MICHELAU - „Ihr habt hier die beste Wurst in ganz Bayern und das beste Bier“, ruft Markus Rinderspacher den Menschen vor dem Mehrgenerationenhaus in Michelau zu. Der Münchner Landtagsabgeordnete und Chef der SPD-Fraktion im Maximilianeum besucht mit dem Rad den Landkreis Lichtenfels.
„1000 Kilometer in 18 Tagen“, lautet das Motto, das ihn durch alle sieben bayerischen Regierungsbezirke führt. Mit in die Pedale traten am vergangenen Samstag Vertreter der heimischen SPD, darunter auch die Landtagsabgeordnete Christa Steiger und Kreistagsfraktionsvorsitzender, Hans Peter Marx.
Eigentlich wollten die „roten Radler“ schon am frühen Nachmittag in der Korbmachergemeinde eintreffen. Doch beim Gespräch mit dem Menschen lässt sich ein enges Zeitkorsett nicht immer einhalten. Am Morgen war Rinderspacher von Kulmbach aus in Richtung Burgkunstadt gestartet. Auf dem Programm standen ein Besuch der Regens-Wagner-Stiftung und ein Abstecher bei der Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld in Strössendorf.
Wichtige Brücke
Rinderspacher will Bayern kennen lernen, sich mit Kommunalpolitikern austauschen, von Experten Neues erfahren und mit den Bürgerinnen und Bürgern Klartext reden. Der 41-Jährige sucht das Gespräch mit den Menschen. Und was lag da näher, als zunächst die Vorzüge der heimischen Brotzeit hervorzuheben. Dass die meisten seiner Zuhörer sich am Nachmittag Kaffee und Kuchen schmecken ließen, störte ohnehin nicht.
Er sei da, um den Menschen Danke zu sagen, die in der Gesellschaft anpacken, so Rinderspacher beim Fest der Generationen. Es sei eine schöne Geschichte, er, dass so viele Generationen gemeinsam feiern. Es sei wichtig, dass die Brücke zwischen den Generationen geschlagen wird. Die Menschen hörten ihm zu und applaudierten.
Das sich anschließende Gespräch mit dem Leiter des Mehrgenerationenhauses, Frank Gerstner, dem Vorsitzenden des BRK-Kreisverbands, Dr. Jürgen Zürbig, und Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak drehte sich um die Weiterfinanzierung des Mehrgenerationenhauses. 2012 läuft die Förderung durch den Bund aus. „Kann der Freistaat in die Bresche springen?“, lautete auch hier die Frage. Doch im bayerischen Staatshaushalt ist bekanntlich Sparen angesagt.
„Es kann nicht sein, das die Mehrgenerationenhäuser angeschoben werden und dann ihr Weiterbestand nicht gesichert ist“, betonte Steiger. Bei den vielfältigen generationsübergreifenden Angeboten würden sich die Einrichtungen nicht selbst tragen können. Hier werde die SPD-Fraktion bei den Beratungen des Nachtragshaushalts aktiv werden, versicherte die Landtagsabgeordnete.
Grundsätzlich sehe sie aber die Gefahr, dass vor dem Hintergrund der Sparmaßnahmen das Hauptamt immer mehr zurückgedrängt werde. Es brauche aber jemanden, der das Ehrenamt anschiebe und koordiniere, so die Sozialdemokratin.
Überschaubare Größe
„Man kann nicht in Sonntagsreden vom Miteinander der Generationen reden und dann die Häuser im Stich lassen“, stellte Rinderspacher fest. Angesichts eines Staatshaushalts von 42 Milliarden Euro seien vier Millionen Euro für die rund 90 bayerischen Mehrgenerationenhäuser (MGH) eine überschaubare Größe. „Dieser Betrag muss drin sein!“
Das Besondere an den MGH sei, dass sie für jede soziale Problemlage ein besonderes Angebot bieten. Müsste das die öffentliche Hand leisten, wären die Kosten sicher höher, sagen die SPD-Politiker übereinstimmend.
Am Ende des Kurzbesuches trug sich Rinderspacher ins Gästebuch des Kreisverbandes ein.
Bevor die „roten Radler“ sich auf dem Weg ins Deutsche Korbmuseum machten, nahm sich Fraktionschef Markus Rinderspacher noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit den beiden Seniorinnen Marie Spitzenpfeil und Marie Burkhardt, die sich sichtlich über den Besuch aus München freuten. -gst-

