LICHTENFELS - Wenn sich sechs Hände an einer Gitarre zu schaffen machen, dann müssen absolute Meister am Werk sein. Wie das Trio „Balkan Strings“ aus Serbien. Ihre Mixtur besteht aus Gitarrenmusik vom Balkan mit mediterranen Einflüssen sowie aus Jazz- und Folklore-Anleihen.
In Lichtenfels boten die drei weißgekleideten Herren ein Konzertereignis für Zuhörer, die mit der Gitarre mehr als nur Lagerfeuer-Romantik verbinden. Wenn das Trio gemeinsam nur ein Instrument bespielt, dann gibt Zoran Starcevic, Kopf der Gitarrenfamilie aus Belgrad, schon mal vorab den Rat: „Wenn Sie fotografieren wollen, dann tun Sie das jetzt“. Ein Angebot, das kaum einer ausschlägt, der eine Kamera griffbereit hat.
Kurz darauf beugen sich Zoran Starcevic und seine Söhne Nikola und Zeljko über die Gitarre, und 30 Finger finden ihren Platz auf den Saiten.
Was sie da sehr zur Freude des Publikums zaubern, ist ein ungewöhnliches Hörerlebnis. Ein absoluter Leckerbissen für allerfeinste Hörgenüsse. Allerdings auch keine alltägliche Kost, manches ist für hiesige Ohren doch gewöhnungsbedürftig.
Technische Perfektion
Schon zu Zeiten des ehemaligen Jugoslawien haben die drei Gitarristen ihr Publikum begeistert und hunderttausende von Platten in ihrer Heimat verkauft. Ihre erste internationale Produktion war die CD „Guitares des Balkans“.
Während ihrer jüngsten Tour verzauberten sie die Konzertbesucher in den USA und Kanada, traten bei internationalen Festivals auf. Jetzt gerade befinden sie sich auf Deutschlandtournee.
Alle drei überzeugen durch ihre technische Perfektion, mit der sie losgelöst von Raum und Zeit zu spielen scheinen. Ihre Musik ist eine Fusion vieler Balkan-Elemente, die Erinnerungen beim Zuhörer wachrufen. Eine eigene, auf eine unkonventionelle Art frische und spontane Klangwelt, die voller Energie und Freude am Spiel vorgetragen wurde.
Vieles sind Eigenkomposition, die mal die Handschrift von Vater Zoran, Komponist, Arrangeur und Produzent, tragen, mal die seiner Söhne. Optisch stark ist das Trio, wenn es gemeinsam auf einer Gitarre spielt.
Bedauerlich
Bei ihrem Konzert im Lichtenfelser Stadtschloss kamen aber nicht nur traditionelle Balkan-Elemente zu Gehör, sondern auch Werke von Astor Piazzolla, dem Großmeister des argentinischen Tangos.
Gerda VölkBedauerlich: Es fanden sich nur knapp 30 Besucher im Stadtschloss ein. Es hätten ruhig ein bisschen mehr sein dürfen.

