlen sowie sechs kleinen und zwei großen Tischen. Auch die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“, die seit elf Jahren in der Gemeinde Altenkunstadt aktiv ist, wurde von den Damen mit finanziellen Zuwendungen bedacht.

„Wir bereiten den Menschen in gemütlicher Atmosphäre ein paar schöne Stunden und unterstützen damit zugleich wohltätige Zwecke.“
Marita Gabeli, Leiterin des Bürgercafés

Mit seinem Kaffeetreff schlägt das „Bürger für Bürger“ – Team zwei Fliegen mit einer Klappe. „Wir bereiten den Menschen in gemütlicher Atmosphäre ein paar schöne Stunden und unterstützen damit zugleich wohltätige Zwecke“, betonen die Damen. Dabei beschränken sich ihre Aktivitäten nicht nur auf die monatlichen Kaffeenachmittage. Auch beim alljährlichen Altenkunstadter Adventsbasar, den die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ und das Seniorenzentrum gemeinsam ausrichten, sowie beim Sommerfest der Altenwohn- und Pflegeeinrichtung sorgen sie für das leibliche Wohl. Auch die Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe Altenkunstadt und des Frauenkreises Mangersreuth ließen sich bereits im Bürgercafé verwöhnen.

Wann es wieder weitergeht, wissen die Damen noch nicht

Und die tüchtigen Damen scheuen sich auch nicht, in „Arbeitsklamotten“ zu schlüpfen und von der Kuchentheke an die frische Luft zu wechseln. Es werden dann Stauden geschnitten, Unkraut gezupft und die Grünanlagen rund um das Seniorenzentrum auf Hochglanz gebracht. Aufgrund der Corona-Pandemie entfallen vorerst die sonntäglichen Kaffeenachmittage. Wann es weitergehen kann, weiß man nicht. Ein Umstand, den sowohl das Bürgercafé-Team wie auch die Stammgäste bedauern.

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