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01.03.2010 | 19:00 Uhr | Autor: Von Wibke Gick

Mit Xynthia kam der Ballon

Lewis' Luftballonpost flog über 1000 Kilometer weit übers Meer bis an den Obermain

Von Wibke Gick

SCHWABTHAL/BLEDLOW - Kinder lieben Luftballons - überall auf der Welt. Vor allem bei Geburtstagspartys ist es der Hit, wenn bunte Ballons in den Himmel steigen. Wenn so ein „Flugobjekt“ mit Helium gefüllt ist und die Bedingungen gut sind, dann kann es recht weit fliegen - manchmal sogar in ein anderes Land. So erging es nun auch dem neunjährigen Lewis Bushell aus Südengland. Sturmtief „Xynthia“ hatte seine Ballongrüße bis an den Obermain gepustet.

Genauer gesagt in ein Waldstück zwischen Frauendorf und Schwabthal. Nur durch Zufall wurde der kleine Ballon dort gefunden. „Ich wollte gerade Holz machen, da sah ich etwas Weißes aus der Hecke herausspitzen“, berichtet Hans Hetzel. Sofort nahm er den Gegenstand genauer unter die Lupe und entdeckte prompt die englische Botschaft: „I am Lewis Bushell. I live in Bledow. If you find this Balloon ring me on: ....“

Gesagt getan: Zu Hause angekommen berichtete Hans Hetzel sofort seiner Nichte Carolin davon, die derzeit Englisch und Latein für Lehramt studiert und kurz vor ihrem ersten Staatsexamen steht. „Da auf dem Luftballon Werbung für ein New Yorker Café abgedruckt war und die Telefonnummer mit 01 begann, dachte ich zuerst: der Ballon kommt vielleicht aus Amerika“, so die 26-Jährige.

Eine Recherche im Internet machte dann aber deutlich: der „Balloon“ stammt aus Bledlow - einer Grafschaft im über 1077 Kilometer entfernten Südosten Englands. „Kurzentschlossen hab ich dann zum Telefonhörer gegriffen und bei der Familie in Großbritannien angerufen“, so Carolin Hetzel. „Und eine ziemlich perplexe Mutter am Apparat gehabt.“ Diese erzählte ihr dann, dass der Luftballon während eines Kindergeburtstages auf die Reise geschickt wurde. Nur einen Tag später erreichte er den Landkreis Lichtenfels.

Auch der neunjährige Lewis traute sich ans Telefon und freute sich riesig, dass sein Ballon im entfernten Bayern angekommen war. „Lewis wollte die gute Nachricht natürlich sofort an seine Freunde weitergeben“, sagt die Studentin aus Kaider. Auch, wenn es bei dem Kindergeburtstag kein Preisausschreiben gab, den internen Wettbewerb hat der Neunjährige Lewis sicherlich gewonnen.

Über 200 Stundenkilometer

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern raste Sturmtief „Xynthia“ am vergangenen Wochenende über Europa hinweg. So lässt es sich wohl auch erklären, wie es der kleine Ballon über die raue See bis an den Obermain geschafft hat.


Freudige Grüße vom Obermain: Carolin Hetzel rief in Südengland an und berichtete dem kleinen Lewis vom Luftballon-Fund. Foto: het


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