publiziert: 19.03.2017 17:10 Uhr
aktualisiert: 27.03.2017 03:33 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text KLOSTERLANGHEIM

Langheimer fordern Tempo 30

Bürgerversammlung zur Dorferneuerung – Pläne für Ortskerngestaltung vorgestellt
  • 7.000 Fahrzeuge pro Tag und deutlich gestiegener Schwerlastverkehr ziehen die historische Bausubstanz in Mitleidenschaft. 
    FOTO: Stefan Kriegel
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Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) kann in ländlich strukturierten Gemeinden oder Gemeindeteilen Maßnahmen aus dem Dorfentwicklungsprogramm, gefördert mit Mitteln von Bund und dem Land Bayern, vornehmen. Voraussetzung ist unter anderem die Bereitschaft der Bürger zur Mitwirkung. Bereits seit 1992 ist die Dorferneuerung Klosterlangheim in vollem Gange. Da nun die letzten Meilensteine umgesetzt werden sollen, luden die Teilnehmergemeinschaft und die Stadt Lichtenfels zu einer Teilnehmer- und Bürgerversammlung über den aktuellen Stand der anstehenden Projekte.

Vor voll besetztem Saal hob Erster Bürgermeister Andreas Hügerich das bereits Erreichte hervor und wertete die hohe Zuhöhrerzahl als positiven Beleg für die aktive Anteilnahme der Bürger am Dorfgeschehen. Stellvertretend für den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Pius Schmelzer, ergriff anschließend Christian Gemeinhardt vom ALE das Wort. Mit rund 3,4 Millionen Euro konnten bis jetzt umfangreiche Projekte zum Hochwasserschutz wie auch der Pilgerweg nach Vierzehnheiligen und der Platz am Torweiher abgeschlossen werden.

Scheubelgraben Mitte 2017 fertig

Das Hochwasserrückhaltebecken Scheubelgraben ist seit Herbst 2015 in der Ausführung und wird voraussichtlich Mitte 2017 fertiggestellt. Die Kosten hierfür betragen zirka 900 000 Euro. Für den geplanten Wirtschafts- und Radweg nach Oberlangheim laufen derzeit die öffentlichen Ausschreibungen, sodass auch hier mit der Fertigstellung bis Mitte 2017 gerechnet werden kann. Für diesen Bauabschnitt werden 400 000 Euro veranschlagt. Beide Bauvorhaben fördert das ALE mit einem Zuschuss von 75 Prozent der Baukosten.

Wünsche berücksichtigt

Paul Böhmer vom Planungsbüro JOMA Landschaftsarchitektur Bamberg informierte mit anschaulichen Grafiken und Detailzeichnungen über die nun anstehende Gestaltung der Ortsmitte. In der seit 2016 andauernden Planungsphase wurde versucht, die Wünsche und Anregungen aus der Bürgerversammlung im Februar 2016 weitestgehend zu berücksichtigen.

Neben Gestaltungsschwerpunkten wie Katharinenkapelle, Museumsbereich, Kirchenvorplatz St. Michael und Brunnen kristallisierten sich der Umbau der Ortsdurchfahrt, die Gestaltung der Abt-Mösinger-Str. und die Verlegung des Ehrenmals als kontroverse Diskussionspunkte heraus. Für den Kirchenvorplatz geäußerte Bedenken eines angrenzenden Unternehmers über eine Verschlechterung der Zufahrtsmöglichkeiten für Lieferfahrzeuge konnten schnell entkräftet werden.

Viele Wortmeldungen

Deutlich mehr Wortmeldungen zog der Punkt „Umbau der Ortsdurchfahrt“ nach sich. Maßnahmen wie eine überfahrbare Verkehrsinsel auf Höhe der Katharinenkapelle, eine erhöhte Querungshilfe im Bereich der Bushaltestelle sowie eine Insel an der Einmündung Oberlangheimer Straße sollen den Verkehrsfluss deutlich abbremsen.

Zu wenig, wie unter anderem Thomas Gieger als direkter Anrainer und Bindeglied zwischen Teilnehmergemeinschaft und Dorfgemeinschaft einwarf. Bei einer Verkehrsbelastung von zirka 7000 Fahrzeugen pro Tag käme es wohl eher zu einer zunehmenden Lärmbelästigung durch die überfahrbare Insel und zusätzliche Pflasterungen als zu einer Beruhigung.

Zudem würden durch den deutlich gestiegenen Schwerlastverkehr die direkt angrenzenden historischen Gebäude erheblichen Beanspruchungen durch Schwingungsübertragungen ausgesetzt. Belastungen, die aus Sicht einiger Anwohner nur durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren seien.

Bürgermeister Hügerich brachte durchaus Verständnis für die vorgetragenen Argumente auf, gab jedoch zu bedenken, dass die Ortsdurchfahrt als Staatsstraße in letzter Konsequenz unter die Zuständigkeit des Straßenbauamtes Bamberg falle.

Zugeständnisse des Straßenbauamtes

Ferner wies er darauf hin, dass die angedachten Querungshilfen wie auch eine optische Verkleinerung durch breitere Pflasterung der Randsteine bereits schwerwiegende Zugeständnisse seitens des Straßenbauamtes seien. Zudem würden dann wohl alle Ortschaften von Mistelfeld bis Burkheim eine Geschwindigkeitsbegrenzung einfordern.

Von Anwohnerseite wurde ein mögliches Gutachten, dass bei der LGA zu beauftragen sei, ins Feld geführt. Damit könne man dann belegen, dass das hohe Verkehrsaufkommen den historischen Gebäuden eindeutig Schaden zufüge. Als vorläufigen Kompromiss einigten sich die Parteien auf eine Arbeitsgruppensitzung, bei der Straßenbauamt und Gutachter der LGA mit eingeladen werden sollen, um die gegenseitigen Argumente auf fachlicher Ebene auszutauschen.

Probleme für Winterdienst

Weniger kontrovers wurde die Umgestaltung der Abt-Mösinger-Str. erörtert. Neben einer optischen Verengung der Fahrbahn durch Pflasterung im Seitenbereich sollen museumsseitig Parkbuchten geschaffen werden, die mit Laubbäumen abgetrennt werden. Die Pflasterung würde den Winterdienst der Anwohner erheblich erschweren, wie auch durch die Laubbäume zusätzlicher Aufwand zur Laubbeseitigung entstehe.

Bei der Verlegung und Neugestaltung des maroden Ehrenmals sprachen sich die Bürger mehrheitlich gegen eine Steintafel an der Stirnseite der St. Michaelskapelle aus. Hier bevorzugt man eine Lösung an der Seite, hin zu den Stallungen, in Form einer neuen Skulptur.

Bericht am Montag im BR

Ein Fernsehteam des Bayrischen Rundfunks war während der Bürgerversammlung anwesend. Voraussichtlich wird der Beitrag über die Dorferneuerung Klosterlangheim am 20. März im Bayrischen Fernsehen zwischen 17.30 und 19 Uhr übertragen.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Kriegel
    
    

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