LICHTENFELS

Wohin mit ausrangiertem Bobby-Car?

Schwer loszuwerden sind verschiedene Gebrauchsgegenstände aus Kunststoffen. Foto: Andreas Welz

Rund 50 Prozent des Problemmülls im Landkreis Lichtenfels landet in den Restmülltonnen der Haushalte. Gesetzlich müssen gefährliche Abfälle getrennt entsorgt werden. „Die Problemmüllsammlung soll ab 2019 kundenfreundlicher werden“, sagte Landrat Christian Meißner am Donnerstag bei der Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages. Dann könne der Anteil von Problemmüll in den grauen Tonnen reduziert werden, hoffte auch Kreisrat Christian Barth (Junge Bürger) der die Anregung gegeben hatte.

Neues Konzept

Über die Inhalte des neuen Konzepts informierte Abfallberater Thomas Mattes vom Landratsamt Kronach. Die Neuorganisation über das gesamte Gebiet des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken (ZAW) solle einheitlich werden und nahezu ein wöchentliches Entsorgungsangebot in allen Gemeinden bieten. Als fester Sammeltag im Landkreis Lichtenfels werde der Mittwoch angepeilt.

Durch eine gute Abstimmung der Sammeltermine sei eine grenzüberschreitende Entsorgung möglich und erwünscht, so Thomas Mattes.

Als Beispiele nannte er Redwitz und Küps, Marktgraitz und Weidhausen oder Hassenberg und Mitwitz. Im Landkreis Lichtenfels könnten die reinen Standzeiten und die Fahrtzeiten der zwischen den Sammelterminen von derzeit 149 auf 92 Stunden im Jahr reduziert werden.

Die Neukonzeption sieht vor, dass von Januar bis Dezember ab 2019 zwei bis fünf Mal pro Monat gesammelt werde, erläuterte Mattes, in allen Gemeinden des Landkreises jeweils Mittwoch. Nur in Lichtenfels solle aber auch am Samstag, 9. Februar 2019, und am Samstag, 27. Juli, die Abgabe von Problemmüll möglich sein. „Diese Samstagtermine wurden bisher in Lichtenfels sehr gut angenommen und bewährte Strukturen sollen nicht zerschlagen werden“, versicherte Mattes. Um Müll ging es auch bei der Verwertung von „Stoffgleichen Nichtverpackungen“. Der Leiter der Abfallwirtschaft im Landratsamt, Wolfgang Schneider, erklärte den Begriff mit Kunststoffabfällen von Gebrauchsgütern, die teilweise aus dem gleichen Material bestehen.

„Stoffgleiche Nichtverpackungen“

Die Palette reiche von Gießkannen, Bobby-Cars, WC-Sitzen bis hin zu Kunststoffrohren und Duschvorhängen. Das duale System siehe nur die Erfassung von Verkaufsverpackungen im Gelben Sack vor, sagte er. Würden stoffgleiche Nichtverpackungen in den Gelben Sack gegeben, würden diese vom Abfuhrunternehmen nicht mitgenommen und mit einem Aufkleber versehen.

Am Wertstoffzentrum Panzer seien in den Wintermonaten probeweise diese Plastikteile gesammelt worden. Dabei wurde deutlich, dass es sich um sehr viele verschiedene Kunststoffarten handelte. Eine händische Sortierung sei unerlässlich. „Eine Verwertung ist allerdings sehr schwierig, da die bisherigen Absatzmärkte auf den asiatischen Märkten zusammengebrochen sind“, sagte Schneider. Eine Entsorgung sei seit einigen Wochen nur noch über die Müllverbrennung möglich. Im Wertstoffzentrum Lichtenfels könnten derzeit nur Folien und Hohlkörper aus PE und PP kostenlos abgegeben werden.