BURGSTALL

Illegale Ablagerungen häufen sich

Der Grund für die heikle Situation: Seit den neuen Öffnungszeiten häufen sich die illegalen Ablagerungen wie Paletten, P... Foto: red

Auf den ersten Blick scheint alles wie gewohnt. Mit vollen Anhängern und Kofferräumen fahren Menschen nacheinander zur Grüngutannahmestelle und lagern dort ihre Gartenabfälle ab. Viele kommen anschließend mit einer neuen Ladung wieder. Doch nicht jeder von ihnen weiß, dass die Nutzung der Annahmestelle bald vielleicht nicht mehr möglich sein wird. Der Grund dafür findet sich ein paar Meter weiter hinter einer hölzernen Trennwand: Paletten, Farbeimer, Plastik, sogar Speisereste sind dort aufgestapelt. Dinge, die eigentlich nicht auf die Sammelstelle gehören, aber trotzdem unerlaubt abgelagert werden. „Es ist eine Katastrophe“, sagt Erster Bürgermeister Thomas Kneipp, „ich überlege, ob wir die Grüngutannahmestelle schließen.“

„Es ist eine Katastrophe,

ich überlege, ob wir die Grüngutannahmestelle schließen.“

Thomas Kneipp, Bürgermeister

Erst seitdem es neue Öffnungszeiten an der Deponie gibt, kommt es zu den illegalen Ablagerungen. Diese wurden im Februar diesen Jahres festgelegt. Als Reaktion auf den Hinweis des Landratsamtes Lichtenfels, dass die Entsorgung an der Sammelstelle in Burgstall einen hohen Wert erreicht hat. Im Jahr 2015 wurde insgesamt 755 Tonnen Grüngut abgelagert – eine Menge, die selbst größere Gemeinden wie zum Beispiel Burgkunstadt (730 Tonnen) übersteigt.

Zwar hatte es schon vorher Öffnungszeiten an der Sammelstelle gegeben, jedoch war sie jederzeit frei zugänglich und wurde nicht von einer Aufsicht überwacht. Auch nachts und an Sonn- und Feiertagen wurde sie genutzt. Ein Umstand, der einige Burgstaller dazu veranlasste, sich bei der Gemeinde zu beschweren.

„Jeden Tag muss ich aufpassen, dass es nicht zu einem Unfall kommt, wenn ich aus meinem Hof fahre“, ärgert sich eine Anwohnerin, „ich würde mich freuen, wenn die Grüngutannahmestelle schließt.“ Sie selbst benutze zwar auch die Deponie für ihre Gartenabfälle, so die Burgstallerin weiter, den Ärger sei es allerdings nicht wert.

Gartenabfälle im Wald

Im Zuge der Beschwerden und der Angaben des Landratsamtes entschied sich der Gemeinderat Hochstadt dazu, außerhalb der Öffnungszeiten Sperrketten an den Zufahrten der Annahmestelle anbringen zu lassen. Eine vollständige Lösung des Problems ist dies jedoch nicht, wie eine weitere Anwohnerin feststellt: „Ich habe schon gesehen, wie Leute mit ihrem Grüngut über die Kette gestiegen sind, um es zur Sammelstelle zu bringen“, schildert sie. Sogar im umliegenden Wald habe sie schon Grünabfall entdeckt. Bei illegaler Ablagerung müssten die Täter je nach Art und Menge des Abfalls mit einer Bußgeldstrafe bis zu 2500 Euro rechnen, so der stellvertretende Pressesprecher des Landkreises, Helmut Kurz.

Schließung wäre ein Fehler

Für Bürgermeister Kneipp besteht jedoch kein Zusammenhang zwischen den neuen Öffnungszeiten und den illegalen Ablagerungen. „Die Deponie gibt es seit 17 Jahren. Noch nie hatten wir solche Probleme“, erklärt er. Wenn die Sammelstelle beibehalten wird, dann nur bei vollständiger Überwachung durch ein Personal oder eine Kamera, so der Bürgermeister weiter. Letzteres hält er jedoch für wahrscheinlicher, da sich die Gemeinde keine zusätzlichen Personalkosten leisten könne.

Eine Schließung der Annahmestelle würde hingegen bedeuten, dass die Bürger einen Service weniger hätten. „Ich benutze die Sammelstelle seit Jahren“, sagt Karola Hehl aus Hochstadt, während sie Äste aus ihrem Anhänger ablagert, „die Deponie zu schließen wäre ein großer Fehler.“

Dem schließt sich auch Johann Huber aus Hochstadt an: „Das wäre sehr schade, wenn die Annahmestelle schließen würde“, findet er. Eine Alternative wäre für ihn die Deponie in Redwitz. Diese ist jedoch nur am Freitag und Samstag geöffnet, während die Annahmestelle in Burgstall von Montag bis Samstag offen hat. Für Bürgermeister Kneipp kommt noch eine weitere Lösung in Frage, um sowohl die Anwohner in Burgstall als auch die Nutzer der Deponie zufrieden zu stellen: Die Verlegung der Annahmestelle nach Hochstadt.

Der Bau einer Sammelstelle in der Burgstaller Straße, wo derzeit am neuen Bauhof gearbeitet wird, befinde sich in der Planung, so Bürgermeister Kneipp im Gespräch.