Von Till Mayer
LICHTENFELS - Als ein herzliches Dankeschön gab es „Standing Ovations“ für Gerhard Krug. Der beliebte Pädagoge wurde gestern feierlich als Schulleiter verabschiedet. Er geht nun in die Altersteilzeit. Im Foyer „seiner“ Berufsschule nahmen Kollegen, Partner und Freunde Abschied.
Die Redner reihten sich als Laudatoren aneinander. Vor großem Publikum: Krugs Nachfolger, Hans-Jürgen Lichy, begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Behörden, Wirtschaft und Bildungswesen.
Regierungsschuldirektor Jürgen Keil berichtete von einem Schulleiter, mit Humor und Herz. Keil ging auf die zahlreichen Erfolge ein, die Krug in seinen offiziell knapp zehn Jahren als Schulleiter verzeichnen konnte. So die Ansiedlung von neuen, zukunftsweisenden Ausbildungsberufen wie Fachinformatiker, Technische Produktdesigner und der Fachkraft für Lagerlogistik. Aufgehoben ist mittlerweile die Befristung für die Berufsfachschule für technische Assistenten für Informatik.
Als gelungen bezeichnete Keil auch die „Umgestaltung und Umbenennung“ der Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung. „Weg vom Begriff der Korbmacherei und Verstärkung des Designaspekts“ sei hier die erfolgreiche Devise gewesen.
„Es ist ihrer Amtszeit gelungen, insbesondere an der Berufsschule, eine ausgeprägte Schwerpunktbildung in den Bereichen IT, Konstruktion und Lagerwirtschaft zu erreichen“, betonte Keil. Dabei wies er auf die Modernisierung des Schulgebäudes hin.
Schmerzhaft sei sicherlich die Aufgabe von Berufsfeldern gewesen, die nicht mehr über ausreichende Schülerzahlen verfügten - wie die Elektro-, Holz- oder Kfz-Technik.
Ein Lob gab es auch für den menschlichen Führungsstil des scheidenden Schulleiters, der zu einem sehr guten Arbeitsklima geführt habe. Das Lehrerkollegium zeige besonderes Engagement, so der Regierungsschuldirektor und erinnerte an die gelungene Ausgestaltung des Innenhofs oder des Bistros. So übergebe Krug eine Schule, deren Weichen für die Zukunft gut gestellt sind.
Eine Einschätzung die Landrat Reinhard Leutner gerne teilte. Der Landrat hob das Engagement des scheidenden Schulleiters hervor: „Gerhard Krug ist ein Mann, der jahrzehntelang seinen Beruf geliebt hat. Der von seinen Schülern respektiert wird.“ Der Einsatz, den Krug gezeigt habe, sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Augenzwinkernd erinnerte Leutner an die „Berufsschulbrauerei“ in der so manch süffiger Tropfen gebraut wurde.
Bernhard Brütting konnte dem Lob seiner Vorredner beipflichten. „Aus Sicht der meisten Kolleginnen und Kollegen waren sie, Herr Krug, recht milde und fair zu ihren Schäfchen“, erklärte der Personalratsvorsitzende mit launigen Worten. Er dankte seinem scheidenden Vorsitzenden dafür, dass dessen Türe für Schüler und Lehrer stets offen stand: „Sie wollten immer den direkten Draht zu den Menschen ihrer Umgebung haben.“ Das Fazit des Personalratsvorsitzenden fiel dann auch klar aus: „Als Kapitän der Traumschiff-Berufsschule Lichtenfels versteckte sich hinter ihrer rauen Schale ein weicher Kern. Alles in allem sind wir mit Ihnen als Kapitän wirklich sehr gut gefahren.“
Gerhard Krug zitierte zu seinem Abschied Hugo von Hofmannsthal: „Wer die Kunst des Abschieds kann, kann alles.“ „Kann ich ihn - den Abschied?“, fragte sich Krug. Mit einem gewissen Bangen, mit einer gewissen Vorfreude blicke er in die Zukunft.
Er erinnerte an den Februar 2000, als er nach dem Tod seines „geschätzten Vorgängers“ Theo Rottammer die Schulleitung übernahm. „In dieser Zeit habe ich viel Unterstützung und Zuspruch aus dem Kollegium erfahren, um gemeinsam bis heute den vor uns liegenden Weg zu gehen.“ Krug nutzte seine Rede, um Dank zu sagen: an Landrat Reinhard Leutner und den Landkreis Lichtenfels, an die Regierung von Oberfranken, an seinen Nachfolger Hans-Jürgen Lichy, an IHK und HWK, an den Förderverein, die Stadt Lichtenfels sowie ganz besonders an seine Schulmannschaft und seine Frau Mildred.
Der angehende Ruheständler erinnerte aber auch an die Herausforderungen, die auf die Schule zukommen.
Er nannte die ungünstige Demographieentwicklung und die sich verstärkende Wettbewerbssituation unter den Schulen. Für die Meisterung all der vielen Aufgaben wünschte er seinem Nachfolger und dem Kollegium viel Erfolg.
Für seine Rede erhielt Gerhard Krug minutenlangen Beifall, bevor die geladenen Gäste zu einem kleinen festlichen Imbiss eingeladen wurden. Für einen gelungenen musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte die Band der Schule.

