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07.02.2010 | 20:00 Uhr

Zwergen-Rap und Hexenküche

Märchenhafte Narreteien beim Faschingsball der EKG / „Kuni und Sophie“ der Lacherfolg

EBENSFELD - Dichter Nebel lag am Samstagabend im Engelhardts-Saal und verhüllte den Fasching der Ebensfelder-Karnevals-Gesellschaft (EKG) unter dem Motto „Märchen“. Als sich die düsteren Schwaden lichteten, fühlte man sich in eine fantastische Welt entführt. Eine Welt, in der märchenhafte Gestalten zum Alltag gehören.

„Märchenfiguren und Fabelwesen, sind in Ebensfeld noch nie gewesen“, sprach Prinzessin Tatjana I. An diesem Abend schon. Das bezog sich nicht nur auf die stilvolle Gestaltung. Rainer Zimmermann hatte Märchenszenarien künstlerisch in Wandgemälden dargestellt, die EKG die Bar als „Hexenküche des Teufels“ deklariert. Das verwies insbesondere auf die Charaktere, die zu Beginn Einzug hielten: viele kleine Zwerge und Schneewittchen; die beiden dümmlich anmutenden und auch so gekleideten Hänsel und Gretel (Jürgen Gäbelein und 2. Präsident Horst Amon), die von der Hexe (Bernd Kübrich) ins Hexenhäuschen gelockt wurden; ein reizendes Dornröschen im roten Prachtkleid (Rainer Hetzel), das von der bösen Fee (Dritte Präsidentin Gabi Schmalowsky) in den Schlaf gezaubert wurde und erst der dahereilende Königssohn (EKG-Präsident Andreas Hümmer) wieder auferweckte.

Der Königssohn begrüßte sogleich die Gäste. Insbesondere Bürgermeister Bernhard Storath. Der warte immer noch auf kinderbringende Störche in Ebensfeld, die sich hoffentlich bald ansiedeln. Im Gegensatz zu Störchen haben sie viele Zwerge. Die Kleinen der Kindershowtanzgruppe unter der Leitung von Irina Fahrenbruch und Lena Müller tanzten als bunte Zwerge mit langem Bart und Schneewittchen zum Zwergen-Rap. Dann verließen sie die Gefilde des Märchens und hoben die Hände zum „Fliegerlied“.

Als nächstes erfreuten Kuni (Andreas Hümmer) und Sophie (Rainer Hetzel), die Ebensfelder Antwort auf „Waltraud und Mariechen“, mit Politischem, Satirischem und Lokalem. Sophie kritisierte die „Neujahrswünscherei“: Sei es denn im Februar nicht genug? Nur um kurz darauf von der eintrudelnden Kuni mit „A guuds neus Johr noch“ begrüßt zu werden. Heuer hätten das allerdings alle ernst gemeint, wegen der Schweinegrippe. Jetzt sitze man auf den Impfampullen. „Etz suchen‘s fieberhaft nach Leut‘ mit leicht erhöhter Temperatur.“ In Ebensfeld hätte man „mit Ach und Krach noch fünf überredet, die Schweinegrippe ham“.

Dass man von den beiden auch tiefsinnige Gedanken erwarten kann, zeigte Sophie, als sie über die öffentliche Hand lästerte und dass letztendlich trotz der Devise „mehr Netto vom Brutto“, nichts übrig bliebe. Deshalb sei Sparen angesagt: Straßenlaternen ausschalten, dann bleibe man zu Hause oder auf die Arbeit laufen „wennst aana hast“.

Als letzten Auftritt kündigte Moderator Peter Zapf die Tanzsportgruppe Ebensfeld an. In zwei Gruppen lieferten sich die Damen einen heißen Kampf der Tanzstilen von den Latinas bis zu den Hip-Hops. Jedoch vereinigten sie sich letztendlich. „Die Leidenschaft im Tanz verbindet“, erklärte Trainerin Veronika Wagner. Dass das stimmt, zeigte sich beim Publikum, das bis in die frühen Morgenstunden zu den Klängen des Duos „Melodie“ tanzte. -paf-


Als Zwerge tanzten sich die Kleinen der Kindershowtanzgruppe in die Herzen des Publikums.


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