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10.03.2010 | 19:00 Uhr | Autor: Von Gerhard Herrmann

Wie hoch springt ein Ball?

Gymnasium mit fünf Preisen erfolgreich beim Regionalwettbewerb ,,Jugend forscht“ / 19 kreative Beiträge

Von Gerhard Herrmann

BURGKUNSTADT - Im Sportunterricht kamen Lukas Krappmann und Philipp Hofmann vom Gymnasium Burgkunstadt auf die Idee, zu ergründen, wie hoch Bälle auf unterschiedlichen Untergründen springen. Mit fast schon wissenschaftlicher Akribie, viel Geduld und guten Ideen ließen die beiden Zwölfjährigen die Bälle aus unterschiedlicher Höhe fallen, zeichneten die Ergebnisse per Video auf, werteten sie im Computer aus und präsentierten sie in Diagrammen. Das Ergebnis überzeugte die Jury beim Regionalwettbewerb ,,Jugend forscht“: Wie berichtet wurden die beiden Jungforscher Regionalsieger im Fachbereich Physik.

Sehr aufgeregt seien sie gewesen, als sie der Jury in Bayreuth ihre Experimente erklären sollten, berichten die beiden. Und stolz auf ihre Ergebnisse. Etwa, dass ein Tatzball am besten auf Teppichboden springt, am schlechtesten jedoch auf Gras. Schon jetzt steht für die beiden fest, dass sie nächstes Jahr wieder beim Wettbewerb mitforschen werden.

Mit ihrem Forschergeist sind die beiden am Gymnasium Burgkunstadt keine Ausnahme. Die rekordverdächtige Zahl von 24 Teilnehmern hatte sich mit 19 Beiträgen (nach sechs im Vorjahr) heuer zum Regionalwettbewerb angemeldet. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einem Regionalsieg, einem zweiten Platz, zwei dritten Plätzen im Bereich Schüler experimentieren und einem Volumenpreis für die meisten Einreichungen ist das Gymnasium die Schule, die am zweitbesten abgeschnitten hat, wie Rektor Werner Fischer betont. Eine schöne Bestätigung sei es auch, dass die meisten Beiträge der Jungforscher aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich kommen, in dem die Schule ihren Schwerpunkt setzt.

,,Schüler sind die Anschieber“

Stolz sind auch die betreuenden Lehrer Andreas Schmitt und Christina Schott sowie der Schüler Dominic Sievert, der nach seinem Regionalsieg im vergangenen Jahr nun die jüngeren Schüler unterstützt, auf ihre Forscher. ,,Es ist schön, dass die Schüler und nicht die Lehrer die Anschieber sind“, erklärt Schmitt. So lege er ihnen lediglich ans Herz, unter dem Motto ,,Dabei sein ist alles“ mit offenen Augen ihre Umgebung zu betrachten und gebe ihnen mit einer Vorstellung der Vorjahresbeiträge einige Denkanstöße.

Erfreulich auch, dass sich heuer viele jüngere Schüler beteiligt haben. Außerdem sind etliche der jungen Forscher ,,Wiederholungstäter“. So haben sich Elias Popp, Johannes Wickels und Christian Pitteroff, die bereits im vergangenen Jahr mit ihren Untersuchungen zur Dehnbarkeit von Kaugummi erfolgreich waren, heuer mit der Frage wie sich Zucker auf dessen Dehnbarkeit auswirkt beschäftigt. Für ihre Experimente, darunter sogar ein eigenes Rezept für Kaugummi, wurden sie mit einem zweiten Platz im Fachbereich Physik belohnt.

,,Welche Kleidung hält am besten warm? fragten sich Frank Wittmann und Fabian Fuchs. Ihre Untersuchungen mit der Wärmebildkamera wurden mit einem dritten Preis im Bereich Arbeitswelt belohnt. Ebenfalls einen dritten Preis errang Maximilian Dietz mit Untersuchungen zur ,,Funktionsweise und Auswirkungen von künstlichem Niederschlag“ (Fachbereich Geo- und Raumwissenschaften). So beobachtete er nicht nur die Auswirkungen von verschiedenen Chemikalien auf Wasserdampf und künstlichen Nebel zur Beregnung, sondern auch auf Primeln.

Blut- und Schmauchspuren

Kreative Ansätze bewiesen auch die Schüler, die keine Preise erhielten. Heilerde als ältestes Arzneimittel der Welt hat beispielsweise Linda Seelmann (19) aus Redwitz genauer unter die Lupe genommen. Was macht Erde zur Heilerde, aus welchen Inhaltsstoffen besteht sie und wie wirkt sie? Als Kriminologe betätigte sich Johannes Schnapp (19) aus Altenkunstadt, der nachforschte, welche chemischen Verbindungen notwendig sind, um Fingerabdrücke, okkulte Blutspuren oder Schmauchspuren sichtbar zu machen. Der Kollegiat fand dabei heraus, dass sich latente Spuren mit handelsüblichem Sekundenkleber nachweisen lassen. Patrick Gänslein und Tim Russwurm, beide 17 Jahre alt und aus Michelau, untersuchten den Einfluss verschiedener Emissionen auf die Bodenqualität und überprüften dabei die Speicherfähigkeit verschiedener Bodenproben aus dem Landkreis Lichtenfels.


Stolz auf ihren Erfolg beim Wettbewerb Jugend forscht sind die 24 Teilnehmer des Gymnasiums Burgkunstadt sowie Rektor Werner Fischer, die betreuenden Lehrer Christian Scholl und Andreas Schmitt sowie Betreuer Dominic Sievert. Foto: mul


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