LICHTENFELS - Mit einem einstündigen Konzert beeindruckte der 50-köpfige Gospelchor „Good news“ mit seinen religiös geprägten Liedern voll Hoffnung und Zuversicht die vielen Zuhörer in der Kirche der Pfarrei „Heilige Familie“.
Pfarrer George Thottankara, der sich über den zahlreichen Besuch des Benefizkonzerts in seiner Kirche freute, ging kurz auf die Ursprünge der Gospelmusik ein. Diese Musikrichtung entwickelte sich im 19. Jahrhundert aus den Negrospirituals der armen, versklavten schwarzen Bevölkerung der amerikanischen Südstaaten, die ihre Not, ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihre Hoffnung in Form eines musikalischen Gebetes zum Ausdruck brachte. Diese inhaltsschweren Lieder seien wie geschaffen für ein Benefizkonzert. „Helfen wir den Erdbebenopfern, zeigen wir uns solidarisch mit unseren Brüdern und Schwestern auf Haiti“, lautete der Aufruf des Pfarrers.
Der seit gut einem Jahr bestehende Gospelchor „Good news“ der Liedertafel Staffelstein begann unter der Leitung des stellvertretenden Bundeschorleiters Wolfram Brüggemann sehr schwungvoll mit dem einst von den „Les Humphries Singers“ bekannt gemachten Gospelklassiker „Rock my Soul“, der gleichsam zum Synonym für diese Musikrichtung, zur Hymne der Gospelmusik wurde. Wie bei vielen Gospelsongs lag auch bei diesem Lied mit dem Bezug auf Abraham, den Stammvater der Christen und Moslems und Symbolfigur eines neuen Menschengeschlechts, ein biblischer Text aus dem Alten Testament zugrunde.
Bereits mit diesem ersten innig und schwungvoll vorgetragenen Lied gelang es dem Chor, permanent die Körpersprache nutzend und jeden Ton in Bewegung umsetzend, dass der Funke auf die Zuhörer übersprang. Mit dem Lied „Good news“, nach dem sich die Gruppe benannt hat, wurde die frohe Botschaft des Evangeliums (englisch gospel) offenbart, dass Jesus Christus als Gottes Sohn in die Welt gekommen, am Kreuz gestorben und wieder auferstanden ist, um die Menschen von ihren Sünden zu erlösen und ihnen das ewige Leben zu schenken.
Dem Ruf Gottes folgen
Dann folgten mehrere Spirituals in neueren Arrangements. In dem sehr verhalten gesungenen „Sinner you know“ wurde auf die Sündhaftigkeit der Menschen hingewiesen, während es in dem sehr rhythmisch dargebotenen „Somebody‘s knocking“ darum ging, dass die Menschen dem Ruf Gottes folgen sollten. Das nächste, sehr innig vorgetragene Lied „I‘ve got a feeling“ sprach das gleiche Thema an, dass man nämlich auf die führende Hand Gottes vertrauen kann, die den richtigen Weg weist. Mit „Deep river“ war der Jordan gemeint, dessen Überschreitung das Volk Israels aus der feindseligen Fremde in das gelobte Land führte.
Das große Gottvertrauen der einstigen Sklaven der amerikanischen Südstaaten drückte sich in dem sehr gefühlvoll und melodisch interpretierten Traditional „Burden down“ aus, in dem zum Ausdruck kommt, dass die Sorgen und Lasten des täglichen Lebens leichter zu ertragen sind, wenn man Gott an seiner Seite weiß. Mit dem sehr rhythmisch vorgetragenen Lied „This little light of mine“ wollte der Chor darauf aufmerksam machen, dass man nur gemeinsam die Welt zum Guten verändern kann.
Das Leben als Reise
Unter den Trommelschlägen des 12-jährigen Thomas Kirchner auf seiner Djembé entführte der Chor mit dem mitreißend gesungenen „Sana, Sananina“, einer Lobpreisung Gottes, die Zuhörer nach Südafrika. Das sehr poetische irische Segenslied „May the road“ konnte man als Metapher auf das Leben in Form einer Reisebeschreibung deuten.
Dr. Alfred ThieretZum Höhepunkt wurde das eingängige Traditional „He‘s got the whole world in his hands“, das 1958 der Kinderstar Laurie London zu einem Riesenerfolg führte und bei dem die Zuhörer begeistert mitklatschten. Mit lang anhaltendem Beifall bedankten sich die Besucher für die wundervolle Darbietung des Gospelchores.
