LICHTENFELS

In der Zelle ist ein Plätzchen frei

Alle Jugendlichen ließen sich von Thomas Heublein einen Fingerabdruck abnehmen, den sie dann in Form einer Urkunde zur Erinnerung mit nach Hause nehmen durften. FOTOs: Alfred Thieret Foto: Alfred Thieret

Zu den beliebtesten Aktionen des umfangreichen Sommerferienprogramms der kommunalen Jugendarbeit des Landkreises gehört ein Besuch bei der Polizeiinspektion Lichtenfels, um der Polizei einmal ein bisschen über die Schultern schauen zu können.

Ehe Polizeioberkommissar Thomas Heublein die 14 Jungen und sieben Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren durch das Haus führte, erklärte er ihnen den täglichen Ablauf in der Polizeiinspektion und zeigte ihnen im Rahmen einer Filmvorführung die unterschiedlichen Einsatzgebiete eines Polizeibeamten und dass es neben der Verkehrspolizei auch die Kriminalpolizei und die Bereitschaftspolizei für spezielle Aufgaben gibt.

Fingerabdruck genommen

Gleich am Anfang lernten die Kinder, dass es in der Inspektion auch Polizisten ohne Uniform gibt, die erkennungsdienstliche Aufgaben zu erfüllen haben. Thomas Heublein stellte den Fingerabdruck als eines der wichtigsten erkennungsdienstlichen Merkmale heraus, da jeder Abdruck unverwechselbare Kennzeichen hat und keiner dem anderen gleicht. Dies sei besonders wichtig bei der Identifizierung von Personen.

Mittlerweile werde der Fingerabdruck allerdings ganz ohne Stempelfarbe elektronisch mit Hilfe eines Scanners erfasst. Voller Begeisterung nahmen die Kinder natürlich das Angebot wahr, von sich selbst einen Fingerabdruck nach der alten Methode machen zu lassen. Der Polizeibeamte rollte dabei zunächst den Finger über Druckerschwärze und dann auf einem weißen Blatt Papier ab, das die Kinder gleichsam als Urkunde zur Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten.

Lautstark forderten die Kinder immer wieder, einen Blick in die Haftzellen werfen zu dürfen. Als die Jugendlichen jedoch den spartanisch mit einer Liege, einer Sitzgelegenheit und einer Toilette eingerichteten vergitterten Raum sahen wurde es doch einigen recht mulmig, so dass sie sich nicht in die Haftzelle trauten. Die meisten begaben sich aber in den nicht gerade einladenden Raum und ließen sich auf der Liege nieder, wobei ein ziemliches Gejohle einsetzte, als Thomas Heublein die Tür für kurze Zeit schloss. Der Polizist erklärte auch, dass in den beiden Haftzellen solche Leute für kurze Zeit untergebracht werden, die eine Gefahr für sich oder andere darstellen.

Schließlich durften die Jugendlichen noch kurz ein Einsatzfahrzeug in Augenschein nehmen und Blaulicht und Sirene in Funktion erleben.

Die eineinhalbstündige Führung machte allen Jugendlichen sehr viel Spaß und Freude. So stellte die zwölfjährige Alina aus Neuses als älteste Teilnehmerin fest: „Ich fand es sehr interessant und eindrucksvoll, einmal Näheres über die Aufgaben und die vielfältigen Einsatzgebiete der Polizei zu erfahren, auch wenn ich später gerne Lehrerin für Latein und Biologie werden möchte“.

Urkunde als Überraschung

Als jüngster Teilnehmer war der fünfjährige Till aus Michelau sehr wissbegierig und freute sich sehr über seine Urkunde mit seinem Fingerabdruck. Schließlich wurden die Jungen und Mädchen noch für ihre Aufmerksamkeit mit einem kleinen Geschenk belohnt. Als die Kinder schließlich zum Schluss im Hof vor dem versperrten Tor standen, ließ Thomas Heublein den Kindern den bekannten Spruch rufen „Sesam öffne dich“, worauf sich das Tor wie von Geisterhand öffnete.

Thomas Heublein legte hier dem neunjährigen Fabian aus Mistelfeld Handschellen an. Foto: Alfred Thieret