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07.02.2010 | 20:00 Uhr

Musikalische Solidarität mit den Erdbebenopfern

Eindrucksvolles Zeichen der Hilfsbereitschaft: Knapp 400 Besucher beim Benefizkonzert für Haiti / Für die „Helden des Wiederaufbaus“

BURGKUNSTADT - Bis weit nach Mitternacht dauerte das Benefizkonzert, das die Stadt Burgkunstadt zusammen mit dem Musiker Udo Langer zugunsten der Opfer des Erdbebens in Haiti auf die Beine gestellt hatte. Trotz starker Konkurrenz (im Fernsehen lief zeitgleich Fasnacht in Franken) fanden sich knapp 400 Besucher am Freitagabend in der Stadthalle ein. Fünf heimische Bands und zahlreiche fleißige Helfer und Sponsoren hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt, sodass der gesamte Erlös ohne Abzüge den Menschen in Haiti zugute kommt. Insgesamt kamen dabei rund 6500 Euro zusammen.

„Es war ein ganz normaler Tag, dann kam das Beben“, erklärte Pater Christoph Kreitmeir mit eindringlichen Worten. Schon vor dem Erdbeben galt Haiti als eines der ärmsten Länder des amerikanischen Kontinents. Mit dem Beben jedoch kam unvorstellbares Leid über die Menschen. Es hat allein über 700 000 Kinder zu Waisen gemacht. Elternlose Kinder in einer Größenordnung wie die Städte Erlangen, Fürth und Nürnberg zusammengenommen an Einwohner haben.

Den Franziskanerpater trifft man normalerweise in der Basilika Vierzehnheiligen oder bei einem seiner zahlreichen Vorträge an. Bei eben einem dieser Vorträge sprach Pater Christoph von der „Apokalypse in Haiti“, das hatte Udo Langer damals tief berührt. So kam es, dass Langer den Franziskanerpater als Moderator für dem Abend gewinnen konnte. Gewonnen hat er aber auch eine beeindruckende Reihe von namhaften Musikern und Bands aus der Region, die jeder für sich ein hochkarätiges Programm erarbeitet hatten.

„Eine neue Hoffnung“

Den Anfang machte die Gruppe „Raumzutritt“. Denn wenn es anderen Menschen schlecht geht, dann wollen auch Andi Herold, Marcus Schießl und Marco Hofmann nicht abseits stehen. Drei versierte Musiker, die zusammen das Trio „Raumzutritt“ bilden. „Angesichts des unvorstellbaren Elends, wird es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein“, sagt Marcus Schießl. „Aber 1000 Tropfen zusammen bewirken auch etwas“. Musikalisch stehen die Jungs für „gehaltvollen Rock, der besonders das jüngere Publikum ansprach.

„Benson & Schaller“, das ist der Küpser Gitarrist und Vollblutmusiker Thomas Kalb (bekannt unter den Namen Benson) und Thomas Schaller aus Marktzeuln. Zwei Seelenverwandte deren Werke oft aus einem Gefühl, einer Intuition heraus entstehen. Zwei Ausnahmekönner auf der Akustikgitarre, die vor allem durch ihren kreativen Stil und ihre Improvisationskunst bekannt geworden sind. Fast schon so etwas wie Ehrensache, dass „Benson & Schaller“ für das Benefizkonzert auch etwas Neues auf Lager haben. „Eine neue Hoffnung“ heißt das Werk, mit dem sie auch den Menschen in Haiti ein Stück Hoffnung geben wollen.

Krankheitsbedingt sind von „Sunburn“ nur Frontmann Ferdinando Reinl und Lars Bischoff erschienen. Auch sie drückten ihre Wertschätzung und ihr Mitgefühl aus. „Die Menschen, die überlebt haben und jetzt wieder Stein auf Stein aufbauen, das sind die wirklichen Helden“, findet Ferdinando Reinl. Und für diese Helden war ihr Beitrag gedacht.

Vision von Licht und Liebe

„Udo ist jemand, der Visionen hat. Eine davon ist die, dass das Licht und die Liebe immer stärker werden“, damit kündigte Pater Christoph Kreitmeir einen Song an, der ebenfalls eigens für Haiti geschrieben wurde. Meditativ-spirituellen Klänge vorgetragen von Udo Langer & Freunden, die den Zuhörer zumindest in Gedanken mit auf die Karibikinsel mitnehmen sollten. Ferne Klänge auf Instrumenten, wie sie schon seit Jahrtausenden von Menschen gespielt werden, wie einem australischen Didgeridoo, einer irischen Bodran (Trommel), Steel Drum und Muschelhorn. Aus Langers gerade erschienenen Album „Liebesrauschen“, die Geschichte eines Baumes über die Jahrhunderte hinweg, waren drei Stücke zu hören. Darunter auch „Was ist Zeit“. Am Ende des Auftritts von Udo Langer & Freunden durften sich das Publikum noch über den Kultsong „Schönheit der Nacht freuen“, der von Jürgen „Berches“ Bergmann eindrucksvoll gesungen wurde.

Für den krönenden Abschluss sorgten schließlich „Saitenwynd“ mit irischen und fränkischen Songs, bei ihrem ersten Auftritt in diesem Jahr. Das Benefizkonzert fand über die Generationen hinweg großen Anklang und auch die Musiker waren von der besonderen Atmosphäre begeistert.

Gerda VölkUnd nicht nur musikalisch, auch kulinarisch wurden die Besucher verwöhnt. Heimische Brauereien, Bäckereien und Metzgereien stellten sich im Dienst der guten Sache und spendeten alle Speisen und Getränke. Sprichwörtlich ein Herz für Haiti bewies eine Firma, die Herzen aus Metall für den guten Zweck angefertigt hatte. Bürgermeister Heinz Petterich dankte allen Sponsoren, den Musikern und Bands, sowie all den vielen fleißigen Helfern im Hintergrund, die gemeinsam zum Erfolg des Benefizkonzerts beigetragen haben. Der Erlös in Höhe von rund 6.500 Euro geht an die Missionszentrale der Franziskaner in Bonn, die das Geld dann zu hundert Prozent zugunsten der Bevölkerung in Haiti einsetzen wird.


Beim Kultsong „Schönheit der Nacht freuen“ animierten Udo Langer & Freunde das Publikum zum Mitsingen. Das Benefizkonzert fand über die Generationen hinweg großen Anklang. Knapp 400 Besucher fanden den Weg in die Stadthalle. Fotos: gst


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