ALTENKUNSTADT

Feuerwehrler retten 93-Jährige aus Bootshaus

Die Einsatzkräfte öffnen die Außenfassade, um an die Glutnester zu gelangen. FOTOs Dieter Radziej Foto: Dieter Radziej

Es war Glück, dass Bernhard Schmitt in diesem Moment aufwachte und einen Blick aus dem Fenster seines Hauses in der Prügeler Straße warf. So sah er am Donnerstagmorgen kurz nach 5 Uhr unweit des Sportgeländes am Main dicke Rauchschwaden aufsteigen. Er setzte einen Notruf bei der Integrierten Leitstelle ab, die sofort Polizei und Feuerwehr alarmierte.

Als die Beamten der Polizeiinspektion Lichtenfels am Bootshaus in der Klosterstraße eintrafen, stand die Außenfassade des Hauses bereits teilweise in Flammen. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren um Kreisbrandmeister Thilo Kraus holten die 93-jährige Bewohnerin aus dem Gebäude. Der ortskundige Einsatzleiter kannte Örtlichkeit und Bewohnerin, weshalb er sie noch im Haus vermutete. So ließ er ein Fenster einschlagen und die Retter nach ihr suchen. Die Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes brachten sie mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus.

Heiße Asche wohl die Brandursache

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge hatte die Seniorin, die in ihrem Wohnhaus auch eine kleine Gastwirtschaft betreibt, in der Nacht noch heiße Asche in einem Eimer nahe der Holzfassade des Hauses entsorgt, wodurch dann das Feuer ausbrach. Insgesamt entstand ein Schaden von geschätzt 50 000 Euro.

Da das Gebäude überwiegend aus Holz errichtet wurde, musste die Feuerwehr Löschlanzen („Fognails“) zwischen Außenfassade und Innenwänden einsetzen. Eine Löschlanze ist ein spezielles Strahlrohr bei der Feuerwehr, die es ermöglicht, Brände in schwer zugänglichen Stellen zu erreichen.

Durch das Nebellöschsystem wird ein Wasserfilm versprüht, der eine besonders wirkungsvolle Brandbekämpfung ermöglicht. Schnell waren die Feuerwehrler erfolgreich, hatten Flammen und Rauch bald unter Kontrolle.

Mit der Wärmebildkamera

Von der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Burgkunstadt aus schnitten die Brandbekämpfer die die Holzverkleidung auf und suchten nach den letzten Glutnestern. Auch wurden einige Dachziegel entfernt. Atemschutzgeräteträger verschafften sich im Inneren ein genaueres Bild vom Schaden und lokalisierten mit der Wärmebildkamera die Brandnester.

Eigentümer des Bootshauses ist die Gemeinde Altenkunstadt. Erster Bürgermeister Robert Hümmer verschaffte sich sich bereits am Brandmorgen ein Bild vom Ausmaß des Schadens.

Dicke Rauschwaden quellen aus dem Gebäude, als die Freiwilligen Feuerwehren am Einsatzort eintreffen. Foto: Dieter Radziej