LICHTENFELS

Demonstration der Stärke: 31:1-Sieg

„Geht?s noch höher?“, scheint der etwas furchtsame Blick des Meringers Dominik Ringenberger bei diesem spektakulären Übe... Foto: Christian Voll

Ringer-Bayernliga

Es läuft einfach für die Ringer des AC Lichtenfels! Nach zwei klaren Auswärtserfolgen zum Saisonstart der Bayernliga in Traunstein und Penzberg verpasste man nun beim ersten Heimauftritt den jungen und fair auftretenden Gästen vom TSC Mering eine richtige Abreibung: 31:1!

Favoritenstellung schön und gut, aber mit solch einer Demonstration der Stärke hatte man in diesem Ausmaß nicht gerechnet. „So bei zwei, drei Kämpfen hatte ich zuvor schon die Meringer knapp im Vorteil gesehen“, gab Mannschaftsführer Heiko Scherer in gewohnt objektiver Analyse nachher zu.

Und dabei stand genau genommen sogar der „Ehrenpunkt“ der Gäste noch auf wackligen Ringerbeinen. Denn im Schwergewicht bis 130 Kilo (griechisch) war der ungarische 100-Kilo-Mann Zsolt Dajka gegen den zwanzig Pfund leichteren ACL-Neuzugang Nikolay Dobrev meistens im Rückwärtsgang unterwegs, blieb in einem Duell ohne technische Punkte jedoch aufgrund der letzten Passivitätswertung glücklicher Sieger.

Ansonsten aber gab es reichlich Aktionen und viele sehenswerte Griffvarianten, die zur Freude der recht zahlreichen Fans fast immer den Kämpfer in „Rot“ obenauf sahen.

Mario Petrov (57 Kilo, Freistil) zum Beispiel lieferte sich mit Moritz Zeitler ähnlich wie Dominik Sohn (61 Kilo, griechisch) mit Benedikt Rieger einen Fight mit wahrhaft offenem Visier. Beim 15:7- bzw. 12:8-Punktsieg des jeweiligen Heimringers gab es in einzelnen Runden wohl mehr technische Punkte zu sehen als in manchen Bundesliga-Duellen am gesamten Kampfabend.

Oftmals aber war die Dominanz der AC-Ringer schon erdrückend: Christoph Meixner (98 Kilo, Freistil) beim 16:0 gegen Benedict Mastronicola, Venelin Venkov (66 Kilo griechisch) beim 15:0 über Oliver Tanzyna und Rumen Savchev (75 Kilo, griechisch) beim 15:0 gegen Dominik Ringenberger zeigten Souveränität pur und einige großartige Aktionen wie etwa dem gewaltigen Überwurf von Savchev.

Richtig feine Freistil-Kunst demon-strierten einmal mehr die Brüder Christian (66 Kilo) und Johannes Lurz (75 Kilo). Sie schulterten ihre wahrlich nicht schlechten Widersacher Maximilian Zeitler und Julian Stegmann Mitte in der zweiten bzw. der ersten Runde.

Kampflos kassierte zudem Tobias Schütz (86 Kilo, griechisch) vier Mannschaftspunkte, weil Mering ihm keinen Gegner stellte.

Wenn ACL-Trainer Ali Hadidi dann doch ein einziges Mal ungläubig den Kopf schüttelte, dann hatte auch das seinen guten Grund. Im vielleicht prickelndsten Duell des Abends bezwang Christian Merkel (86 Kilo, Freistil) mit einer taktischen Glanzleistung sogar den im Vorjahr komplett unbesiegten Meringer Topmann Radoslaw Siejak mit 6:2. „Ich bin beim letzten Mal gegen ihn disqualifiziert worden, das wollte ich so nicht stehen lassen“, erklärte der Lichtenfelser sein Erfolgsrezept. Wie gesagt: Es lief einfach für die ACler!

Gruppenoberliga Nord

AC Lichtenfels II – SC Oberölsbach II 23:29

Diesmal fehlte nicht viel zum ersten Saisonerfolg für die ACL-Reserve. Doch gingen einige entscheidende Duelle letztlich knapp bzw. unglücklich verloren, so dass trotz der Siege von Casyen Irmler, Mario Mihaylov, Niklas Zillig, Chrum Chuchurov (zweimal) und Marius Geuß die Gäste aus Oberölsbach am Ende doch die Nase vorn hatten.