ALTENKUNSTADT

Altenkunstadt unterwegs: Eine Gemeinde geht auf Reisen

Altenkunstadt unterwegs: eine Gemeinde geht auf Reisen
Selbst der frühere Erste Bürgermeister Eugen Braun war am Schiffsruder der Bodensee-Flotte zu sehen; rechts neben ihm der langjährige Vorsitzende der Marinekameradschaft Burgkunstadt, Adolf Dentsch. Foto: Dieter Radziej

Nur in bescheidenem Maß sind derzeit Urlaubsreisen möglich, denn nach wie vor gibt die Corona-Pandemie die Bedingungen für Ausflüge und Ferienfahrten vor. Da bleibt die Erinnerung an alte, unbeschwertere Zeiten, in denen nicht nur Stammtisch- und Vereinsmitglieder zusammen auf Tour gingen, sondern sogar ganz Altenkunstadt. „Eine Gemeinde geht auf Reisen“ lautete dabei das Motto.

Natürlich gingen dem gründliche Planungen voraus. Unter der Federführung der Gemeindeverwaltung beteiligten sich meist alle Vereine. Die Deutsche Bundesbahn bewährte sich als Ansprechpartner; es konnten sogar Sonderzüge geordert werden. Die Vorstandsmitglieder der Vereine mobilisierten ihre Mitglieder; es entwickelte sich ein lebhaftes Interesse. In schöner Regelmäßigkeit fuhren ganze Familien mit.

Ein zweites Frühstück und so manche Schafkopfrunde

Altenkunstadt unterwegs: eine Gemeinde geht auf Reisen
An den Bootsanlegeplätzen war die riesige Bootsbesatzung aus Altenkunstadt zu sehen. Foto: Dieter Radziej

Nachdem ein ganzer Zug gechartert war, ermöglichten es die Platzreservierungen, dass Angehörige oder Vereinsmitglieder beieinander sitzen konnten. In aller Frühe trafen sich die Ausflügler auf dem Bahnhof von Burgkunstadt. Der jeweilige Bürgermeister, ausgestattet mit der roten Mütze des Fahrdienstleiters, gab das Signal zur Abfahrt weithin hörbar mit der Pfeife. Wenn sich die Lokomotive dann in Bewegung setzte, waren alle begeistert. Unterwegs mussten die Teilnehmer auf nichts verzichten; es gab fränkische Brotzeiten, heimisches Bier, Kaffee, Kuchen und frische Brötchen „an Bord“. So konnten es sich die „Hefenklöß“ bei einem zweiten Frühstück gut gehen lassen. Bei netten Gesprächen und so mancher Schafkopfrunde verstrich die Fahrzeit wie im Flug.

Auf dem Bodensee „Seemannsluft“ geschnuppert

Zwar stellten diese Gemeindeausflüge beileibe keine Weltreisen dar. Es wurden aber von Anfang an sehr interessante, attraktive Reiseziele ausgewählt, etwa Heidelberg mit seinem malerischen Schloss, die Stadt Rüdesheim mit ihren erlesenen Weinen oder, als besondere Attraktion, die Insel Mainau. Das letzte Stück Fahrt wurde hier mit einem Boot der Bodensee-Flotte zurückgelegt, ein besonderes Vergnügen, auch für den langjährigen Vorsitzenden der Marinekameradschaft von Burgkunstadt und früheren Zweiten Bürgermeister, Adolf Dentsch. Er freute sich darüber, wieder einmal „Seemannsluft“ zu schnuppern, was bei ihm Erinnerungen an die Kriegsjahre und seinen Einsatz auf einem Vorpostenboot in den skandinavischen Gewässern weckte.

Tropische Schmetterlinge, duftende Blumen, Palmen und Obstbäume

Ein besonderes Erlebnis war jedoch die Insel Mainau selbst, ein Ort zum Innehalten und Entspannen. Die großen und kleinen Altenkunstadter wurden von einer überwältigenden Blumenpracht empfangen; es duftete an allen Ecken und Enden. Obstbäume waren dabei ebenso zu sehen wie Palmen. Hinzu kamen Abenteuerspielplätze für die Kinder sowie ein Insektengarten samt Schmetterlingshaus mit exotischer Vegetation und Tagfaltern aus tropischen Regionen. Beim gemeinsamen Rundgang begeisterte die Ausflügler die überschwängliche Blütenpracht, aus der sogar Tiere modelliert worden waren.

Wann man solche Erlebnisse wieder sammeln kann? Das ist noch offen. Momentan lautet die Devise noch: „Urlaub daheim“.

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