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08.02.2010 | 22:45 Uhr | Autor: Von Stefan Lommatzsch

Bei Hochwasser wird Alarm geschlagen

Im Notfall wird die Baustelle an der Lauter in drei Stunden geräumt / „Nepomuk“ im Bauhof zwischengelagert

Von Stefan Lommatzsch

BAD STAFFELSTEIN - Die Arbeiten am Trogbauwerk der Lauter im Stadtkern sind fast fertig. Im Notfall wäre die Baustelle zur Hochwasserfreilegung in drei Stunden geräumt. 20 Kubikmeter Wasser in der Sekunde könnten dann durch das neue, sechs Meter breite Beton-Bett der Lauter im Stadtgebiet strömen. „Schon zum jetzigen Zeitpunkt der Arbeiten ist die Situation der Anwohner im Fall eines Hochwassers damit sicherer, als zu Beginn der Baumaßnahmen“, fasst der technische Amtsrat Richard Lieb vom Wasserwirtschaftsamt in Kronach den Stand der Dinge zusammen.

Zudem gebe es einen Fernmesspegel in Stublang. „Wenn dort der Wasserstand ein kritisches Niveau erreichen sollte, tritt automatisch ein Notfallplan in Kraft“, beschreibt Lieb das Prozedere, falls es in nächster Zeit - zum Beispiel aufgrund starken Tauwetters - zu einem Hochwasserereignis kommen sollte.

Per SMS würden dann bei einem starken Anstieg des Pegels automatisch die Mitarbeiter der Baufirmen informiert. In spätestens eineinhalb Stunden müssen diese mit einem Bagger vor Ort sein und binnen drei Stunden nach dem Alarm dem Wasser den Weg im Bachbett freiräumen. Auch die Feuerwehren und der Stadtbauhof sind über dieses Vorgehen in Kenntnis gesetzt und würden im Fall der Fälle schnellstmöglich in das Geschehen eingebunden, bestätigte der Verwaltungsinspektor der Stadt, Wolfgang Hörath, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Problemstelle

Einzige Problemstelle bei einem drohendem drastischen Hochwasser sei nach wie vor das Areal in Nähe der Autobahnbrücke an der Horsdorfer Straße. Denn, dort liege der mögliche Maximaldurchfluss der Lauter bei ebenfalls 20 Kubikmetern Wasser in der Sekunde. Ein Mehr an Wasser würde sich also bereits in diesem Bereich stauen und dann „um die Stadt herumfließen“, beschreibt Lieb den schlimmsten anzunehmenden Fall.

Dieses Szenario könne aber erst mit dem Bau eines Rückhaltebeckens bei Stublang oder Loffeld endgültig abgewendet werden.

Aktuell stünden aber noch etliche Arbeiten im Stadtkern auf dem Programm. Derzeit erfolge der Lückenschluss zwischen der Goethe- und der Rotkreuzbrücke. Bis Mai sollen die Anlieger dort wieder freien Zugang zu ihren Grundstücken haben. Gerade würden noch größere Betonarbeiten am Trogbauwerk vorgenommen. „Am unteren Lauterdamm stehen die Arbeiten aufgrund der Temperaturen derzeit still. Die kleineren Betonarbeiten dort können nur bei höheren Temperaturen gemacht werden“, erläutert Lieb die Hintergründe des zeitlichen Ablaufs. In zwei Wochen rücke dann das Bohrgerät zum Baubeginn der Rotkreuzbrücke an. Diese soll bis September fertig sein.

Seit Freitag der vergangenen Woche hat auch die Hochwasserfreilegung im Bereich der Bamberger Straße am „Grünen Baum“ begonnen. Die Nepomuk-Statue wurde schon im Bauhof zwischengelagert.

Über einen neuen Standort „womöglich etwas näher an der Brücke“ werde erst bei Abschluss der Arbeiten entschieden, sagte Bauamtsleiter Jakob Aigner. Derzeit sind die Arbeiter dort mit den Vermessungsarbeiten beschäftigt, demnächst geht es mit der Einfassung des Bachbetts los.


Der Nepomuk hat seinen ehemaligen Standort bereits räumen müssen. Derzeit vermessen die Arbeiter den künftigen Lauf der Lauter Am oberen Lauterdamm. Fotos: lom


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