ALTENKUNSTADT

Alltenkunstadter Mittelschüler testen Risiken im Verkehr

Alltenkunstadter Mittelschüler testen Risiken im Verkehr
Wie mit einem Auto kann man auch beim Rennen nicht so einfach stehen bleiben. Diese Erfahrung machten Fünft- und Sechstklässler der Altenkunstadter Mittelschule, als sie in vollem Lauf stoppen wollten. Foto: Bernd Kleinert

Warum muss ich mich im Auto anschnallen, was ist der Unterschied zwischen dem Anhalteweg und dem Bremsweg und warum ist schnelles Reagieren wichtig? Antwort auf diese Fragen bekamen die Schüler der fünften und sechsten Klassen der Altenkunstadter Mittelschule bei zwei Verkehrssicherheitstagen der ADAC-Stiftung. Die Veranstaltung ist Bestandteil der bundesweiten Aktion „Hallo Auto!“ und wird von den 18 ADAC-Regionalclubs unterstützt.

„Wie beteiligt ihr euch am Straßenverkehr?“, wollte Moderator Asmir Cucak, der zusammen mit Andreas Soukop das Training leitete, von den Kindern wissen. „Mit dem Fahrrad, dem Roller und dem Skateboard“, erzählten die Schüler. Schwierigkeiten beim Bremsen kann es ihrer Meinung nach bei Glatteis, nasser Fahrbahn und rutschigem Untergrund geben oder wenn es bergab geht.

Obwohl Kinder häufig im Auto sitzen, kennen sie die Risiken kaum

Kinder wachsen in einer mobilen Welt auf, in der auch das Auto ein wesentlicher Bestandteil ihres Alltags ist. „Obwohl sie fast täglich drinsitzen, wissen sie über die Risiken, die das Auto zwangsläufig in sich birgt, nur unzureichend Bescheid“, gibt Cucak zu bedenken. So könnten Kinder das Tempo eines sich nähernden Fahrzeugs nicht abschätzen: „Sie glauben, dass ein Auto wie auch ein Fußgänger so einfach stehen bleiben kann.“ Ihnen müsse daher die Gefährlichkeit eines Fahrzeugs bewusst gemacht werden.

Beim vorwiegend praxisbezogenen Sicherheitstraining auf dem Außengelände der Kordigasthalle erlebten die Fünft- und Sechstklässler handlungsorientiert reale Verkehrssituationen. Die Kids begannen bei sich: Sie rannten los und wollten an einer Ziellinie stoppen. „Das geht nicht. Man kann nicht so einfach stehen bleiben“, stellten Jasmin und Marie schnaufend fest. Noch länger dauerte es, als sie auf ein Flaggensignal hin in vollem Lauf abrupt anhalten sollten. Aus den Erfahrungen, die die Mittelschüler an sich gemacht hatten, erarbeiteten sie zusammen mit dem Verkehrserzieher die Lehrformel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“, die sich wie ein roter Faden durch das weitere Training zog.

„Im Ernstfall wären wir jetzt alle tot.“
Feststellung eines Schülers nach einem Bremstest

Um herauszufinden, wie es sich bei Autos mit dem Anhalteweg verhält, stellten die Schüler an der Stelle, wo ihrer Meinung nach ein sich mit 30 Stundenkilometern näherndes Fahrzeug nach einer Vollbremsung zum Stehen kommt, Pylonen auf. Mit einem ADAC-Auto fuhr Andreas Soukop los. Er beschleunigte, trat auf das Bremspedal und kam erst weit hinter den „Hütchen“ zum Stehen. „Im Ernstfall wären wir jetzt alle tot“, stellten die Jugendlichen mit nachdenklichem Blick fest.

Alltenkunstadter Mittelschüler testen Risiken im Verkehr
Zusammen mit Moderator Asmir Cucak erarbeiteten die Mittelschüler die Lehrformel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“,... Foto: Bernd Kleinert

Die Reaktionszeit bis zum Treten des Bremspedals beträgt Asmir Cucak zufolge etwa eine Sekunde. Ablenkungen wie etwa das Telefonieren mit dem Smartphone verlängern diese. Auch Krankheit, Alkohol und Drogen können die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. „Ab dem 60. Lebensjahr lässt beim Menschen das Reaktionsvermögen mehr und mehr nach“, so der Moderator.

Ohne Gurt fliegt der Teddybär beim Bremsen an die Scheibe

Wie wichtig es ist, im Auto angegurtet zu sein, demonstrierten die ADAC-Mitarbeiter an einem großen Teddybären, den sie ohne Gurt auf dem Beifahrersitz mitfahren ließen und der nach einer Vollbremsung mit voller Wucht gegen die Windschutzscheibe flog. Und das bereits bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Im Ernstfall kann der Aufprall schwere Verletzungen zur Folge haben, ja sogar tödlich sein. Cucak informierte über die Bedeutung des Kindersitzes im Auto, der für Mädchen und Jungs bis zwölf Jahren und einer Größe bis 1,50 Metern vorgeschrieben ist. „Das Alter ist dabei lediglich ein Richtwert, wichtiger ist die Größe“, betonte der Moderator.

Lehrerin Brigitte Olborth, die für die Verkehrserziehung zuständig ist, bedankte sich für das lehrreiche Training. Für die Fünft- und Sechstklässler gab es Aufgabenblätter, mit denen sie im Unterricht zeigten, dass sie gut aufgepasst haben.

 

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