Ein Sportler mit Leib und Seele

Ein Sportler mit Leib und Seele

Im Alter von 78 Jahren ist mit dem Schneyer Horst Bergmann einer der erfolgreichsten Lichtenfelser Sportler des 20. Jahrhunderts verstorben. Geboren am 24. November 1937 im schlesischen Neusalz, ist er in der Korbstadt aufgewachsen und wurde beim AC Lichtenfels unter Trainer Valentin Kohmann zum außergewöhnlich erfolgreichen Freistilringer ausgebildet. Bereits mit 20 Jahren hatte sich Horst Bergmann in der deutschen Spitze etabliert und wurde 1957 erstmals deutscher Vizemeister im Leichtgewicht. 1960 sollte dann sein erfolgreichstes sportliches Jahr werden. Zunächst gewann er im Mai überlegen die deutsche Meisterschaft im Münchner Zirkus-Krone-Bau. Anschließend durfte er nach gewonnenen Ausscheidungskämpfen gegen seine härtesten Konkurrenten Klaus Rost (Witten-Annen) und Adolf Franke (Leipzig) im August als Teilnehmer zu den Olympischen Spielen nach Rom fahren und wurde so zum ersten und einzigen Lichtenfelser Sportler, dem dies bisher gelungen ist.

In den folgenden Jahren wurde er 1965 erneut deutscher Meister und errang zusätzlich drei weitere Vizemeisterschaften. Noch bis Mitte der 70er Jahre blieb Horst Bergmann für seinen ACL in den Mannschaftskämpfen aktiv und wurde danach zu einem ebenso engagierten wie erfolgreichen Nachwuchstrainer. Er war ein Idol und Vorbild für viele Nachwuchsringer in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Viele wollten wie er einmal zu Olympia fahren.

Aber auch neben der Matte war er als Helfer und Ratgeber zeitlebens gefragt und wurde von seinem Verein für dieses außergewöhnliche Engagement zum Ehrenmitglied ernannt. Mit seinen sportlichen Erfolgen hat er den Namen seiner Heimatstadt weit über die Grenzen Bayerns hinaus getragen und mit seiner ruhigen und zurückhaltenden Art eine Menge Freunde nicht nur unter den Ringern gewonnen. Nach langer, schwerer Krankheit ist nun seiner Frau Heidi nach nur wenigen Monaten gefolgt. Foto: Christian Voll