BAMBERG

Bestes Bauland liegt weiterhin brach

Wertvolle Brache: Trotz Wohnraumnot in Bamberg, auf dem ehemaligen Glaskontor-Gelände stehen weiterhin nur Ruinen. Foto: Martin Sage

Wohnraummangel ist ein Dauerthema in Bamberg. Viele Familien, Singles und Studenten suchen in der Domstadt verzweifelt nach Wohnungen. Sollten sie tatsächlich ein Domizil ihrer Vorstellung entsprechend gefunden haben, ist der Mietpreis oft kaum zu bezahlen.

Die Stadt Bamberg reagiert auf dieses Problem und versucht Abhilfe zu schaffen. Vor geraumer Zeit kamen bereits die Zukunftspläne für eine Bamberger Industriebrache im Stadtviertel Wunderburg in Schwung: Die Stadt Bamberg möchte dort ein Wohnquartier auf dem ehemaligen Glaskontor-Geländes errichten. Der Bamberger Stadtteil ist im Südosten der Stadt zu finden. Das Projekt wäre eine Aufwertung für das ganze Viertel, das sich gerade in den vergangenen zehn Jahren gut entwickelt hat. Neubauten entstanden, überall wurde renoviert. Doch das ehemalige Firmengelände liegt nun schon seit über einem Jahrzehnt brach. Ein unschöner Anblick inmitten des zentrumsnahen Wohnviertels. Ursprünglich war das Viertel von Handwerk, Gärtnereien und Forstwirtschaft geprägt, bis es sich zu einer Wohngegend entwickelte. Auch die bekannten Bamberger Brauereien Mahr und Keesmann sind dort ansässig.

Hier sollen nun bezahlbare Grundstücke vor allem für Familien entstehen. Das Glaskontor-Gelände bietet dazu ein Areal von 46 000 Quadratkilometern. Folglich kann die gesamte Infrastruktur mit Handel, Dienstleistern und ärztlicher Versorgung an das Gebiet angeglichen werden.

Dabei steht auf diesem Grundstück eher die Synergie im Zusammenleben mehrerer Generationen im Vordergrund. Dennoch bekam gerade dieses Projekt einen deutlichen Dämpfer, obwohl Grundstücke in Bamberg als Mangelware gelten und die Preise dementsprechend in die Höhe schnellen. Für die Umwandlung des früheren Glaskontor-Geländes in der Wunderburg in ein neues Wohnviertel meldete sich lediglich das kirchliche Wohnungsbauunternehmen Joseph-Stiftung als einziger Interessent.

Nun gab die Stadt bekannt, dass sich im Hinblick auf vorhandene Unsicherheiten beim Grundstückserwerb zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine gemeinsame Lösung zwischen der Stadt Bamberg und der Joseph-Stiftung nicht realisieren lässt. Damit wird das Gelände vorerst weiterhin brach liegen.

Dennoch halten die Stadt Bamberg und die Joseph-Stiftung weiterhin an ihrem Ziel fest, gemeinsam und in Kooperation die künftige städtebauliche Entwicklung voranzutreiben. Dazu wurde verabredet, die Gespräche fortzusetzen, sobald die noch offenen grundstücks- und planungsrechtlichen Fragestellungen abschließend geklärt sind. Deswegen hat sich die Stadt Bamberg dazu entschlossen, das Umlegungsverfahren, welches vom Stadtrat angeordnet worden ist, konsequent umzusetzen, um möglichst rasch die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Quartiersentwicklung in der Wunderburg zu schaffen.

Schließlich gilt das Glaskontorgebiet als ein wichtiger Baustein der wohnungsbaupolitischen Initiative in der Welterbestadt.