MARKTZEULN

26 Jahre lang „Boss“ der Referees

Ehrung langjähriger Schiedsrichter: (hinten, v. li.) Bezirksschiedsrichterobmann Siegfried Brehm, Martin Würstlein, Ismail Yasar, Patrick Lauer, Matthias Klerner, Johannes Ruß, Edmund Hennig, Markus Kleuderlein und Gruppenschiedsrichterobmann Ulrich Pochmann sowie (vorne, v. li.)... Foto: Hans Tremel

Ehrungen und Dank standen im Mittelpunkt des Kameradschaftsabends der Schiedsrichtergruppe Maintal-Rödengrund in der Marktzeulner Turnhalle. Der neue Gruppenschiedsrichterobmann (GSO) Ulrich Pochmann begrüßte neben den zahlreichen Schiedsrichtern mit ihren Frauen, für die er ein Schokoladenpräsent als Dankeschön dabei hatte, unter anderem seinen Vorgänger Wolfgang Klerner und Bezirksschiedsrichterobmann Siegfried Brehm.

Ein schwieriges Jahr für die Schiedsrichter neigt sich nach Pochmanns Meinung zu Ende. Im Profibereich gingen zurzeit beim Videobeweis die Meinungen auseinander und sorgen für viel Unsicherheit. Ulrich Pochmann sieht sich selbst als Befürworter der neuen Technik, die es aber im Amateurbereich nicht so schnell geben werde. Hier lägen die großen Probleme Woche für Woche schon beim Einteilen der Schiedsrichter und stellten einen kaum mehr zu bewältigenden Kraftakt dar. „Manche Kameraden müssen am Wochenende drei bis vier Spiele leiten, was auf die Dauer nicht zumutbar ist“, betonte Pochmann.

Neulingslehrgänge beim FC Redwitz

Deshalb nahm er die Vereine in die Pflicht, für die Neulingslehrgänge, die demnächst beim FC Redwitz beginnen, geeignete Sportkameraden zu schicken.

Die Lehrabende finden weiterhin im Pfarrzentrum Schwürbitz statt. Am Samstag, 3. Februar 2018, steigt das Schiedsrichter-Hallenfußballturnier in Ebern.

„Ist das meine letzte offizielle Aktivität?“, meinte augenzwinkernd Bezirksschiedsrichterobmann Siegfried Brehm aus Kemmern, der den Kameradschaftsabend nutzte, um allen 132 aktiven und passiven Schiedsrichtern Dank zu sagen für deren langjährige aufopferungsvolle Arbeit im Dienste des Fußballsports. Mit zwei Bayernliga-Schiedsrichtern (Stefan Klerner und André Denzlein) und zwei Landesliga-Referees (Marcel Bargel und Christopher Knauer) sei die Gruppe gut aufgestellt. Er sprach allen Mut zu bei ihrer oft nicht leichten Aufgabe auf dem Spielfeld. Besonders die jungen Kollegen bräuchten viel Zuspruch und sollten sich nicht gleich entmutigen lassen.

Den als Kreisschiedsrichterobmann noch einige Tage im Amt befindlichen Wolfgang Klerner lobte er für sein Engagement und seine Souveränität bei der Leitung der Schiedsrichtergruppe, wobei er sich immer zum Wohle des Schiedsrichterwesens eingesetzt und immer für alle Probleme ein offenes Ohr gehabt habe.

Kreisspielleiter Egon Grünbeck bedankte sich bei Wolfgang Klerner und seinem GSO-Nachfolger Ulrich Pochmann für die loyale und kameradschaftliche Zusammenarbeit und überreichte ein Präsent.

„Manche Kameraden müssen am Wochenende drei bis vier Spiele leiten, was auf die Dauer nicht zumutbar ist.“
Ulrich Pochmann, Gruppenschiedsrichterobmann

Alle Lehrabende besuchten Dietmar Schilling, Karlheinz Klüsekamp, Andreas Schnapp, Jörg Matthes, Werner Kolenda und Werner Hetz, die dafür vom Vorsitzenden mit einem Bocksbeutel belohnt wurden. Einen „Obermain-Therme-Gutschein“ als Dank für die meisten Einsätze erhielten Günther Dietz (98 Einsätze), Friedrich Amschler (95) und Andreas Schnapp (89), der von Kreisschulobmann Hans Tremel für seinen 25-jährigen zuverlässigen Schiedsrichterdienst bei Schüler- und Lehrermeisterschaften ein „Extra-Dankeschön“ bekam.

Für langjährigen Einsatz geehrt

Einen breiten Raum nahmen die Ehrungen ein. Diese nahmen Ulrich Pochmann, sein Stellvertreter Markus Kleuderlein, Wolfgang Klerner und Siegfried Brehm vor, die Urkunden und Wimpel überreichten. Für zehn Jahre in der SR-Gruppe wurden Christian Deuber und Patrick Lauer ausgezeichnet, für 15 Jahre Johannes Ruß, Reiner Weich und Martin Schneider. Für 20 Jahre bekamen die Verbandsehrenzeichen in Silber Martin Würstlein und Ismail Yasar. Den Ehrenwimpel des Bezirks für 25 Jahre erhielten Matthias Klerner, Edmund Hennig und Siegfried Mryholod. Für 30 Jahre gab's das Verbandsehrenzeichen in Gold für Ludwig Maile und Werner Voßwinkel, für 40 Jahre die Verbandsehrenmedaille in Silber an Günther Bardutzky und Rainer Dorst, für 50 Jahre die Verbandsehrenmedaille in Gold an Kurt Probst und Edmund Sünkel. Zum Ehrenmitglied wurde Bruno Natterer sen. nach 39 Jahren Schiedsrichtertätigkeit ernannt.

Höhepunkt des Abends war die Ehrung Wolfgang Klerners, der für seine langjährige Treue und aufopferungsvolle Arbeit zum Ehren-Gruppenschiedsrichterobmann ernannt wurde und von Ulrich Pochmann und Siegfried Brehm unter den lang anhaltenden Beifall der Anwesenden die Ehrenurkunde erhielt.

Über 70 000 Spiele besetzt

All seine Verdienste aufzuführen, dürfte schwer fallen. Etwa 1200 Fußballspiele leitete er als aktiver Schiedsrichter der DJK Lichtenfels. 1991 folgte er dem zum Bezirksobmann berufenen Rudi Sünkel als Gruppenobmann, eine Funktion, die er bis vor gut einem Monat innehatte. Nach der Fusion der Lichtenfelser Gruppe mit der Gruppe Neustadt/C. 2006 zur Schiedsrichtergruppe „Maintal/Rödengrund“ fungierte er zudem als Kreisobmann für Lichtenfels.

In seiner langen Amtszeitzeit hatte Wolfgang Klerner weit über 70 000 Spiele zu besetzen, die zeitraubenden Umbesetzungen nicht eingeschlossen. Erfreulich sei auch, so die Ehrenden, dass er die Begeisterung für das Schiedsrichterwesen seinen beiden Söhnen Stefan und Matthias vererbt habe, die durch vorbildliche Leistungen glänzen. Klerners Gattin Christine wurde für ihr Verständnis mit einem Blumenstrauß belohnt.

Mit einer Tombola und einer Versteigerung wurde der gesellige und unterhaltsame Abend der Schiedsrichtervereinigung beschlossen.

Wolfgang Klerner wurde mit der mit der GSO-Ehrenurkunde ausgezeichnet. Es gratulierten Ulrich Pochmann (li.) und Markus Kleuderlein (re.) für seine langjährige Tätigkeit im Schiedsrichterwesen. Foto: Hans Tremel