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07.03.2010 | 22:00 Uhr

Nischensport mit lautstarkem Anhang

Deutsche Faustball-Meisterschaft lockt zweimal 700 Fans in die Adam-Riese-Halle

BAD STAFFELSTEIN - Zwei Mal in Folge ausverkauft: Zur Deutschen Hallen-Faustball-Meisterschaft in der Adam-Riese-Halle kamen am Samstag wie auch am Sonntag jeweils knapp 700 Zuschauer. Während auf dem Spielfeld die besten zwölf Faustballmannschaften Deutschlands ihr Bestes gaben, konkurrierte auf den Rängen der lautstarke Anhang.

Jede Menge Organisation zum 150. Geburtstag: Im Jubiläumsjahr richtete der TSV Staffelstein am vergangenen Wochenende in der Adam-Riese-Halle ein Highlight für Fans einer Sportart abseits des Rampenlichts aus: Die Deutsche Hallen-Faustball-Meisterschaft.

An zwei Tagen standen sich die jeweils sechs besten Teams aus Süd- und Norddeutschland gegenüber. Am Ende siegte das Team mit den lautesten Schlachtenbummlern - der TV Stammheim setzte sich im Finale gegen den Ahlhorner SV mit 0:3 durch.

Zweifellos ist Faustball in Deutschland eine Nischensportart. „Der Nachteil ist, dass wir in der Öffentlichkeit natürlich wesentlich weniger Aufmerksamkeit bekommen“, so Bernd Donath, Chef des Organisationskomitees und Hallensprecher während des Turniers. Andererseits sei es durch die geringe Konkurrenz auch kleinen Vereinen möglich, weit herumzukommen und sogar um Meisterschaften zu spielen.

Und: Trotz der geringen Präsenz der Sportart in der Öffentlichkeit, lockte die Deutsche Meisterschaft an beiden Spieltagen 700 Fans in die Adam-Riese-Halle. Mehr Platz wäre laut Donath auch nicht gewesen.

Die Schlachtenbummler hatten nicht nur Feierstimmung im Gepäck, die sie am Freitagabend bei der großen Fanparty in der Peter-J.-Moll-Halle unter Beweis stellten, sondern auch Rasseln, Tröten, Flaggen und Maskottchen. Auf den Rängen wurde während der Spiele also alles gegeben, um das Team aus der Heimatstadt so laut wie möglich zu unterstützen. Sieger nach Dezibel: Der Anhang des Deutschen Meisters TV Stammheim. Die „Südmafia“ war besonders zahlreich erschienen und peitschte das Stammheimer Team leidenschaftlich nach vorne.

Überraschung im Halbfinale

Für eine kleine Überraschung sorgten die Halbfinals. Die Kommentare der Fans auf der Tribüne unterschieden sich derweil nicht von denen der „großen“ Sportarten: Mit den Schiedsrichtern wird beim Faustball genauso gehadert wie in jedem Fußballstadion.

Zwischen Spiel um Platz drei und Finale kam für die Deutschen Jungnationalspieler der große Moment ihres Wochenendes: Aus den Händen des Präsidenten der Deutschen Faustball-Liga, Ulrich Meiners, empfingen die jungen Männer eine Uhr als besondere Ehrung. Meiners hatte die Deutsche Meisterschaft in Staffelstein im Vorfeld eine Möglichkeit genannt, den Faustballsport national noch intensiver zu verbreiten.

Zumindest die Staffelsteiner Gäste dürften den höchstklassigen deutschen Faustball in guter Erinnerungen behalten. Die Teams lieferten sich, trotz der deutlichen Ergebnisse in den beiden Finals, packende wie spektakuläre Matches. Faustball ist ein höchst athletisches, schnelles und dynamisches Spiel, das aufgrund des größeren Feldes wesentlich mehr Laufarbeit erfordert als der „große Bruder“ Volleyball.

Und auch rund um das Parkett der Adam-Riese-Halle wurde einiges geboten. Fanartikel zur deutschen Meisterschaft konnten sich die Anhänger vor Ort drucken lassen. Direkt vor den Spielen sowie im Rahmen der Siegerehrung erfreute die Zapfendorfer Mädchengarde vor allem die männlichen Fans.


Für Stimmung sorgten die Cheerleaders zwischen den Spielen mit aufsehenerregenden Vorführungen.


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