LICHTENFELS

Corona-Tagebuch:Das Kreuz mit dem Frühstückstoast

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht's um seinen Frühstückstoast und ein außergewöhnliches Telefonat mit einem Bekannten:

Liebes Corona-Tagebuch, neulich aß ich beim Frühstück so meine Toastbrot-Stulle, biss sie so von allen Ecken an und machte eine erstaunliche Entdeckung. Da war es mir mit dieser Methode doch glatt gelungen, eine Art Kreuzform aus dem Toast herauszufuttern. Keine sehr theologische Kreuzform, mehr so ein Tatzenkreuz, wie man es auf Fahrzeugen der Bundeswehr antrifft.

Irgendwie fand ich das erstaunlich genug, damit einen mir lieb gewonnenen Bekannten zu behelligen, und rief ihn an. Erst tat ich so, als ginge es mir im Gespräch um die allgemeine Weltlage, um Corona, das Bildungssystem, seine Scheidung oder sonst was.

Aber irgendwann konnte ich meine erstaunliche Entdeckung anbringen. Ehrlich gesagt, war ich schon so ein bisschen auf bewundernde Worte eingerichtet, doch dann machte mir mein Gesprächspartner einen dicken Strich durch die Rechnung.

Offenbar hatte er schon längst ähnliche Beobachtungen getroffen, seine aber viel mehr kultiviert als ich.

Er erzählte mir, dass er es schaffe, die Umrisse Frankreichs aus einem Toast zu knabbern, allerdings gelte das nur für West- und Südfrankreich, also die Biskaya-Küste, die Normandie und die Pyrenäen.

Im Osten der Toastschnitte hätte er aber immer Schwierigkeiten mit den Beneluxstaaten. Das aber verzeihe er sich, weil wer weiß denn schon genau, wie Belgien und Luxemburg umrisstechnisch so ausschauen.

Liebes Corona-Tagebuch, man muss wirklich höllisch aufpassen, wen man so anruft – es gibt ja so viele Verrückte da draußen.