Von Markus Drossel
LICHTENFELS - Ob Soldatenkameradschaft, Gesangverein, Theatergruppe, Turnsport oder Gartenfreunde: Johann Barnickel, Albin Dümlein, Wilfried Fischer, Edith Stark und Erwin Stark sind seit Jahrzehnten in ihren Heimatorten um Kultur, Geselligkeit und Vereinsleben bemüht. Dafür wurden sie gestern mit dem „Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern“ bedacht.
Im Rahmen einer Feierstunde im großen Sitzungssaal des Landratsamts erläuterte Landrat Reinhard Leutner, dass beständiges ehrenamtliches Engagement vor Ort die Hauptvoraussetzung für diese Auszeichnung mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten sei. „Ich freue mich, heute fünf Persönlichkeiten aus unserem Landkreis mit diesem Ehrenzeichen auszeichnen zu dürfen“, stellte der „Landkreis-Chef“ heraus. „Es ist ein sichtbares äußeres Zeichen des öffentlichen Dankes für hervorragende Leistungen von Bürgern, die sich uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit stellen.“ Das Ehrenzeichen solle, so Leutner, die besondere Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit im örtlichen Bereich für eine lebendige und soziale Gesellschaft würdigen sowie das Bewusstsein für Gemeinsinn und Solidarität stärken und fördern.
„Sie alle bekleiden seit vielen Jahren verantwortungsvoll und über das übliche Maß hinaus mit großem Engagement und persönlichem Einsatz eine große Anzahl von Ehrenämtern“,richtete Landrat Leutner an die Geehrten. Die Leistungen, die diese Persönlichkeiten in Vereinen und Organisationen absolvierten, seien gerade in der heutigen Zeit nicht hoch genug anzurechnen. Vielen erscheine der Dienst am Nächsten nicht mehr lohnens- und erstrebenswert.
Blick in die Zukunft gerichtet
Johann BarnickelDer 70-jährige aus dem Lichtenfelser Stadtteil Oberwallenstadt prägte in 29 Jahren als Vorsitzender der Soldatenkameradschaft Oberwallenstadt das Leben im Verein maßgeblich. Um die Soldatenkameradschaft attraktiv für die Zukunft zu machen, rief er 1980 zusammen mit anderen Engagierten eine Schießgruppe ins Leben. „Bis heute profitiert die Soldatenkameradschaft Oberwallenstadt von dieser klugen Idee und der damit verbundenen Verjüngung der Mitglieder“, sagte Landrat Leutner bei der Ehrung. Auch Frauen traten dank Barnickels Initiative bei. „Die Kameradschaft untereinander und die Tatsache, dass der Verein in Oberwallenstadt längst zu einem Kulturträger geworden ist, ist nicht zuletzt Ihnen zu verdanken. Durch ihre umsichtige Führung konnte sich die Soldatenkameradschaft als wichtiger Kulturträger für den Lichtenfelser Stadtteil etablieren.“
Ein Mann der Kirche
Albin DümleinDer zweite Geehrte, aus Schwürbitz, engagiert sich seit vielen Jahren im Michelauer Gemeindeteil in gut ein Dutzend unterschiedlicher Vereinen. Landrat Reinhard Leutner hob vor allem sein Wirken im Männergesangverein „Cäcilia 1856“, in der Blaskapelle Schwürbitz oder im Gesangverein „Liedertafel“ hervor. Darüber hinaus war der heute 73-Jährige 41 Jahre lang, von 1958 bis 1999, Mesner der Herz-Jesu-Kirche in Schwürbitz. Große Wertschätzung verdiente er sich aber vor allem durch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, dem er von Mai 1960 bis 2009 vorstand.
Wilfried FischerUnter Dümleins Regie schaffte Schwürbitz beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ einen ersten sowie einen zweiten Platz. „Ihre Verdienste rund um das Vereinsleben in ihrem Heimatort Schwürbitz sind herausragend und vorbildlich“, betonte der „Landkreis-Chef“. „In nahezu jedem Verein arbeiteten sie gerne und mit großer Tatkraft mit. So trugen sie entscheidend zur Entwicklung ihres Dorfes bei.“ Der 68-jährige ist seinerseits aufgrund seiner umfangreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Vereinen und Organisationen in Michelau angesehen und bekannt. 18 Jahre wirkte er beispielsweise als Mitglied des Kirchenvorstands der Evangelischen Kirchengemeinde an der Entwicklung des kirchlichen Lebens entscheidend mit.
„Als Urgestein des Michelauer Theaterherbsts, so bezeichnete Sie eine heimische Tageszeitung, tragen Sie seit vielen Jahren zur Bereicherung des kulturellen Lebens bei“, lobte Leutner. 37 Jahre ist Fischer in der Führung des Vereins für Gartenbau und Landespflege Michelau tätig, davon die vergangenen 17 Jahre als 1. Vorsitzender. „Herr Fischer, ihre Arbeit ist für viele beispielhaft“, brachte es Landrat Reinhard Leutner auf einen Nenner.
Den Turnsport geprägt
Im Rahmen der Feierstunde wurde auch ein überaus engagiertes Ehepaar aus Michelau geehrt. „Dass ein Ehepaar geehrt wird, das habe ich in meinen 17 Jahren als Landrat bisher noch nie erlebt“, staunte Leutner. Anerkennend fügte er an: „Wenn es in der Region Lichtenfels um das Thema Turnen geht, fällt in diesem Zusammenhang eben stets der Name Stark.“. Zusammen mit ihrem Ehemann Edwin engagiere sich die 69-jährige seit Jahrzehnten im Bereich des Turnsports nicht nur in verschiedenen Vereinen, sondern darüber hinaus im gesamten Turngau. war 17 Jahre Turnwartin beim TV Michelau, dann acht Jahre beim TV Oberwallenstadt und ist es seit 1995 bis heute beim FT Schney. Der „Landkreis-Chef“ lobte die unzähligen ehrenamtlichen Stunden, die sie dafür investiert habe. Von 1980 bis 2009 war Edith Stark zudem Fachwartin im Turngau Südoberfranken für Geräteturnen. 2002 wurde sie vom bayerischen Turnerbund mit der Übungsnadel in Gold und vom Bayerischen Landessportverband mit „Gold mit großem Kranz“ ausgezeichnet.
Unermüdlich
Edwin Starksteht seiner Frau in nichts nach. 24 Jahre war er ab 1963 Turnwart beim TV Michelau und ab 1987 acht weitere Jahre Leiter der Abteilung Turnen beim TV Oberwallenstadt. Seit 1995 ist er Turnwart bei der FT Schney. 35 Jahre lang, von 1966 bis 2001, hatte Stark außerdem den Posten des „Fachwarts Geräteturnen männlich“ im Turngau inne. 2001 übernahm er den Posten des stellvertretenden Gauvorsitzenden sowie des Referenten für Breitensport. „Ihre unermüdliche und herausragende Arbeit über Jahrzehnte hinweg verdient höchste Anerkennung“, fasste Leutner das selbstlose Wirken der Eheleute zusammen.

