LICHTENFELS

Fakten-Check: Fakten-Check: Wie gefährlich sind FFP2-Masken?

Fakten-Check: Wie gefährlich sind FFP2-Masken?
Mund-Nasen-Bedeckungen nach dem FFP2-Standard sind in manchen Lebensbereichen derzeit Pflicht. Foto: Uli Deck/dpa

Fakten-Check

Mit Entdeckung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begann eine neue Ära gezielter Falschinformationen, vor allem in Sozialen Netzwerken. Die Pandemie rief Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme auf den Plan, die uns mit Halbwahrheiten und glatten Lügen überfluten. Viele Bürger sind ob der Fülle der Desinformationen verunsichert, so mancher springt leider auf den Zug der Hetzer auf. Auch im OT-Verbreitungsgebiet, wie die jüngste Demonstration auf dem Lichtenfelser Marktplatz zeigt.

Deshalb wollen wir für Sie, liebe Leser, einige der kruden Behauptungen einem Faktencheck unterziehen. Damit Sie eine Argumentationshilfe zur Hand haben, wenn Sie von einem Corona-Leugner mit einer „Tatsachenbehauptung“ überfahren werden. Behauptung: FFP2-Masken sind eine Gefahr für die Gesundheit. Richtig ist: Seit Montag, 18. Januar 2021, sind FFP2-Masken beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr in Bayern Pflicht. Wer keinen Mund-Nasen-Schutz dieser Art trägt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 250 Euro.

Immer wieder jedoch ist zu hören oder auch im Internet zu lesen, dass FFP2-Masken gesundheitsgefährend seien und dass sogar das Robert-Koch-Institut dies eingestehen musste.

Es gibt keine Untersuchung außerhalb des Gesundheitswesens

Fakt ist, dass es außerhalb des Gesundheitswesens keine Untersuchungen zum Tragen dieser Masken gibt. Somit gibt es auch keine Daten. Das wiederum veranlasste Verantwortliche des RKI zur Aussage, dass man bei älteren Menschen oder solchen mit eingeschränkter Lungenfunktion gesundheitliche Auswirkungen nicht ausschließen könne.

Ein Kritikpunkt, der vor allem in den sozialen Medien immer wieder angeführt wird, ist die sogenannte CO2-Rückatmung. Zu der vermeintlichen Gefahr der CO2-Rückatmung gibt es jedoch kaum wissenschaftlichen Untersuchungen.

Am Robert-Koch-Institut heißt es hierzu: „Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit zum Beispiel eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen.“ Deshalb sollten, so die Experten, solche Personen besser ärztlichen Rat einholen und über die richtige Verwendung der Maske aufgeklärt werden.

Die BG empfiehl: längstens 75 Minuten am Stück tragen

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege empfiehlt bei FP2-Masken ohne Ausatemventil eine Tragezeit von längstens 75 Minuten mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten. Als Grundlage dient die Dguv-Regel 112–190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ (Dguv: Deutsche Gesetzliche Unfall-Versicherung). Eine Maske sollte nicht länger wie acht Stunden gebraucht werden. Auch bei völliger Durchfeuchtung sollte sie ersetzt werden, rät die Deutsche Apotheker-Zeitung.

Generell sind FFP2-Masken Einwegprodukte. Experten streiten sich, ob beispielsweise das Aufbereiten der Masken im Backofen bei haargenau 80 Grad und bei 60 Minuten Ober-/Unterhitze wirksam genug gegen Viren ist oder nicht. Die FH Münster jedenfalls hat daran keine Zweifel.

FFP2-Masken sind sogenannte partikelfiltrierende Halbmasken, die sowohl einen Eigen- als auch Fremdschutz vor Tröpfchen und Aerosolen bieten. Sie haben laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine höhere Schutzwirkung als die so genannten Alltagsmasken und sind ursprünglich als sogenannte „Staubschutzmaske“ aus dem Bereich des Handwerks bekannt. Korrekt sitzende FFP-Masken liegen dicht an und bieten Fremd- und Eigenschutz und haben eine Filterleistung von mindestens 94 Prozent.

Die Prüfnorm ist, gemeinsam mit dem CE-Kennzeichen und der vierstelligen Kennnummer der Benannten Stelle, auf der Oberfläche der FFP-Maske aufgedruckt. Die Abkürzung FFP bedeutet „Filtering Face Piece“.

Hauptaufgabe der Maske ist die Filtration von Tröpfchen und Aerosolen beim Einatmen. Ferner mindern sie die Gefahr einer sogenannten Schmierinfektion: Der Träger kann sich nicht mehr an Mund und Nase fassen. FFP2-Masken dienen Fremd- und Eigenschutz gleichermaßen.

Quellen: RKI, DAZ.online, fh-muenster.de, www.bgw-online.de, dguv.de