publiziert: 18.05.2017 17:00 Uhr
aktualisiert: 26.05.2017 03:33 Uhr
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Maßnahme erheblich teurer

Gemeinderat mokiert: Deichnachrüstung kostet statt acht voraussichtlich 13,5 Millionen Euro
  • Die Erhöhung des so genannten Rießner-Deichs von der Bahnhofstraße zu den Bahngleisen ist abgeschlossen. FOTOs: Andreas Welz 
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Die Kosten der Deichnachrüstung im Rahmen des Hochwasserschutzes in Michelau haben sich drastisch erhöht. Ging das Wasserwirtschaftsamt noch beim Spatenstich im April vergangenen Jahres von rund acht Millionen Euro aus, bezifferte am Mittwoch bei der Gemeinderatsitzung Abteilungsleiter Matthias Trau die Maßnahme mit voraussichtlich 13,5 Millionen Euro. Die drei Bürgermeister hatten vor gut einem Jahr eine Vereinbarung unterzeichnet, die vorsieht, dass die Gemeinde 23 Prozent der Kosten übernehmen will. „Das kann man uns nicht zumuten“, sagte Bürgermeister Hellmut Fischer. Er hätte bereits Umweltministerin Ulrike Scharf vorgetragen, dass die Gemeinde nicht unbeschränkt belastbar sei.

„Das kann man uns nicht zumuten.“
Bürgermeister Helmut Fischers erste Reaktion zur Kostensteigerung

Bei eingehender Erläuterung relativierte Matthias Trau die Kosten. Zunächst komme es auf das Ergebnis der Ausschreibungen für die kommenden Bauabschnitte an. Man sei bei der Kostenschätzung von den auszuführenden Arbeiten ausgegangen. Dann stellte er eine komplizierte Berechnung an, nach sich der Anteil der Gemeinde durch Vergütung von Unterhaltungsmaßnahmen beträchtlich verringern könnte. Bürgermeister Fischer war erleichtert: „Trotz der Kostensteigerung bleibt der Anteil der Gemeinde von 739 500 Euro gleich.“

Mit der Deichnachrüstung wird der vorhandene Hochwasserschutz entlang des Mains auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Hochwasserschutzanlagen aus den 1970-er und 1980-er Jahren genügen nicht mehr den heutigen Anforderungen und werden daher modernisiert. Ziel ist der Schutz vor einem Hochwasser, dem so genannten HQ100, das statistisch alle 100 Jahre eintritt. Dadurch werden künftig 200 Hektar Siedlungsfläche der Gemeinde Michelau geschützt. Über 3000 Einwohner und 60 Betriebe mit rund 2000 Arbeitsplätzen profitieren von diesem Projekt.

Fertiggestellt wurden bisher der Rießner-Deich und Teile am Hauptdeich, berichtete Matthias Trau. Die Überfahrten zu den landwirtschaftlichen Flächen blieben erhalten. Derzeit würden Restarbeiten bei der Verlegung des Biberbachs vorgenommen. Die Ausschreibungen für den Hauptdeich am Main, den Deich Ost und West, liefen. Auch würden Ausgleichsmaßnahmen für die Baumfällung am Biberbach durch Aufforstung begonnen. Die Deicherhöhung erfolge durch Mauern oder auf klassische Weise, bei der der Deich in Richtung Vorland aufgeschüttet werde.

Die Ausschreibung für zwei Schöpfwerke in der Kläranlage soll Anfang 2018 erfolgen. Das eine mit einer Leistung von fünf Kubikmetern in der Sekunde, das kleinere mit zweieinhalb Kubikmetern in der Sekunde. Die Schöpfwerke würden benötigt, um das Niederschlagswasser in der Kläranlage abzupumpen. Für die dritte Maßnahme, Hochwasserschutz in Schwürbitz, soll die Ausschreibung Mitte 2018 erfolgen.

Bürger werden an Kosten beteiligt

Bürgermeister Helmut Fischer berichtete aus der jüngsten Versammlung des Abwasserzweckverbandes Marktzeuln-Michelau über die Finanzierung der anstehenden Erneuerungs- und Verbesserungsmaßnahmen der Kläranlage, die rund 4,6 Millionen Euro kosten werde. Die Kosten sollen durch Beiträge auf die Bürger umgelegt werden, erläuterte Fischer. Dabei ergeben sich ein Geschossflächenbeitrag von 2,65 Euro pro Quadratmeter und ein Grundstücksflächenbeitrag von 14,59 Cent pro Quadratmeter. Ein Wohngrundstück mit etwa 800 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern werde mit rund 670 Euro belastet.

Helmut Fischer war sich sicher: „Die Finanzierung kann durch Ratenzahlung von jedem Betroffenen ohne in Probleme oder ohne in soziale Not zu kommen, bewältigt werden.“ Die erste von vier Raten werde am 15. Oktober erhoben.

Erste Rate am 15. Oktober

Aus der vorherigen nichtöffentlichen Sitzung gab Fischer bekannt, dass der Auftrag für die Resterschließung des Baugebiets „Am Kreuzhof“ in Neuensee an die Firma Günther-Bau in Stadtsteinach für 803 000 Euro vergeben worden ist. Die Firma Baywa in Burgkunstadt soll ein Auslegemäher für das Kommunalfahrzeug für 47 600 Euro liefern.

Von unserem Mitarbeiter Andreas Welz
    
    

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