Von Gerhard Herrmann
ALTENKUNSTADT/WEISMAIN - ,,Die Schüler sollen Spaß haben in der Schule, dann lernen sie auch“, sagt Manfred Heinbuch. Der Konrektor und bisherige kommissarische Schulleiter übernimmt die Leitung der Hauptschule Altenkunstadt ab 1. August. Da der 51-Jährige bereits seit 17 Jahren an der Hauptschule unterrichtet bringt er viel Erfahrung in sein neues Amt ein.
Außerdem steht er für Kontinuität, da er seit Jahren als Konrektor in der Schulleitung tätig war und das Amt noch einige Jahre ausfüllen will. Der einzige Wermutstropfen für den engagierten Pädagogen ist nur, dass er nun kein Klassenleiter mehr sein wird: ,,Die Schüler werden mir fehlen.“ Denn gerade die persönliche Beziehung zu den Jugendlichen, die durch das Klassenleiter-Prinzip an der Hauptschule gepflegt wird, sieht er als Garant des Lernerfolgs. ,,Hier kennt der Lehrer seine Schüler mit ihren Stärken und Schwächen und kann entsprechend auf sie eingehen“, weiß Heinbuch.
Ausbau der Ganztagsschule
Neben dem guten Verhältnis zu den Schülern habe auch das hervorragend Klima im Lehrerkollegium und die gute Zusammenarbeit mit dem Schulverband und den beiden Bürgermeistern den Ausschlag für die Bewerbung um die Schulleitung gegeben. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern mache Freude: So habe er ganze Geschwistergenerationen unterrichtet und inzwischen besuchten bereits die Kinder seiner ersten Schülergeneration die Hauptschule.
Statt am Lehrerpult wird er künftig mehr am Schreibtisch sitzen, leitet er doch nicht nur die zur Mittelschule aufgewertete Hauptschule, sondern auch den Schulverbund Obermain mit der Burgkunstadter Hauptschule. Das bedeutet, dass er die Planung des Stundenbudgets für die Burgkunstadter Schule übernimmt. Die bleibt zwar eigenständig, doch durch die gemeinsame Planung sollen die Lehrerstunden möglichst ökonomisch eingesetzt werden, etwa indem kleine Gruppen aus beiden Standorten zusammengelegt werden, so dass nur ein Pädagoge benötigt wird. Dazu muss zwar ein Teil der Schüler in die Partnerschule wechseln, doch werde der ,,Bustourismus“ aus Zeit- und Kostengründen möglichst gering gehalten, betont Heinbuch.
Eine große Aufgabe für den neuen Schulleiter ist der Ausbau des Ganztagsangebots. Wenn im nächsten Schuljahr die Ganztagsklasse auf die achte Jahrgangsstufe ausgedehnt wird, sind die Kapazitäten für die Mittagsbetreuung ausgeschöpft. Somit wird im Schuljahr 2011/12 ein An- oder Umbau für eine Mensa benötigt, um einen Speisesaal und Küchenräume für rund 100 Schüler bereitzustellen. Außerdem wünschen immer mehr Eltern auch Ganztagsangebote für die Schüler des M-Zweigs. Denkbar wäre hier eine Gruppe in Form der offenen Ganztagsschule ähnlich dem Burgkunstadter Betreuungsangebot.
Daneben gelte es die vertiefte Berufsvorbereitung weiter auszubauen. Neben den vielfältigen Praktika in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Lichtenfels und den heimischen Unternehmen ist künftig eine Projektprüfung in den Fächern AWT (Arbeit, Wirtschaft, Technik) und Hauswirtschaft vorgesehen, bei der die Schüler eigene Projekte planen, erarbeiten und präsentieren sollen. Der Erfolg dieser Praxisorientierung zeige sich bereits jetzt in der guten Vermittlungsquote der Schulabgänger, betont Heinbuch.
Ziel der Stützpunkt-Schule
Um die Schule qualitativ zu verbessern wäre auch die Entwicklung hin zu einer Sportschule denkbar. Durch die Bildung von Sport-Arbeitsgemeinschaften wie beim Handball mit der HG Kunstadt bereits praktiziert, könnte eine Stützpunkt-Schule für die Kernbereiche Handball, Fußball, Basketball und Volleyball etabliert werden. Hier hätten die Schüler die Möglichkeiten, ihr Können zu perfektionieren und die Lehrer ein Feld, um sich zu engagieren.

