ALTENKUNSTADT

Altenkunstadter Bauausschuss steht vor einem Rätsel

Altenkunstadter Bauausschuss steht vor einem Rätsel
In der Paarungszeit ab Ende April färben sich die Körperseiten der männlichen Zauneidechsen leuchtend Grün. In Weismain fand eine Umsiedlungsaktion zum Schutz der Tierart statt. Foto: Tom Kirschey

Weil die Nachfrage nach Wohnungen in Weismain steigt, will die Akkurat GmbH, ein Tochterunternehmen der Weismainer Baufirma Dechant, auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Heinrichshöhe“ mehrere Häuser errichten. Bei der Errichtung des Wohngebietes muss Rücksicht auf die tierischen Bewohner der Anhöhe genommen werden. Zu ihnen zählt die Zauneidechse. Sie sorgte in der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Altenkunstadt am Dienstagabend im Rathaus für Verwunderung.

Die Nachbarkommune wurde um eine Stellungnahme zu dem Bauvorhaben gebeten, für das ein Bebauungsplan erstellt worden war. Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) war in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass im Text zum Bebauungsplan in der Fassung vom 31. August eine Streuobstwiese im Altenkunstadter Ortsteil Prügel als Ausgleichshabitat für Zauneidechsen vorgesehen ist.

„Zauneidechsen lieben Trockenrasen mit Steinen und Gehölzen an einem Südhang, auf denen sie sich sonnen können. Und mit Mäusehöhlen zum Verkriechen.“
Stefan Graß, Baufirma Dechant

„Warum wurde eine Ausgleichsfläche auf Altenkunstadter Grund und Boden ausgesucht?“ Darüber rätselten Bauamtsleiterin Astrid Redinger und die Ausschussmitglieder mit Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) an der Spitze. Des Rätsels Lösung lieferte Planer Stefan Graß von der Weismainer Baufirma Dechant im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zunächst stellte er fest, dass vor der Erschließung eines Baugebietes die Tiere abgefangen und auf Ersatzflächen umgesiedelt werden müssten. „Zauneidechsen lieben Trockenrasen mit Steinen und Gehölzen an einem Südhang, auf denen sie sich sonnen können. Und mit Mäusehöhlen zum Verkriechen“, erläuterte Graß. Zugleich betonte er, dass es solche Flächen nicht im Überfluss gebe.

Ausgleichsfläche im Bereich Feldteile in Weismain gefunden

Gemeinsam mit einem Biologen habe er sich auf die Suche nach einem geeigneten Areal gemacht. Zunächst sei man auf die Prügeler Fläche aufmerksam geworden. Inzwischen, so Graß, habe man in Weismain im Bereich Feldteile unweit der Lagerhalle des Versandhauses Baur eine geeignetere Fläche gefunden. Laut Graß wurden dorthin bereits Eidechsen umgesiedelt.

„Da Frühjahr und Sommer in diesem Jahr verregnet und kühl waren, könnte es sein, dass einige Tiere, die sich in ihre Höhlen verkrochen haben, übersehen wurden. Deshalb suchen wir im nächsten Frühjahr die Heinrichshöhe nach eventuell verbliebenen Tieren ab“, sagte der Planer. In der jüngsten Fassung des Bebauungsplanes habe man bereits den Weismainer Standort eingearbeitet.

Die Mitglieder des Bauausschusses, die all dies am Dienstagabend noch nicht wussten, äußerten in ihrem Beschluss Bedenken gegen die Ausweisung einer Ersatzfläche in Prügel. Zudem beauftragten sie die Bauverwaltung damit, Licht ins Dunkel der Angelegenheit zu bringen.

Aus dem Bauausschuss

• Statt auf ihren Grundstücken parken viele Anwohner in der Klosterstraße auf öffentlichen Grund, was mitunter zu Verkehrsbehinderungen führt. Einer der Anwohner möchte sein Wohnhaus erweitern und reichte einen entsprechenden Bauantrag ein. Allerdings fehlte darin der Stellplatznachweis, was die Ausschussmitglieder im vergangenen Monat mit einer Rückstellung des Bauantrags quittierten. „Wir müssen Ordnung schaffen“, hatte Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) damals vielen aus der Seele gesprochen. Der sanfte Druck zeigte Wirkung. Bauamtsleiterin Astrid Redinger teilte mit, dass der Antragsteller inzwischen vier Stellplätze nachgewiesen hat – zwei mehr als erforderlich.

• Damit die Kinder der Kreuzberg-Kita im Falle eines Brandes leichter zum Sammelpunkt im Garten der Einrichtung gelangen können, regte Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen an, ein Tor in dem Gartenzaun einzubauen. Derzeit müssten die Kinder bei einem Brandfall über den Zaun gehoben werden.

• In der Strössendorfer Schlosskapelle, die unter Denkmalschutz steht, nimmt die Firma ISKD gGmbH mit Sitz in Fürth Konservierungs- und Instandsetzungsarbeiten sowie in Abstimmung mit den Fachbehörden vertiefende Untersuchungen vor. Bürgermeister Robert Hümmer informierte darüber, dass das Gebäude mit einem Witterungs- und Winterschutz versehen wurde.

• Dem Altenkunstadter Garten- und Landschaftsbaubetrieb „Galabau Christa“ wurde einstimmig der Neubau einer 20 Meter langen und 14 Meter breiten Fahrzeughalle genehmigt.

• Am 4. Dezember wird der Kordigast wieder zum Mekka für Läufer aus Nah und Fern. Der 15. Kordigast-Berglauf des Turnvereins Weismain macht es möglich. 220 Höhemeter gilt es auf einer 5,1 Kilometer langen Strecke zu überwinden. Ein Teil davon verläuft über Altenkunstadter Gemeindegebiet. Das Gremium gab grünes Licht für die Traditionsveranstaltung, zu der es unter www.tv-weismain.de weitere Informationen gibt.

• Im vergangenen Monat hatte das Gremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit drei Aufträge vergeben. Der finanziell größte Brocken betrifft die Generalsanierung der Grundschule. Die Mess-Steuerungs-Regeltechnik für den zweiten und dritten Bauabschnmitt installiert das Unternehmen RS-Steuerungstechnik aus Weiherhammer in der Oberpfalz zum Preis von 88 033 Euro. Die Brandwarnanlage für die Kathi-Baur-Kita, die von der RK Sicherheitstechnik GmbH aus Weismain eingebaut wird, kostet der Gemeinde 5482 Euro. Die OMS Prüfservice GmbH aus Coburg prüft für 8693 Euro in den Einrichtungen der Gemeinde Altenkunstadt die Elektronikkleingeräte.

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