BURGKUNSTADT - Die eindrucksvolle Bergwelt des Allgäus und seine kulturellen Schätze genossen die Teilnehmer der jüngsten Reise der Arbeiterwohlfahrt Burgkunstadt. Erstes Ziel des vollbesetzten Reisebusses war Augsburg.
Nach einer Stadtrundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten ging es zu Fuß durch die berühmte Fuggerei. Jakob Fugger stiftete die Sozialsiedlung 1521 zum Heil der Stadt aus inniger Dankbarkeit. Die für die Fugger gültige Kaufmannsdevise „Nütze die Zeit“, ziert noch heute den Südgiebel der Markuskirche. Die Fuggerei ist mit 67 Häusern und 140 Wohnungen die älteste Sozialsiedlung der Welt und wird mustergültig von der Stiftung finanziert. Letzte Station war der wunderschöne „goldene Saal“ im Rathaus.
Weiter ging die Fahrt in den Pfaffenwinkel „Zum hohen Peissenberg“, der höchsten Erhebung im Alpenvorland. Die Wallfahrtskirche „Maria Himmelfahrt“ und der herrliche Ausblick bei strahlendem Sonnenschein waren ein Hochgenuss. Letzte Station war die „Wies“, gebaut von den Brüdern Zimmermann. Die Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland“ auf der Wies bei Steingaden ist eine der berühmtesten Rokokokirchen der Welt.
Mit der Seilbahn
Der nächste Tag führte ins Kleinwalsertal. Ein herrlicher Sommertag begleitete die Ausflügler und in Mittelberg fuhren sie mit der Seilbahn auf das „Walmendinger Horn“. Ein besonderes Erlebnis war die Schönheit der bezaubernden Bergwelt in 2000 Meter Höhe. Viele gingen die letzten Meter zum Gipfelkreuz, um den wunderschönen Rundblick zu genießen. Um die Bergstation lockte der spektakuläre Aussichtspunkt „Geoplattform“. Im Tal besuchten die Burgkunstadter in Oberstdorf das einzigartige Heimatmuseum mit dem größten Schuh der Welt. Die Heini-Klopfer-Skiflugschanze beendete den Besuch in Oberstdorf. Am Abend sorgte Manfred für musikalische Unterhaltung.
Am dritten Tag führte eine Tagesfahrt die Burgkunstadter über Nesselwang und das Oberjoch ins Tannheimer Tal. Ein Juwel ist die Pfarrkirche, die von 1722 - 1724 erbaut wurde und dem heiligen Nikolaus geweiht ist. In Pferdekutschen fuhren die Ausflügler durch die Perle des Tannheimer Tag, ein Naturschutzgebiet, ohne Autoverkehr. Die unvergleichliche Landschaft mit ihrem smaragdgrünen See, den blühenden Wiesen unter steilen Felswänden und der Panoramaweg rund um den Vilsalpsee ließen dem Naturfreund das Herz höher schlagen. Nun führte die Reise über den Gaichtpass nach Reutte in Tirol.
Am Donnerstag unternahmen die Reisenden eine Rundfahrt durch die 13 Ortsteile von Pfonten und zu einer Käserei in Weizern. Am Abend war Büfett mit Livemusik angesagt. Hervorragend das Auftreten des Musiklehrers, der die Herzen der Oberfranken eroberte. Spezialitäten des Allgäus sorgten für einen gelungenen Abend.
Der nächste Tag begann mit einer Stadtführung in Füssen, wo der Lech spektakulär aus dem Hochgebirge ins Alpenvorland austritt. Die gepflegten Giebelhäuser, das Schloss, die Benediktinerabtei sowie die Stiftskirche St. Mang gefielen allen. Das Königsschloss Hohenschwangau war nächstes Ziel. In der Burg Hohenschwangau, im 12. Jahrhundert erbaut, verbrachte König Ludwig II. von Bayern den größten Teil seiner Kindheit. Mit einer gemütlichen Schifffahrt auf dem Foggensee ging der erlebnisreiche Tag zu Ende.
Höhepunkt der Reise war der Besuch der Oberammergauer Passionsspiele. Die Geschichte des Passionsspiels begann 1633. Im 30-jährigen Krieg nach Monate langem Leiden und Sterben an der Pest, gelobten die Oberammergauer alle zehn Jahre das „Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus“ aufzuführen. Die Darstellung der Laienspieler, der Chor, das Orchester sowie die Darstellung der lebenden Bilder hinterließen einen faszinierenden Eindruck. „Das kann man nicht beschreiben, dass muss man einfach miterlebt haben, so das Fazit der Besucher.
Auf der Heimreise machten die Oberfranken Station in Bad Wörishofen, das durch Pfarrer Sebastian Kneipp Weltruhm erlangte und bummelten durch die gepflegte Kneippstraße zum Kurhaus. Weiter ging es nun ins schöne Albachtal nach Wilhermsdorf zu einer kleinen Hugendottenkirche.
Die Oberfranken erfuhren von der Entstehung der Hugendottensiedlung, wo sich Flüchtlinge aus dem Hochgebirgstal Queyras als Strumpfwirker, Gerber und Färber niederließen. Als nach über 100 Jahren ihr Handwerk neben der industriellen Wollverarbeitung nicht mehr konkurrenzfähig war, verstummte das Klappern der Wirkstühle, doch dann wurde die Reißzeugindustrie heimisch und in Heimarbeit wurden Zirkel und Etuis gefertigt.
Beim Abendessen dankte Marga Weimann der Reiselieterin Linda Hösch in Gedichtform für die hervorragende Organisation und ein donnernde Applaus ging an Manfred für seinen unermüdlichen Einsatz. -lhö-
