BURGKUNSTADT

Eindrücke aus dem Corona-Testzentrum in Burgkunstadt

Eindrücke aus dem Testzentrum in Burgkunstadt
Schildern ihre Eindrücke von der Arbeit im Testzentrum in Burgkunstadt (v. li.): Ralf Hofmann, Lisa Murmann, Nina Hiller und Anja Endres sowie ein weiterer Kollege, der anonym bleiben möchte. Foto: Bernd Albert

Im September hat in Burgkunstadt das Bayerische Testzentrum des Landkreises Lichtenfels seinen Betrieb aufgenommen – als weiteres Angebot neben der Anlaufstelle im Alten Klinikum in Lichtenfels. Bis einschließlich 16. November wurden hier bereits 3569 Corona-Tests vorgenommen.

Das Team besteht aus 23 Mitarbeitern unter der Leitung von Dr. Jürgen Murmann. Von Montag bis Freitag nehmen sie von 14 bis 17 Uhr hier Corona-Tests vor. An einigen Tagen waren sie auch noch weit nach 17 Uhr im Einsatz.

Bernd Albert aus dem Team hat für das Obermain-Tagblatt einige seiner Kollegen zu ihrer Arbeit im Testzentrum befragt. Hier die Antworten.

Ralf Hofmann

„Es macht sehr viel Spaß, jede Woche aufs Neue in einem hochmotivierten Team mitzuwirken. Am Abstrichfenster finden zwar die meisten Testpersonen einem zum „Göggen“, aber so ist eben die Aufgabe beim Abstrich. Ich freue mich, dass ich das Team unterstützen darf.“

Lisa Murmann

„Bis auf ein paar Ausnahmen sind die meisten Leute freundlich, wenn sie zu uns kommen und sich abstreichen lassen. Man muss aber sagen, dass es einfach eine ungewohnte Situation und vor allem für die ganz Kleinen im Kindergarten-Alter eher unangenehm ist. Natürlich versuchen wir trotzdem, die Kinder bei Laune zu halten und vorsichtig zu sein.“

Nina Hiller

„Ins Testzentrum kommen Leute von jung bis alt. Selbst kleine Kinder mit wenigen Monaten werden schon getestet. Da fragt man sich schon manchmal, ob das wirklich sein muss. Viele sind verunsichert und haben großen Respekt vor dem Test, der zugegeben etwas unangenehm sein kann. Die meisten Leute sind aber dankbar, dass sie bei uns schnell fertig sind. Oft hört man von ihnen: ,Was, das war‘s schon? Danke.‘ Corona bedeutet für uns, vorsichtig sein zu müssen, und ist nun Teil unseres Jobs.“

Anja Endres

„Was Corona für mich bedeutet:

• Im Beruf: Eine Ffp2-Maske, Schutzbrille, Handschuhe und Schutzanzug gehören nun fest im Dienst mit dazu. Eine körperliche Belastung, da uns die Arbeit in dieser Schutzausrüstung viel abverlangt. Ein Lächeln für meine Patienten ist nur noch mit den Augen möglich. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen im beruflichen Umfeld an Corona erkranken, oder es stellt sich erst im Nachhinein heraus, dass man mit einem Corona-Patienten in Kontakt gekommen ist. Das bedeutet für mich: Ungewissheit, Selbstbeobachtung, Distanz von Familie und Freunden, warten auf ein – hoffentlich negatives – Testergebnis.

• Im Privaten: Zusammenhalt. In den Medien wird viel berichtet über Maskengegner, Corona-Leugner und Querdenker. Trotz all diesen Diskussionen und auch dem Ärgernis über die momentane Situation: Beim Einkaufen und im alltäglichen Leben sehe ich überall Menschen mit Masken, die sich (zumindest überwiegend) an die Vorschriften halten, zusammenhalten, für ihre Nachbarn da sind, für ihre Mitmenschen einkaufen und sich sorgen.“

Ein Kollege, der anonym bleiben will

„Ich habe weitgehend positive Erfahrungen gemacht. Corona gehört aktuell zu unserem Leben. Alle sitzen irgendwie im gleichen Boot, egal auf welcher Seite des ,Fensters‘ man steht. Ob Patient oder Mitarbeiter. Jeder hilft mit und bemüht sich, dass es funktioniert.“ (red)