BUCKENDORF - Einer der dienstältesten Feuerwehr-Vorsitzenden des Weismainer Stadtgebietes nahm am Samstag Abschied von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit: Josef Weberpals, seit 1968 an der Spitze des Vereins, erklärte während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr seinen Rücktritt, um das Amt in jüngere Hände zu legen. Seine Nachfolge tritt Heiko Müller an, während der restliche Vorstand unverändert bleibt.
Während eines Rückblicks auf seine Amtszeit rief der scheidende Vorsitzende den Anwesenden im Schulungsraum die bedeutendsten Ereignisse in den vergangenen 42 Jahren in Erinnerung. Er erwähnte dabei größere Brände in den Nachbarorten Fesselsdorf, Modschiedel und Weiden, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses, dem später ein Anbau folgen sollte, und sonstige Höhepunkte im Dorfleben.
Mit einem Präsent bedankten sich Vorstand und Kommandanten bei Weberpals für die vielen Jahrzehnte, in denen er die Geschicke der Wehr leitete. „Vieles ist auf deine Initiative hin entstanden. Auch wenn es teilweise im Vorfeld Kritik gab, hast du dich immer durchgebissen“, lobte Kommandant Matthias Herold den langjährigen Vorsitzenden und spach die Hoffnung aus, dass Weberpals der Wehr auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen werde.
Den Dankesworten schloss sich auch Bürgermeister Udo Dauer an. Bereits im Jahr 2004 wurde Josef Weberpals für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten und sein Engagement in der Politik - insgesamt vertrat er fast 50 Jahre lang als Ortssprecher und Stadtrat die Belange Buckendorfs - mit der Goldenen Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet. Zu Beginn der Versammlung hatte der Bürgermeister die Feuerwehrkameraden willkommen geheißen und darauf hingewiesen, dass die Stadt Weismain auch in Zukunft hinter ihren Feuerwehren stehe.
Breiten Raum nahm der Bericht der 1. Kommandanten Matthias Herold ein, weil sich sein Rückblick aufgrund der entfallenen Versammlung im Vorjahr gleich auf drei Jahre erstreckte. Detailliert listete Herold die Einsätze, Übungstätigkeiten, Teilnahme an Großübungen und Leistungsprüfungen seit 2007 auf. Vor allem im vergangenen Jahr habe die Beteiligung an den Übungen zu wünschen übrig gelassen, weshalb er zu mehr Gewissenhaftigkeit mahnte. Nur durch einen regelmäßigen Übungsbesuch sei gewährleistet, dass die Feuerwehrleute sich im Ernstfall aufeinander verlassen können, darüber hinaus werde die Kameradschaft gefördert.
Als Höhepunkt der jüngeren Vergangenheit hob Herold die 125-Jahr-Feier der Wehr hervor, die 2008 begangen wurde und bedankte sich bei Schirmherr Udo Dauer sowie den Führungskräften aus Weismain und den vielen Helfern für ihr Engagement. Außerdem gab der Kommandant den aktiven Mitgliedern Hinweise über das Verhalten bei einem Notfall in einer Biogasanlage und informierte darüber, dass die Buckendorfer Wehr bei einem Katastrophenfall auf der Autobahn A 70 für den Bereich zwischen den Ausfahrten Stadelhofen und Schirradorf in Fahrtrichtung Bayreuth zuständig ist. Treffpunkt sei, etwa bei Schneechaos, die Gaststätte Göhring in Fesselsdorf-Kaltenhausen, wo die Einweisung erfolge. Den Mitgliederstand bezifferte er auf 29 aktive Kameraden und zehn passive Mitglieder. Kassier Hubertus Hellgeth gab einen Überblick über die Finanzen der Wehr.
Ohne Schwierigkeiten gingen die Neuwahlen vonstatten: Ein Nachfolger für Josef Weberpals war schnell gefunden. Obwohl er erst seit 2007 Mitglied der Buckendorfer Wehr ist, erklärte sich Heiko Müller, der zuvor bereits für seine Internetseite (www.buckendorf.de) gelobt wurde, bereit, das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen und wurde einstimmig gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden 2. Vorsitzender Rudolf Schmitt, Schriftführer Bernhard Eberlein und Kassier Hubertus Hellgeth. Wiedergewählt wurden auch Kommandant Matthias Herold und sein Stellvertreter Erik Schonath.
Kreisbrandinspektor Gert Bauer informierte ausführlich über die Integrierte Leitstelle, die voraussichtlich im Juli in Betrieb gehen wird. Kreisbrandmeister Matthias Müller machte sich für die Anschaffung von Rauchmeldern in Privatwohnungen stark. Immer noch gebe es 600 Todesfälle pro Jahr, die durch einen solchen „kleinen Lebensretter“ wohl vermeidbar gewesen wären. Auch er appellierte an die aktiven Mitglieder, die Übungstermine wahrzunehmen, schließlich lebe die Wehr vom funktionierenden Zusammenspiel zwischen dem Kommandanten und der Truppe. Für den harmonischen Versammlungsverlauf zollte Müller den Buckendorfern Respekt. Hier habe sich gezeigt, dass eine intakte Wehr keine Probleme habe, neues Führungspersonal zu finden. -lut-

