MICHELAU

Retter befreien Kinder nach Unfall aus Schulbus

In den Graben rutschte der Schulbus mit 19 Kindern und einer Lehrerin zwischen Neuensee und Michelau. Foto: news 5

Schreckminuten und Glück im Unglück am frühen Mittwoch Morgen zwischen Neuensee und Michelau auf der Maintalstraße: Der Fahrer eines Schulbusses bekam plötzlich gesundheitliche Probleme, kippte vom Fahrersitz in Richtung Türe und blieb dort liegen. Das herrenlose Fahrzeug, in dem 19 Schulkinder und eine Lehrerin saßen, kam ins Schlingern, geriet auf die Gegenfahrbahn und kippte gegen die Böschung dort. Drei Kinder wurden zum Glück nur leicht verletzt. Sie wurden mit dem BRK-Rettungsdienst ins Klinikum eingeliefert. Auch der Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht.

Tür mit vereinten Kräften geöffnet

Dass der Unfall und seine Folgen relativ glimpflich verliefen, lag nicht nur daran, dass der Bus halbwegs in senkrechter Stellung zum Stehen kam. Etliche Ersthelfer brachten die Kinder, die Lehrerin und den Busfahrer in Sicherheit und betreuten sie danach. Davon berichtete dieser Redaktion der hauptberuflich tätige Rettungsassisstent Johannes Bravo aus Michelau. „Ich war einer der ersten, die zum Unfallort kamen“, erzählte der beim Arbeiter Samariter Bund (ASB) arbeitende Augenzeuge. Eine Krankenschwester, die ebenfalls vor Ort war, habe zunächst von außen durch einen Türspalt mit dem Busfahrer gesprochen und ihn beruhigt.

Er habe die Integrierte Leitstelle in Coburg informiert. „Wenig später waren einige starke Männer da, die die Bustür komplett aufgeschoben haben“, so Bravo weiter. Die Ersthelfer hätten dann beschlossen, die Kinder sofort zu evakuieren, da nicht klar gewesen sei, ob aus dem Bus nicht Benzin ausgelaufen war. Der Motor des Busses sei noch gelaufen. Er habe den Zündschlüssel Schlüssel herausgezogen, so Bravo. „Die Kinder waren vergleichsweise gefasst. Daran hatte die Lehrerin großen Anteil, die die Buben und Mädchen dauernd beruhigte“, so der Michelauer. Die Ersthelfer hätten die Kinder draußen so lange betreut, bis der Ersatzbus gekommen sei. Dies sei schnell geschehen. Der zweite Bus, mit dem die Kinder dann letztlich weitergefahren seien, habe den Unfallort zeitgleich mit den herbeigerufenen Rettungskräften erreicht. Die Kinder seien zuvor untersucht worden. „Es war insgesamt ein sehr beeindruckender Einsatz aller Personen, die nach dem Unfall geholfen haben“, so der Michelauer.

Kurz vor Schulbeginn

Der Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen kurz vor Schulbeginn. Der Lenker des Schulbusses fiel laut Polizeimeldung aus bislang unbekannter Ursache plötzlich vom Fahrersitz. Zwei der leicht verletzten Schulkinder wurden vorsorglich zur Untersuchung ins Klinikum Lichtenfels verbracht.

Am Bus entstand erheblicher Sachschaden, so die Polizei weiter. Das Fahrzeug musste geborgen werden. Einsatzkräfte der Lichtenfelser Polizei sowie der Feuerwehren aus Michelau, Schney und Neuensee sperrten die Unfallstelle und leiteten den Verkehr weiträumig um.

Die Staatsanwaltschaft Coburg ordnete die Sicherstellung des Schulbusses an und zog einen Sachverständigen zur Aufklärung des Unfallhergangs herbei.