BAD STAFFELSTEIN

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: 4000 begeisterte Fans bei „Status Quo“-Konzert

Verkehrsfreigabe für die verkehrsberuhigte „Spielstraße“, die Bahnhofstraße in Lichtenfels: (v. li.) Ferdinand Schneider, Bürgermeister Winfred Bogdahn und Stadtbaumeister Heinrich Morgenroth. Foto: Repro: Gabi Kriese

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Volkstrauertag im Landkreis: Ortsvereine und Gemeinden veranstalten Trauerzüge und Gedenkfeiern an den Ehrenmalen im Ort legen den Fokus auf die Opfer der Kriege und den Wunsch nach Frieden und Toleranz. Und der Blick in die Vergangenheit lenkt zugleich den Blick ins Jetzt: Nicht selten nehmen sich die Redner auch kein Blatt vor den Mund und ziehen aktuelle Parallelen angesichts zunehmender Gefühlsverrohung und Gewaltbereitschaft, insbesondere gegenüber den Flüchtlingen vom Balkan, in der deutschen Gesellschaft.

Zunehmende Gefühlsverrohung

„Wir erleben eine bis zur Denkhemmung irritierende Zeit“, stellt in Lichtenfels Bürgermeister Winfred Bogdahn angesichts der menschenrechtlichen Dramen in Jugoslawien und der Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte in Hoyerswerda und Rostock fest. „Lassen wir Terror und Gewalt keinen Raum“, fordert Bürgermeisterin Liselotte Oswald in Marktgraitz. „Wir leben heute im Stadium zwischen Rückblick und Ausblick“, spricht Franziskanerpater Benedikt Grimm in Hochstadt. „Wir sind alle Brüder: die Opfer von damals und wir Überlebenden, die Nachbarvölker und wir Deutschen, die Juden von einst und heute und wir.

Helft uns, mutiger zu sein, um Widerstand leisten zu können, wo es nötig ist. Reiht Euch mit ein, wenn wir auf die Straße gehen, damit das Böse keine Chance mehr bei uns hat“, so Pfarrer Traugott Richter in Staffelstein.

Verkehrsberuhigt

Als „verkehrsberuhigter Bereich mit Grün“ beginnt für die Bahnhofstraße in Lichtenfels in der dritten Novemberwoche 1992 eine neue Ära: Neu gestaltet und asphaltiert, darf sie zwar noch von Autos befahren werden, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. Es gibt nur noch wenige gekennzeichnete Parkflächen. Und der Fußgänger hat grundsätzlich Vorrang vor den Autos. Ein erstes gelungenes Projekt und Signal der Innenstadtsanierung gebe Hoffnung auf attraktiveres und sichereres Einkaufen und Leben im Stadtkern, so Bürgermeister Winfred Bogdahn bei der offiziellen Verkehrsfreigabe.

Die Freiwillige Feuerwehr Mainklein bekommt am 14. November 1992 ihren neuen Tragkraftspritzen-Anhänger für 19 000 Mark übergeben. Gründungsmitglied Edwin Fischer wird anlässlich seines 70. Geburtstags zum Ehrenmitglied der Michelauer CSU ernannt.

4000 Fans sehen am 17. November die britischen Rock-Veteranen „Status Quo“ in der Lichtenfelser Stadthalle: Unter ihnen ist ein OT-Reporter, der infolge eines scheinbar richtig mies verlaufenen Tages die hochprofessionelle zweistündige Musikshow nicht nur als belohnenden Ausgleich empfindet. Sondern er lobt die Vollblutmusiker am Ende in fachkundiger Zufriedenheit und voller Euphorie: „Meine Mundwinkel rutschten bis an die Ohren, und das Wippen in den Füßen zog sich über die Waden in die Oberschenkel, bis es den ganzen Körper erfasst hatte.“ Schlusswort: „Auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, mal wieder so richtig auszuflippen!“

Richtfest an Realschule Staffelstein

Am Erweiterungsbau der Staffelsteiner Staatlichen Realschule wird am 19. November 1992 Richtfest gefeiert. Der 1958 gebaute und 1972 erweiterte Altbau war nur auf zwölf Klassen ausgerichtet. Mittlerweile drängten sich 16 Klassen im Gebäude, was einen Anbau unumgänglich machte.

Am 20. November 1992 fällt um 18 Uhr im Lichtenfelser Hallenbad der Startschuss zum 24-Stunden-Schwimmen. Und die Wasserratten haben einen Rekord im Visier - erfolgreich: Die Vorjahres-Kilometer-Gesamtzahl von 2438 steigern sie um 14 Kilometer. Und das, obwohl deutlich weniger Teilnehmer an den Start gehen. Der fleißigste Mann ist Roman Guthseel (42,3 Kilometer), der jüngste Teilnehmer Stefan Schuster (fünf Jahre, 1,8 Kilometer), die eifrigste Frau Simone Braun (49 Kilometer), die jüngste Nadine Rötzer (fünf Jahre, 1,65 Kilometer). In der Altersrangliste liegen Susanne Klein mit ihren 72 Jahren und Willi Stief mit 87 Jahren vorne. Und die meisten Kilometer als Gruppen sammeln: die Wasserwacht Lichtenfels (475 Kilometer, Vereinswertung), der Stammtisch „Roter Ochs“ aus Kösten (157 Kilometer, private Gemeinschaft) und die Familie Freigang (86 Kilometer, Familienwertung).

300 Höhenmeter

Die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt hängt schon, als die Staffelsteiner TSV-Läufer ihren sportlichen Saisonabschluss, den Staffelberglauf, in Angriff nehmen: 50 Aktive nehmen auch 1992 wieder die knapp vier Kilometer lange Strecke von der Hirtengasse hinauf zum Bergplateau „unter die Füße“ und überwinden den Kraftakt, über die Distanz 300 Höhenmeter zu erklimmen. Anja Friedrich von der TS Lichtenfels verbessert ihre Vorjahres-Siegerzeit um 27 Sekunden und wird mit 19:10 Minuten schnellste Frau des Tages. Bei den Männern siegt Manfred Dusold von der LG Bamberg, der schnellste Mann aus dem Landkreis Lichtenfels ist TSL-Läufer Volker Fritsche auf Platz vier.