1. RINGER-BUNDESLIGA OST - Die berühmte „Hätte-wenn-und-Aber“-Diskussion bleibt im Sport fast nie aus, wenn nach wechselvollem Wettkampfverlauf ein Unentschieden als Endergebnis zu Buche steht. Den Ringern des AC Lichtenfels ging das am Samstagabend in Berlin nicht anders. Das 18:18 beim SV Luftfahrt lieferte reihenweise Gründe, warum man sich ärgern konnte, einen Punkt verloren zu haben, aber gleichzeitig sich auch freuen durfte, wenigstens noch einen gewonnen zu haben.
Die Hausherren hatten wie erwartet alles mobil gemacht, um eine schlagkräftige Truppe gegen den ACL zu stellen. So kamen bei ihnen erstmals in dieser Saison fast alle ihre polnischen Neuzugänge zum Einsatz, womit sie mehrere Schwachstellen ihres Kaders ausmerzten. Schon vor dem ersten Gong richtete man sich auf Seiten des ACL auf ein enges Duell ein, ohne von der optimistischen Grundeinstellung abzurücken. Im Laufe des Kampfabends blieben aber, so Mannschaftsführer Jürgen Lieb, „mindestens drei bis vier einzelne Runden liegen“. Und das waren in der Summe einfach zu viel.
Die Kämpfe im Einzelnen
3:0Den Anfang in dieser Richtung machte Tobias Glücker (55 kg Fr), der in Runde 1 Pech hatte mit einer sehr pingeligen Verwarnung, die ihn beim 2:2-Endstand den Rundengewinn kostete. Danach aber zeigte Kontrahent Sven Cammin (SVL) mit 3:0 und 3:1 deutlich, warum er zur deutschen Spitze in dieser Klasse gehört. .
3:3Es folgten Kämpfe mit durchaus erwarteten Ergebnissen: Mirian Giorgadse (120 kg gr) bestätigte seine auch konditionell starke Verfassung und revanchierte sich gegen Marcin Olejniczak mit 3:0 (1:0/1:1/1:0) eindrucksvoll für die im vergangenen Jahr erlittene Niederlage. .
3:9Rumen Svachev (60 kg gr) zeigte seine ganze Cleverness im Bodenkampf und ließ gegen Radoslav Bierzanowski beim 1:0, 2:0 und 2:0 ebenso wenig anbrennen wie ACL-Punktegarant Steffen Hartan (96 kg Fr), der mit gewohnter Souveränität Lukasz Dublinowski über die Matte trieb und beim 2:0, 2:0, 5:0 nur knapp an den für einen Mannschaftsvierer nötigen elf Punkten Differenz vorbeischrammte. .
10:9Absolut im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegten sich in den Reihen der Korbstädter die Ersatzleute Iwan Schell (66 kg Fr) beim 0:3 (0:1/1:3/1:3) gegen Pawel Albinowski sowie Johannes Kraus (84 kg gr), der trotz aller Bemühungen bei acht Kilogramm Gewichtsnachteil den „Vierer“ für Mirco Redmann nicht verhindern konnte. .
11:12An Andreas Spinnler (66 kg gr) lag es nun, die Führung wieder zum ACL zu holen. Seine mit 1:2 verschlafene erste Runde deutete allerdings nicht darauf hin. Doch mit einem 3:3 holte er sich den folgenden Abschnitt aufgrund einer Verwarnung seines Kontrahenten Bakar Achmerzaev, um dann mit 8:0 und 3:0 die folgenden Abschnitte überdeutlich zu gewinnen. Eine weitere Wertung mit dem Schlussgong der vierten Runde, die einen 4:1-Sieg für Spinnler bedeutet hätte, wurde jedoch nicht mehr anerkannt. .
14:13Ähnlich Grund zum Ärgern hatte auch Christoph Meixner (84 kg Fr), der nach drei Zwiegriff-Entscheidungen mit 1:2 gegen Marcel Redmann zurücklag. In Runde vier meinte er, mit 1:0 zu führen, hatte jedoch den Ausgleich am Mattenrand seines Gegners nicht mitbekommen. Da Meixner im Glauben, die Runde für sich verbuchen zu können, auf weitere Angriffe verzichtete, ging Redmann aufgrund der letzten Wertung als 3:1-Gesamtsieger von der Matte. .
Den farbigsten Kampf des Abends lieferte wieder einmal Sergej Siscov (74 kg Fr). Gegen Adam Sobieraj hatte er schon einmal knapp verloren und war nach einem steten Hin und Her zwischen zwei Top-Freistilern bei einer 2:1-Rundenführung im vierten Durchgang drauf und dran, die entscheidende Wertung zu landen. Doch wieder sollte es einfach nicht sein. Kurz vor dem Gong in Runde 4 und aus dem Zwiegriff in Runde 5 gelangen Sobieraj die Punkte, die ihm einen 3:2-Gesamterfolg bescherten.
Beim Mannschaftsstand von für die Hausherren war nun die Zeit der rechentaktischen Spielchen gekommen. „3:0 Runden zum Mannschaftssieg – allerdings eine technische Wertung vorausgesetzt“, hieß nun die Parole für Tobias Schütz (74 kg gr). Die beiden ersten Runden gewann er nach freiwilliger Einnahme der Unterlage ohne technische Wertung, was ihm in der dritten Runde nicht genügt hätte, da der Kampf ansonsten nur mit 1:0 an ihn gegangen wäre. Aus der Oberlage konnte er allerdings keine Aktion anbringen, so dass dieser Durchgang Dokugan Karakus gutgeschrieben wurde. In Runde 4 jedoch klappte der Durchdreher von Schütz. Er gewann diesen Kampfabschnitt mit 3:2 und das gesamte Duell mit 3:1, womit letztlich ein auf der Anzeigetafel aufleuchtete.
Fazit: Ein Unentschieden, bei dem den Lichtenfelsern nicht viel zu einem Sieg gefehlt hatte. Aber ebenso ein Kampf, den sie durchaus auch hätten verlieren können.
Vorverkauf für Hofer Kampf
An diesem Montag bereits beginnt der Vorverkauf in der Metzgerei Voll für den Heimkampf gegen den ASV Hof am 18. September in der AC-Halle. -cv-
