publiziert: 20.03.2017 17:10 Uhr
aktualisiert: 20.03.2017 17:12 Uhr
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Der versetzte Nockherberg

Starkbieranstich der CSU mit Fastenpredigt, Singspiel und musikalischer Unterhaltung
  • Die Singspielteilnehmer beim abschließenden Lied: (v. li.) Simone Holzschuh als Emmi Zeulner, Richard Woock (Franz Josef Strauß), Juliane Habermann (Angela Merkel), André Roder (Markus Söder), Stephan Kerkhoff (Horst Seehofer) und Edith Güthlein (Ilse Aigner). FOTOs: Alfred Thieret 
    Alfred Thieret
  • Manni und seine Rebellen sorgten musikalisch für Stimmung. 
    Alfred Thieret
  • Christian Schedel hielt als Bruder Christian die Fastenpredigt. 
    Alfred Thieret
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Die Reundorfer verstehen zu feiern. Nach dem Winterball der Landwirtschaft, der Elferratssitzung der Vereine und dem Faschingsumzug mit anschließender Faschingsfeier der „Maapiraten“ sorgte das CSU-Starkbierfest des CSU-Ortsverbandes Reundorf am Freitag in der voll besetzten Maintalhalle für ein weiteres „Highlight“ in diesem Jahr.

„Die Münchner feiern auf dem Nockherberg, die Reundorfer unterhalb von Staffel- und Banzer Berg“, stellte die CSU-Kreisgeschäftsführerin Edith Gütlein als Hauptorganisatorin den Bezug zu dieser weithin bekannten Veranstaltung her, ehe die heimische Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner den Bieranstich mit dem süffigen Starkbier der Püls Bräu vollzog.

Die Leviten gelesen

Wie bei der Premiere in 2016 las der Reundorfer Stadtrat Christian Schedel als grantelnder Bruder Christian den Politikern die Leviten, wobei er sich bei seinen diversen Zwischen-Prosts aus seinem Drei-Liter-Maßkrug stärkte. In der Bundes- und Landespolitik nahm er natürlich die Uneinigkeit von CDU und CSU mit „Mama Merkel“ und Landesvater Horst Seehofer als Protagonisten aufs Korn und brachte gleichzeitig Karl-Theodor zu Guttenberg ins Gespräch. Der Franke Guttenberg solle sich mal überlegen, wen er von den Bayern als Minister gebrauchen könne, wenn er Ministerpräsident werde. Seinen Skandal habe er schon hinter sich, wobei damals aus den eigenen Reihen am Schärften auf ihn geschossen worden sei. So lautete dann auch die Devise von Bruder Christian: „Gutti, Gutti noch einmal, es wird schon noch mal geh'n“.

Auf die an das Publikum gestellte Frage „Wisst ihr was flächendeckende Politik ist“, gab der Redner gleich die Antwort: „Wenn eine Bundestagsabgeordnete und ein Landtagsabgeordneter ein Kind (Frida) bekommen und wenn in einigen Jahren aus der Frida eine Europaabgeordnete wird, dann ist das internationale Politik mit Ausgangspunkt Oberfranken“.

Der angesprochene Vater (MdL Jürgen Baumgärtner) aus dem Frankenwald bekam auf Grund des missglückten Bieranstichs im vergangenen Jahr besonders sein Fett weg. „Er hod jetzt des Ozapfen vo an Fouss Bier gelernt, nachdem er im letzten Jahr zehn Liter Starkbier gleichmäßig auf der Bühna vertaald hod und ich beinah verdurscht wär'“.

„Er hod jetzt des Ozapfen

vo an Fouss Bier gelernt, nachdem er im letzten Jahr zehn Liter Starkbier

gleichmäßig auf der Bühna vertaald hod und ich beinah verdurscht wär'.“

Bruder Christian über MdL Jürgen Baumgärtner

Die aktuelle Europaabgeordnete Monika Hohlmeier könnte sich Bruder Christian nach Beendigung ihrer politischen Karriere als Thermen-Königin vorstellen. Beim Landrat bemängelte er, dass dieser zum Parteitag in München statt mit einer roten beziehungsweise orangen Sporttasche doch besser mit einem schwarzen Lederkoffer im Hotel erschienen wäre. Im Hinblick auf den Neubau des Klinikums zollte er dem Landrat großen Respekt: „Bauzeit passt! Geld passt!“ Der Redner zog einen Vergleich zur unendlichen Geschichte des Flughafenneubaus in der Bundeshauptstadt: „In Berlin wät nuch verbessert und gebaut, wenn mia in väzich Johr unnä Klinikum scho wiedä erneuä müssen“.

Auch Bürgermeister Andreas Hügerich kam an die Reihe. „Vor der Wahl bist da nuch mit rota Haar bei Versammlungen aufgetreten, a vollblütiger SPD-ler, und jetzt hast da schwarza Haar“. – „Hod sich dei Gesinnung ach scho verändert?“, lautete die nicht ganz ernst gemeinte Frage.

Was schon das Hauptthema beim Faschingsumzug war, griff natürlich auch Bruder Christian auf. Hatten doch einige Reundorfer die 875-Jahr-Feier des Ortes in diesem Jahr bereits groß angekündigt, bis sich herausstellte, dass dieses Jubiläum erst in 102 Jahren gefeiert werden kann. „Jetzt suchen die Reundorfer verzweifelt nach einem neuen Grund zum Feiern“, stellte der Redner fest und beendete seinen Vortrag mit einem Prosit auf Reundorf, Lichtenfels, Oberfranken und den Rest der Welt.

Zeternder Franz Josef Strauß

Wie beim Original-Nockherberg kam diesmal auch erstmals ein Singspiel zur Aufführung, in dem Markus Söder, dargestellt von André Roder, und Ilse Aigner (Edith Güthlein) Horst Seehofer (Stefan Kerkhoff) das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten streitig machen wollten. Während Söder selbstbewusst konstatierte: Jetzt geht es um Bayern, ums Ganze, um mich“, verwies Ilse Aigner auf die Frauenquote. Angesichts dieser Streiterei meldete sich der Engel Aloisius (Josef Müller), hinter einer Wolke hervorkommend, schimpfend zu Wort. Ebenso Franz Josef Strauß (Richard Woock), der ausrief: „Hoffnungslos! Was habt ihr aus meinem Bayernland gemacht. Monika, wo bist du? Monika rette Bayern, du bist eine Strauß“.

Der Gutti aus Amerika ist wieder da

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (Juliane Habermann) und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (Simone Holzschuh) traten kurz auf. Schließlich sangen alle: „Die CSU-ler werden jagen, treiben alle vor sich her, ein Schulz hat nichts zu sagen, wo kommt denn der bloß her“. Zu allerletzt erschien Karl-Theodor zu Guttenberg (Richard Krapp) und alle sangen: „Schaut doch her, wer kommt denn da, Guttenberg aus Amerika. Jetzt ist unsere Rettung da, unser Gutti aus Amerika!“

Da bekanntlich für die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner als auch für Landrat Christian Meißner im September Wahlen anstehen, fanden sich zum Schluss beide zu einem Wahlkampf-Gespräch zusammen, in dem sie auf lustige Art darstellten, wie man am besten die potentiellen Wähler auf sich aufmerksam machen kann.

Musikalisch sorgte die dreiköpfige Musikgruppe „Manni und seinen Rebellen“ für Stimmung. Johannes Hennemann aus Prächting trat mit seinem 3,6 Meter langen Alphorn in Aktion und forderte musikalisch zu einem Prosit der Gemütlichkeit auf.

Von unserem Mitarbeiter

Alfred Thieret

    
    

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