LICHTENFELS

Ein Wegbereiter der frühen Moderne

Einen Einblick in „Leben und Werk“ August Mackes gab der promovierte Kunsthistoriker Matthias Liebel aus Bamberg in den Räumen der KuKi in der Spitalpassage. FOTO: Gerda Völk Foto: Gerda Völk

August Macke zählt zu den bedeuteten Künstlern der frühen Moderne. Sein in nur wenigen Jahren entstandenes Werk, wandelte sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen seiner Zeit. Einen Einblick in „Leben und Werk August Mackes“ gab der promovierte Kunsthistoriker Matthias Liebel aus Bamberg.

Damit eröffnete die Kunst- und Kulturinitiative (KuKi) eine kunsthistorische Vortragsreihe, die ab nächstem Jahr in lockerer Reihe fortgesetzt werden soll. Dazu fanden sich am Sonntag trotz heftigen Schneefalls rund 20 Zuhörer in der Galerie der Spitalpassage ein.

Seinen rund zweieinhalbstündiger Vortrag bebilderte Liebel mit zahlreichen Beispielen und Gegenüberstellungen. August Macke wurde am 3. Januar 1887 als jüngstes von drei Kindern im sauerländischen Meschede geboren. Er wuchs in einem kleinbürgerlichen Milieu auf. Seine liebste Freizeitbeschäftigung war malen und zeichnen.

Als Teenager Porträts gezeichnet

„Interessant ist, dass sich Macke bereits als 16-Jähriger dem Porträt widmete“, erläuterte der Referent. 1904 verlässt Macke vorzeitig das Gymnasium und beginnt an der Königlichen Kunstakademie Düsseldorf eine Ausbildung. Unzufriedenheit mit den dortigen Lehrmethoden verlässt Macke die Akademie bereits nach zwei Jahren.

Schon ab 1905 belegte er Kurse an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, die ihm mehr Anregungen als das Zeichnen von Gipsabdrücken bieten kann. Nachdem Macke die Kunstgewerbeschule verlassen hatte, schlug er sich mit dem Anfertigen von Bühnendekorationen für das Düsseldorfer Schauspielhaus durch. Auf einer Reise nach Paris lernte Macke die Impressionisten kennen. Mackes 1907 entstandenes Bild „Baum im Kornfeld“ stellt der Referent einen Bild von Vincent van Gogh gegenüber.

Im Oktober 1909 heiratete August Macke Elisabeth Gerhardt, die aus einer wohlhabenden Familie stammte und zog mit ihr an den Tegernsee. Ihre wohlhabende Familie förderte den jungen Künstler auf vielfältige Weise, finanzierte ihn zahlreiche Reisen. „Mackes Malstil war von einer hohen Sittlichkeit geprägt. Er malte keine Raucher, Trinker oder Straßenmädchen“, erläuterte der Referent. Am Tegernsee führten August und Elisabeth Macke ein beschauliches Leben. Davon kündet eine Reihe von Bildern, die in jener Zeit entstanden sind. Macke malte nicht nur seine Frau Elisabeth, sondern auch die Landschaft rund um den Tegernsee.

1910 kehrte Macke zurück nach Bonn und richtete sich in der Bornheimer Straße ein Atelier ein. Im Winter 1912 wird seine Malweise immer flächiger mit ausgeprägten Konturen. Zum Münchner Künstler Franz Marc pflegte Macke eine intensive Freundschaft. „Marc und Macke inspirierten sich auch künstlerisch“, weiß Matthias Liebel zu berichten.

In kubistischer Zerlegung

Unter dem Einfluss des französischen Avantgardisten Robert Delaunay malt August Mack eine Reihe von Werken in kubistischer Zerlegung. Sein 1912 entstandenes „Großes helles Schaufenster“ zeigt eine Frau mit blauem Hut und langem Mantel. Sie steht auf dem Trottoir und scheint in die Auslage eines Geschäftes versunken zu sein. Der Künstler hatte damit ein neues Thema entdeckt, dem des Flaneurs. Mackes „Spaziergänger“ von 1913 zeigt ein klassisches Motiv eines Naturerlebnisses. Die flanierenden Gestalten tragen zwar eine elegante Kleidung, sind aber das ohne menschliche Gesichtszüge gezeichnet.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 stirbt August Macke als Soldat in der Champagne. Auch sein Freund Franz Marc wird zwei Jahre später ein Opfer des Krieges.