WEISMAIN - Mitglieder der befreundeten Borgfelder Schützengilde haben es bereits mehrmals vorgemacht und sind mit dem Fahrrad auf verschiedenen Routen vom Bremer Stadtteil Borgfeld nach Weismain gefahren. Für 1. Schützenmeister Otto Hildebrand war nach der 100-Jahr-Feier der Schützengesellschaft Weismain und aus Anlass der 25-jährigen Freundschaft zwischen der Borgfelder Schützengilde und den Weismainer Schützen der richtige Zeitpunkt gekommen, einen Gegenbesuch mit dem Fahrrad abzustatten.
Bereits Ende 2009 wurden die ersten Planungen für die Radtour aufgenommen. Eine geeignete Route sollte ein Teilstück des Mainradweges bis Michelau, weiter über Coburg bis Hildburghausen, entlang dem Werratal-Radweg bis Hannoversch Münden und anschließend dem Weserradweg folgend, sein. Anfang 2010 wurden die Etappenziele festgelegt und Quartiere gebucht. Das Frühjahr und der Sommeranfang wurden von allen Teilnehmern zu einigen Vorbereitungsradtouren genutzt.
Mitte August startete die elfköpfige Radlergruppe in Begleitung eines Versorgungsfahrzeuges, an dessen Steuer Andreas Herold saß, auf die erste Etappe bis Meiningen. Der folgende Tag hatte Herleshausen in der Nähe von Eisenach zum Ziel. Trotz der vielen Steigungen vor Eisenach - unter anderem wurde auch der Rennsteig überquert - waren die Radler beeindruckt vom Weltkulturerbe Wartburg und der Eisenacher Innenstadt.
Fachwerkromantik
Die dritte Etappe sollte landschaftlich die reizvollste, aber mit rund 120 Kilometer auch der längste Streckenabschnitt sein. Vorbei an vielen Ortschaften mit malerischer Fachwerkkulisse, trutzigen Burgen und Schlössern kam die Radgruppe bei strömenden Regen in Hannoversch Münden, am Zusammenfluss von Werra und Fulda an. Beide Flüsse büßen hier ihren Namen ein und werden zur Weser. Hannoversch Münden beeindruckt durch über 700 Fachwerkhäuser. Zur Überraschung aller wurde das Frühstück am nächsten Morgen in einer entwidmeten Kirche eingenommen, die der Besitzer eines Fahrradhotels zu einem Café umgebaut hatte.
Entlang dem Weserradweg war Albaxen bei Holzminden das nächste Ziel. Herausragend im Weserbergland ist die Klosteranlage Corvey. Am fünften Tag erreichte die Radgruppe die Münchhausenstadt Bodenwerder und die Stadt Hameln, die durch die Rattenfängersage der Brüder Grimm weltberühmt ist. Etappenziel war Barkhausen am Fuße des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in der Nähe von Porta Westfalica. Mit der Einfahrt in die Norddeutsche Tiefebene begann für die Radler der sechste Tag. Die ehemalige Bischofsstadt Minden mit ihrem Dom und dem Wasserstraßenkreuz Mittellandkanal–Weser sind hier einzigartige Bauwerke. Entlang der Weser machte der Mühlenkreis Minden-Lübbecke seinem Namen alle Ehre. Große, historische Windmühlen säumen den Radweg, unter anderem die sehenswerte Pottmühle in Petershagen.
Nach der Übernachtung in Bücken ging man erwartungsvoll in die siebte und damit letzte Etappe der Radtour. Über Verden und Achim erreichte die Gruppe schließlich die Freie Hansestadt Bremen, wo sie am Weserstadion von vier Mitgliedern der Borgfelder Schützengilde herzlich empfangen wurde. Nach einem kurzen Abstecher an den Bremer Marktplatz wurde die Radlergruppe bis nach Borgfeld begleitet. Nach 694 Kilometern Fahrstrecke und insgesamt knapp 38 Stunden auf dem Fahrrad, hatten sie das letzte Etappenziel erreicht. Hier erfolgte eine herzliche Begrüßung durch die Borgfelder Freunde an der Schützenhalle, wo sogar die regionale Presse anwesend war.
Beim Borgfelder Schützenfest
Das Borgfelder Schützenfest am folgenden Wochenende bot den Radfahrern ausreichend Möglichkeiten über die Radtour zu berichten und sich von den Anstrengungen der Fahrt zu erholen. Klaus Buchenau führte die Weismainer Radler fachkundig durch die Bremer Innenstadt. Die „Schnoor“, der Marktplatz mit Rathaus, Dom und Böttcherstraße sowie die „Schlachte“ begeisterten alle Teilnehmer. Ziel eines Teils der Radlergruppe war auch Bremerhaven, wo der Fischereihafen, die Hafenwelten in der Stadtmitte oder der Überseehafen im Norden der Stadt für Erstaunen sorgten. Die Rückfahrt nach Weismain erfolgte nach zehn abwechslungsreichen Tagen mit dem Auto. -red-

