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06.09.2010 | 19:30 Uhr

„Im Zweifel: Finger weg!“

Giftige „Doppelgänger“ mit schlimmen Folgen

„Im Zweifel sollte man immer die Finger davon lassen“, mahnt der Pilzexperte Wilhelm Härtl zur Vorsicht, wenn der Schwammerl-Sucher seinen Fund nicht eindeutig bestimmen kann. Die Gefahr der Verwechslung eines Speisepilzes mit einem giftigen „Doppelgänger“ sei einfach zu groß.

Falls nach dem Genuss der Pilze Vergiftungserscheinungen auftreten, gelte es „nicht zögern und sofort ins Krankenhaus“, rät Härtl. Dort könnten die Pilzgifte im Regelfall schnell identifiziert werden.

Der Betroffene könne den Ärzten jedoch auch selbst entscheidende Hinweise zum genaueren Grund der Vergiftung liefern. Vor allem die Dauer seit dem Verzehr lasse genauere Rückschlüsse zu. So würden durch Zellgifte - sie sind vor allem in den Knollenblätterpilzen, Häublingen und Schirmlingen vorhanden - nach einer Inkubationszeit von frühestens vier, im Regelfall von zwölf bis 24 Stunden, drastische Brechdurchfälle ausgelöst. Das Gift dieser Pilzarten schädige besonders die Leber und habe eine hohe Sterblichkeitsrate zur Folge. Über 90 Prozent aller Pilztodesfälle in Westeuropa würden durch den Grünen Knollenblätterpilz ausgelöst. Dieser werde beispielsweise mit einem Champignon verwechselt. Ähnlich wie bei den Knollenblätterpilzen seien auch die Symptomatiken beim Verzehr der Frühjahrs-Lorcheln.

Besonders heimtückisch sei auch die Wirkung des Orangefuchsigen und des Spitzbuckligen Rauhfkopfs. Die durch deren Gift ausgelöste Niereninsuffizienz könne zwei Tage bis zwei Wochen nach dem Verzehr auftreten. „Da kann es für den Arzt sehr hilfreich sein, wenn sich der Patient daran erinnert, dass er vor zwei Wochen orangefarbene Pilze verzehrt hat“, sagt Härtl.

Äußerst gefährlich seien auch die Nervengifte die beispielsweise beim Panther- und beim Fliegenpilz sowie bei den Trichterlingen und Risspilzen vorkommen. Neben Brechdurchfällen die 15 Minuten bis vier Stunden nach dem Verzehr auftreten, können Geh- und Sehstörungen sowie eine Schädigung des Herzens ausgelöst werden.



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