Personalplanungen beim ACL schreiten voran

Wenn der AC Lichtenfels am 31. August in seine mittlerweile sechste Bundesliga-Saison startet, haben die Verantwortlichen des Vereins ihren „Job“ erledigt. Denn schon seit Monaten basteln Mannschaftsbetreuer Jürgen Lieb, Vorsitzender Stefan Heinlein und ACL-Sport-GmbH-Geschäftsführer Uwe Hetzel am Kader für die anstehende Saison. Die Planungen sind nun so gut wie abgeschlossen, so dass die Funktionäre einen ersten Einblick gewähren .

Sichtlich erfreut zeigt man sich darüber, dass es gelungen ist, Dato Kerashvili in Lichtenfels zu halten. „Dass ein internationaler Spitzenringer wie Dato trotz deutlich besserer Angebote hier bei uns für ein weiteres Jahr unterschrieben hat, zeugt neben der familiären Umgebung und super Stimmung in Lichtenfels auch von den professionellen sportlichen Gegebenheiten, die die Athleten hier vorfinden“, betont Heinlein.

In der Tat lagen dem Georgier, der in der letzten Saison neun seiner elf Kämpfe für sich entscheiden konnte, einige lukrative Offerten anderer Bundesligisten vor. Doch dem 27-Jährigen gefällt es nach eigenen Angaben hervorragend in der Korbstadt. Besonders die Fans und die Atmosphäre im „Hexenkessel“ AC-Halle haben es ihm angetan. Kerashvili soll in dieser Saison die meisten Kämpfe in den Gewichtsklassen 96 und 120 Kilogramm Freistil bestreiten.

Diesen finanziellen Reizen der Konkurrenz konnte Ceyhun „John“ Zaidov nicht widerstehen. Der beste Punktesammler der vergangenen Saison (14 Kämpfe, 10 Siege) hat sich entschieden, in der nächsten Serie für den TUS Adelhausen auf die Matte zu gehen. Geschäftsführer Uwe Hetzel dazu: „Wir sind unglaublich dankbar, dass ein so sympathischer Sportler wie ,John' für uns gerungen hat. Aber es ist auch nachvollziehbar, dass er ein solches Angebot von Adelhausen nicht ausschlagen wollte. Wir wünschen ihm für die neue Saison alles Gute und viel Glück.“

Wenn man die Summen kennt, die Vereine wie der TUS Adelhausen für Ringer und ganz speziell für deutsche Ringer zu zahlen bereit sind, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Erstaunlich scheint in diesem Zusammenhang die Aussage des TUS-Funktionärs Mike Hofmann, der auf die Frage nach der Erhöhung der „Deutschenquote“ folgendes verlauten ließ: „Die Preise für einen Deutschen sollten wieder auf ein erträgliches Niveau kommen. Die deutschen Ringer diktieren die Preise, und die sind astronomisch hoch“ (Quelle: Verlagshaus-Jauman, 31.01.2013).

Umso erfreulicher ist deshalb die Tatsache, dass es den Verantwortlichen des ACL gelungen ist, bis auf Zaidov alle Verträge mit deutschen Ringern zu verlängern.

Zwei-Kilo-Toleranz entfällt

Erschwert wurden die Kaderplanungen vom Wegfall der Zwei-Kilo-Toleranz, so dass einige Ringer eine Gewichtsklasse aufrutschen müssen. Dieses Übergewicht wurde den Ringern in den vergangenen Jahren wegen internationaler Meisterschaften während der Saisonkämpfe gegönnt.

Dem neuen „alten“ Trainer Ali Hadidi steht dieses Jahr im 55 Kilo Freistil Leon Raps zur Verfügung, der erstmals Bundesliga-Luft schnuppern soll. Weiterhin im ACL-Dress ist Adam Bienkowski (55/60 Kilo Freistil). Auch Christopher Kegel, der mit seinen jungen Jahren schon einige Bundesliga-Einsätze vorweisen kann, wird bei Bedarf den einen oder anderen Kampf in der 1. Bundesliga annehmen (60/66 Kilo Greco).

Neuzugang Benny Hofmann soll genauso wie Christian Lurz und Rumen Savchev im 66 Kilo „Griechisch“ auf Punktejagd gehen. Der amtierende Deutsche Vizemeister Tim Müller, der ebenfalls wie Kerashvili von vielen Topklubs „gejagt“ wurde, sowie der Bamberger Johannes Lurz starten im 66 Kilo Freistil an den Start gehen. Die beiden Hessen Simon Pilzweger (Freistil) und Andreas Eichheimer (Greco) sind für das Weltergewicht bis 74 Kilo eingeplant.

Routinier Sergej Shiscov steht im freien Stil bis 84 Kilo genauso wie Eigengewächs Christoph Meixner parat und sorgt somit für variable Aufstellungen. Den Deutschen A-Jugendmeister von 2012, Hannes Wagner (74/84 Kilo Greco), möchte man behutsam an die 1. Liga heranführen.

Tobias Schütz muss dem Wegfall der Zwei-Kilo-Toleranz Tribut zollen und ist für die Klasse bis 84 Kilo „Griechisch“ vorgesehen. Neuzugang Marthin Nielsen (Gr.) und Dato Kerashvili (Freistil) werden das Halb- und Schwergewicht (96/120 Kilo) abdecken. Glücklicherweise hat sich David Vala entschieden, ein weiteres Jahr Bundesliga dran zu hängen und kann ebenfalls in der 120-Kilo-Klasse (Freistil/Gr.) eingesetzt werden.

Neben dem bereits erwähnten Ceyhun Zaidov (TUS Adelhausen) stehen Georghe Zamfir (sucht neuen Verein im 66 Gr.) und Zbigniev Baranowski definitiv nicht mehr im Aufgebot für den Bundesliga-Kader des ACL. Bei Miloslav Metodiev und Artur Omarov, der aufgrund der neuen Gewichtsregelung die 84 Kilo nicht mehr schafft, ist es noch nicht klar, ob sie beim ACL bleiben. Sollten beide einen neuen Verein finden, wird man sich schweren Herzens von ihnen trennen, obwohl man in den nächsten Jahren wieder mit ihnen planen möchte.

„Dass ein internationaler Spitzenringer wie Dato trotz deutlich besserer Angebote hier bei uns für ein weiteres Jahr unterschrieben hat, zeugt neben der familiären Umgebung und super Stimmung in Lichtenfels auch von den professionellen sportlichen Gegebenheiten, die die Athleten hier vorfinden.“
Stefan Heinlein Vorsitzender

Neben Benny Hofmann und Marthin Nielsen gelang es den Verantwortlichen, weitere Neuzugänge zum ACL zu lotsen, so dass Trainer Ali Hadidi und Mannschaftsführer Jürgen Lieb in dieser Saison aus einem breit aufgestellten Kader schöpfen können. Die einzelnen Neuzugänge werden in Kürze vorgestellt.

Aufruf: Ringen um Olympia

Die vom AC Lichtenfels und dem ACL-Fanclub unterstützte Unterschriftenaktion „Ringen um Olympia" liegt in Lichtenfelser Tankstellen, Gaststätten, Geschäften und Sportvereinen aus und endet Mitte Mai.

Die Liste steht auch auf der Homepage www.acl-fanclub.de zum Download bereit. Der Hintergrund hierzu ist die Forderung des Olympischen Komitees, dass Ringen ab 2020 nicht mehr olympisch sein soll.

Von vielen Topklubs „gejagt“: Dato Kerashvili (rechts) blieb dennoch dem AC Lichtenfels treu und wird auch in der kommen... Foto: Heiko Scherer