SCHWÜRBITZ

Für Gabi Freitag fällt der letzte Vorhang

Eine „Dessous-Schau“ wird auf offener Bühne abgehalten – und die reifen Damen finden tatsächlich etwas. Foto: Stefan Motschenbacher

Mit den 35. Theatertagen ging in Schwürbitz auch eine Ära zu Ende. Es war zum letzten Mal, dass die Gründerin und Regisseurin Gabriele Freitag dafür verantwortlich zeichnete, was auf der Bühne im Saal „Zum Hirschen“ gezeigt wurde. Gabi, wie sie liebevoll nicht nur bei „ihrer“ Theatergruppe genannt wird, wird im kommenden Jahr ihre Verantwortung innerhalb der Gruppe abgeben. Mit dem Stück „Ein durchsichtiger Schwindel oder Die Silberhochzeit“ verabschiedete sie sich. Sowohl Akteure als auch Vorstand waren erfreut, ob des großen Interesses und der Begeisterungsfähigkeit des Publikums.

Im Jahr 1982 versammelte Gabi Freitag eine Handvoll Ministranten im Pfarrzentrum Schwürbitz, um kleine Theaterstücke am Seniorennachmittag darzubringen. Dass aus diesen kleinen Anfängen ein stolzer, über 200 Mitglieder zählender Verein und unzählige, unterhaltsame Stunden bei vielen Theaterstücken werden sollte, ahnte damals niemand.

Fünf ausverkaufte Abende

Doch zum „Herbsttheater“, das die Theatergruppe an fünf ausverkauften Abenden, verteilt über die vergangenen beiden Wochenenden, dem Publikum dargeboten hat. Der Vorhang war noch verschlossen, als sich einer der Hauptdarsteller „Florian“ als Schlotfeger, glänzend dargestellt vom langjährigen Vorsitzenden Manfred König, quasi direkt vom Schornstein des Saals quer durch das Publikum seinen Weg bahnte und bei den Kuttners an der Bühne klingelte. Die „Hausfrau Kuttner“ Karin Kreusel lugte mit Lockenwicklern durch den Vorhang, ehe sich dieser hob, so dass die Zuschauer freie Sicht in die Wohnstube Kuttner hatten, in der sich dann die drei vergnügliche Akte abspielen sollten. Am Ende hieß es „Ende gut, alles gut“.

Bunte Leuchtstäbchen und Rosen

Dieses Motto könnte auch für die Chefin Gabi Freitag gelten, wurde sie doch nach jeder Aufführung mit einer langen Laudatio und einem Geschenk von der amtierenden Vorsitzenden Ulla Engelmann bedacht. Auch ihr Mann Heinz Freitag, der seine Frau während der gesamten Theaterzeit in allen Lagen kräftig unterstützt und sich seit Jahren um den Kartenvorverkauf gekümmert hatte, wurde bedacht. Am letzten Abend der Theatertage grüßten auch noch die Zuschauer mit bunten Leuchtstäbchen. Jeder Akteur überreichte Gabi Freitag eine Rose zum eingespielten Lied „Für mich soll's rote Rosen regnen...“.

Heimatdichterin Gabi Freitag verabschiedete sich natürlich mit einem selbst verfassten Gedicht und wünschte sich, auch in Zukunft noch gebraucht zu werden. Der Dank der Vorsitzenden galt neben den Darstellern auch allen Mitwirkenden im Hintergrund.

Arbeitsreiche Tage warten

Auf die Theatergruppe kommen nach diesem Herbsttheater weitere arbeitsreiche Tage zu. So tritt die Jugendgruppe in der Vorweihnachtszeit unter der Leitung von Lisa Motschenbacher im Seniorenheim Michelau und im Pfarrzentrum Schwürbitz auf. Der Weihnachtsmarkt wird wieder von der Theatergruppe und einem großen Verkaufsstand mitgestaltet. Die Winterwanderung zur Jahreswende steht an, und schließlich findet man sich noch vor dem Jahreswechsel in der Organisation des Theater-Show-Faschings 2018 wieder. Das Publikum kann sich also auch in Zukunft auf die Bühnenpräsenz der Theatergruppe Schwürbitz freuen. Im Sommer des nächsten Jahres plant man momentan wieder ein ganz großes Kindertheater auf dem Göritzenplateau beim befreundeten Schützenverein. Und natürlich gibt es zu den 36. Theatertagen ein Wiedersehen auf der Theaterbühne. Dann unter neuer Leitung.

Als vermeintlicher Liebhaber der Damen bekommt Schlotfeger Florian eine Abreibung.s: Stefan Motschenbacher Foto: Foto