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28.07.2010 | 20:15 Uhr | Autor: Von Gerhard Herrmann

Finanzierungshilfe für Lehrschwimmbecken

Gründung eines Fördervereins / Suche nach Sponsoren zur Deckung der Betriebskosten

Von Gerhard Herrmann

ALTENKUNSTADT/BURGKUNSTADT/WEISMAIN - Impulse für den Bau eines neuen Lehrschwimmbeckens soll die Gründung eines Fördervereins geben. Ziel ist es Spender zu gewinnen, um das Defizit beim Betrieb eines Schulbades auszugleichen und den Kommunen somit die Entscheidung für das Projekt auch in Zeiten leerer öffentlicher Kassen zu erleichtern.

„Ich hoffe, dass viele Mitglieder uns unterstützen, um damit zu zeigen, dass sie für ein neues Lehrschwimmbecken eintreten“, sagte der neugewählte Vorsitzende Michael Dreiseitel bei der Gründungsversammlung des „Vereins der Freunde und Förderer des Lehrschwimmbeckens am Obermain“ am Dienstagabend im „Fränkischen Hof“ in Baiersdorf. „Wenn der Bürger das Bad wirklich will, dann hat er auch 20 Euro übrig, um den Schwimmunterricht zu sichern.“

So wurde der Mitgliedsbeitrag für Einzelpersonen auf 20 Euro und für Firmen, Vereine oder Organisationen auf 50 Euro festgelegt, wobei auch auf höhere Förderbeiträge gehofft wird. Angesichts von rund 17?000 Einwohnern in Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain hält er eine Mitgliederzahl von 3000 für erreichbar.

Als Moderator leitete der Notar Michael Müller-von Münchow die Gründungsversammlung ein und stellte die von ihm erarbeitete Satzung vor. „Es geht um die Lebensqualität am Obermain“, sagte er. Gerade angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und schwindender Zukunftsaussichten für die Jugend könnte ein Lehrschwimmbecken einen Pluspunkt für den östlichen Landkreis bieten. Da die Kommunen andererseits unter leeren Kassen litten, wolle der Förderverein sie bei der Finanzierung unterstützen.

Der Vereinszweck ist laut Satzung „die Förderung von Bildung und Erziehung, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Sports“. Dies solle durch ideelle und wirtschaftliche Unterstützung aller Aktivitäten zur „Planung, Errichtung und dem Betrieb eines Lehrschwimmbeckens (Schul- und Vereinsbad) im Raum Altenkunstadt/Burgkunstadt/Weismain“ erfolgen. Weitere Ziele sind die Sicherung und der Ausbau des Schul- und Vereinsschwimmens einschließlich des Schwimmsports und der Wasserrettung in der Region sowie die Ermöglichung von Schwimmunterricht und therapeutischen Anwendungen im Wasser zur Gesundheitsprävention bzw. zur Rehabilitation.

Die Notwendigkeit eines Lehrschwimmbeckens für den Unterricht als auch für die Aufrechterhaltung des Katastrophenschutzes unterstrich DLRG-Vorsitzender Werner Schneider. Liege die Zahl der Zehnjährigen, die schwimmen können, dank des Schwimmunterrichts bisher bei 90 Prozent, so werde sie ohne ein Schulbad vor Ort innerhalb von drei Jahren voraussichtlich auf unter 60 Prozent sinken, warnte er. Ein Schwimmkurs, etwa in Michelau, vermittele zwar die Grundbegriffe, doch um sicher schwimmen zu lernen, müssten die Kinder auch anschließend noch regelmäßig üben.

Nach langen Verhandlungen mit den Kommunalpolitikern werde inzwischen bei der Regierung von Oberfranken für die schulaufsichtliche Genehmigung der Bedarf an Schwimmklassen ermittelt. Davon hänge es ab, ob ein Lehrschwimmbecken mit einer Einheit (16,6 Meter) oder mit zwei Einheiten (25 Meter) gebaut werden könne.

Ehrenamtlicher Betrieb

Während die Baukosten offenbar nicht das Hauptproblem darstellten, bereiteten den Politikern die Folgekosten Sorge, erklärte Schneider. Allerdings habe die DLRG mit ihrem fünfjährigen Betrieb des bisherigen Bads bewiesen, dass sich ein Lehrschwimmbecken auf ehrenamtlicher Basis kostendeckend (70 000 bis 80 000 Euro Betriebskosten im Jahr) betreiben lasse. Auch künftig seien die Wasserretter bereit, ein Schulbad zu betreiben. Schneider verwies auf zahlreiche Zusagen heimischer Firmen und einer Stiftung der DLRG gegenüber sich an der Deckung des Defizits zu beteiligen.

Der neue Vorstand wurde einstimmig gewählt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Michael Dreiseitel bestimmt, zu seinem Stellvertreter Bernd Detsch. Schatzmeister ist Werner Schneider, Schriftführer Gerhard Herrmann, Kassenprüfer Irmgard Nehmzow und Hans Steuer.


Der Vorstand des Fördervereins (v. li.): 1. Vorsitzender Michael Dreiseitel, Schatzmeister Werner Schneider, 2. Vorsitzender Bernd Detsch sowie die Kassenprüfer Irmgard Nehmzow und Hans Steuer. Foto: mul


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