LICHTENFELS

Eigene Stärke und Gegners Schwäche

Die hohe Überlegenheit der ACL-Ringer führte zu hohen Flügen der unterlegenen Gästeringer – hier demonstriert von Veneli... Foto: Christian Voll

Ringer-Bayernliga

(cv) Sie bleiben weiter klar auf Kurs, die Ringer des AC Lichtenfels, wenn es um die Tabellenspitze in der Ringer-Bayernliga geht. Auch der AC Penzberg konnte die Korbstädter in keiner Weise gefährden, so dass am Ende ein abermaliger 26:6-Kantersieg des verlustpunktfreien Spitzenreiters zu Buche stand. Ist es die Stärke des ACL oder die Schwäche der Gegner, die in schöner Regelmäßigkeit zu Ergebnissen mit 20 und mehr Mannschaftspunkten Differenz führen? Vermutlich von beidem etwas.

Auf der einen Seite hat ACL-Trainer Ali Hadidi eine jederzeit motivierte, nach dem im Vorjahr verpassten Aufstieg erst recht ambitionierte Truppe mit einer Mischung aus Bundesliga erfahrenen Routiniers und ehrgeizigen Youngsters beisammen. Auf der anderen Seite können auch gegnerische Trainer die Aufstellungen der letzten Kampftage lesen und davon ausgehend die eigenen Siegchancen realistisch einschätzen. Was nicht selten dazu führt, dass sie „Schadensbegrenzung und verletzungsfreie Kämpfe“ (Zitat aus der Vorschau des AC Penzberg) als Devise ausgeben.

Auch wenn also der große Nervenkitzel bereits nach dem Abwiegen nicht zu erwarten war, weil die Favoritenrolle des ohne Dominik Sohn und Tobias Schütz angetretenen ACL gegen einen auch noch verletzungsgeplagten AC Penzberg zu eindeutig war: Ein paar verbissene Duelle gab es dann doch: Mario Petrov (57 Kilo griechisch) verlangte dem physisch starken Abdulllah Hasani wirklich alles ab, konnte eine zwischenzeitliche 4:2-Führung aber nicht halten und verlor noch mit 4:11.

Christian Merkel (86 Kilo Freistil) kämpfte sich mit jeder Aktion besser in sein Duell mit Alexander Dürr, den er ein ums andere Mal ins Leere laufen ließ und am Ende deutlich mit 10:0 bezwang.

Ein ähnliches Bild bei Christian Lurz (66 Kilo Freistil): Auch er sammelte Schritt für Schritt kleine Vorteile an, um schließlich mit 12:2 über Christian Hagn zu triumphieren.

Knapp, aber doch sicher behielt Rumen Savchev (75 Kilo griechisch) mit 4:2 die Oberhand über den deutlich schwereren Alexander Horst.

Einzig der für Tobias Schütz eingesprungene Tobias Wagner (86 Kilo griechisch) stand klar auf verlorenem Posten und wurde schon in der ersten Minute von Thomas Kramer ausgepunktet.

Über weite Strecken aber hatten die Korbstädter eindeutig das Sagen: Bei Christoph Meixner (130 Kilo Freistil, 8:0 gegen Peter Vierke) und Venelin Venkov (66 Kilo griechisch, 16:0 gegen Phillip Wrba) hätte die einzige Kampfrichterin in Bayern, Katharina Grasruck vom ASV Neumarkt, nach jeweils spektakulären Würfen auch zum Schultersieg abklopfen können. Bei Nikolay Dobrev (98 Kilo griechisch) und Johannes Lurz (75 Kilo Freistil) gab es keine Diskussionen, weil beide ihre Kontrahenten Clemens Seidler bzw. Daniel Hösl unzweifelhaft „aufs Kreuz gelegt“ hatten.

Schon vor dem Abwiegen hatte dagegen der wiedergenesene Leon Raps den schweißtreibendsten Teil seines Kampfes zu bestreiten. Er musste etliche Pfunde „abkochen“, um das 61-Kilo-Freistil-Limit zu erreichen. Die „Belohnung“ für ihn: kein Gegner und kampflose vier Mannschaftspunkte.

Gruppenoberliga

AC Lichtenfels II – ATSV Kelheim 23:28

Trotz mächtiger Gegenwehr unterlag die ACL-Reserve dem ungeschlagenen Tabellenführer ATSV Kelheim. Zwei Siege mit den vollen acht Mannschaftspunkten holten Casyen Irmler und Krum Chuchurov, auch Daniel Luptowicz steuerte zwei Erfolge bei. Mario Mihaylov gewann nach 0:8-Rückstand noch mit 19:13. Doch aufgrund der beim ACL doppelt unbesetzten 98-Kilo-Klasse hatten die komplett angetretenen Gäste schließlich doch die Nase vorn.