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02.09.2010 | 19:15 Uhr | Autor: Von Till Mayer

Ehrenamt fördern, MGH sichern

Staatssekretär Markus Sackmann erfährt beim Besuch des Roten Kreuzes, was Helfer am Obermain bewegt

Von Till Mayer

LICHTENFELS - Die zukünftige Förderung des Michelauer Mehrgenerationenhauses, die Umsetzung von Verordnungen für Alten- und Pflegeheime, die Aufwertung des Ehrenamts: Themen, die die Mitarbeiter und Helfer des Rotkreuz-Kreisverbands bewegen. Ein Adressat für Anregungen und Forderungen war gestern gefunden: Markus Sackmann, Staatssekretär für Arbeit und Sozialordnung, kam zum Ortstermin beim Kreisverband des Roten Kreuzes.

Dort macht sich der Leiter des Mehrgenerationenhauses, Frank Gerstner, Sorgen über die Zukunft der Michelauer Rotkreuz-Einrichtung. Die ist eigentlich eine regelrechte Erfolgsgeschichte. Der Terminkalender voll, die verschiedensten Gruppen beteiligen sich. Von Seniorenaktionen, Kinderbetreuung, Tagesmutterkurs bis zur von der OT-Leseraktion „Helfen macht Spaß“ unterstützten Nachhilfe für Kinder aus finanziell schwachen Familien reicht das Angebot. Ganz so, wie es sich die damalige Familienministerien Ursula von der Leyen bei der Eröffnung gewünscht hatte.

Doch nach der großen und medienwirksam begleiteten Eröffnungsphase kam unlängst der Schwenk der neuen schwarz-gelben Bundesregierung. Die Förderung läuft aus. Das MGH in Michelau wäre davon im Jahr 2013 betroffen. Kann der Freistaat Bayern in Bresche springen? Staatsekretär Sackmann, selbst ein verdienter Rotkreuz-mann, wollte da nicht zu viel Hoffnung machen. Im Staatshaushalt sei eisernes Sparen angesagt. Er erinnerte aber an Förderprogramme des Freistaats, die auf Mehrgenerationenhäuser übertragbar seien. „Dennoch ist weiter auch der Bund gefragt“, erklärte Sackmann.

Hinter dem Begriff „Lichtenfelser Modell“ versteckt sich ein ehrgeiziges Altenheimprojekt des BRK-Kreisverbands in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Lichtenfels. Das Rote Kreuz am Obermain, das weitere Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Bad Staffelstein unterhält, will mehr Klarheit in Sachen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz. Hier gab es eine Kompetenzverlagerung von Bundes- auf Landesebene. Der Freistaat hat das betreffendes Gesetz bereits vor geraumer Zeit erlassen. „Nur warten wir immer noch auf die entsprechende Ausführungsverordnung“, betonte BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak. Letztere Verordnung ist wichtig, um zu wissen, welche DIN-Normen gelten sollen. Wann z. B. Barrierefreiheit oder rollstuhlgerechtes Bauen vorgeschrieben wird. „Wir wollen mit unserem Lichtenfelser Modell natürlich für die Zukunft gewappnet sein“, so BRK-Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Zürbig.

Eine Aussage, für die der Staatssekretär viel Verständnis hatte. Er erinnerte aber, dass bei der Ausarbeitung der Verordnung viele Akteure mit eingebunden sind. „Bis Ende des Jahres soll die Verordnung jedoch stehen“, betonte Sackmann. Ein weiteres Thema war die medizinische Behandlungspflege in Pflegeheimen. Ein komplexes Thema: Zahlt beispielsweise die Krankenkasse die Anlage von Verbänden bei Pflegebedürftigen, die Zuhause wohnen, gilt dies nicht für Heimbewohner. Diese müssen indirekt über ihr Heimentgelt für die medizinische Behandlungspflege aufkommen. „Eine Ungleichbehandlung“, meint Elke Gäbelein, Heimleiterin des BRK-Wohn- und Pflegeheims „Am Staffelberg“ in Bad Straffelstein und forderte zu einer Reform der bisherigen bundesweiten Regelung auf.

3,7 Millionen Bürger engagieren sich im Freistaat Bayern ehrenamtlich, leisten dabei 70 Millionen Stunden im Jahr. Ehrenamt hat gerade beim Roten Kreuz Tradition, so auch am Obermain. Kreisbereitschaftsleiter Uwe Fuß und Wasserwachts-Kreischef Oliver Naumann fordern, dass dem Ehrenamt mehr Rechnung getragen wird. Gerade in Zeiten, in denen es immer schwieriger werde, Helfer zu gewinnen. Die Einführung eines Ehrenamtsbeauftragten der bayerischen Staatsregierung wäre da ein wichtiger Schritt. Wichtig sei die Aktivierung von rüstigen Senioren oder auch Migranten für das Ehrenamt.

Sackmann erinnerte an die geplante Schaffung von 18 Koordinationsstellen für das Ehrenamt. Eine Einrichtung, die vielleicht auch für das MGH passen könnte. Weiter nannte er die Schaffung einer Ehrenamtskarte für ganz Bayern. „Das Ehrenamt ist uns besonders wichtig“, versicherte er. MdL Christian Meißner, er hatte den Staatssekretär eingeladen, und BRK-Kreisvorsitzender Dr. Zürbig dankten Sackmann für sein Kommen.


Hoher Besuch beim BRK-Kreisverband: stellvertretende Kreisvorsitzende Rosemarie Göhring, Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Zürbig, Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak, MdL Christian Meißner, Staatssekretär Markus Sackman (mit Gästebuch) und BezirksratKlaus Löffler. Foto: tm


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