publiziert: 17.02.2017 16:35 Uhr
aktualisiert: 25.02.2017 03:33 Uhr
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Ausgaben sinken um eine Million Euro

Daten des Jugendhilfehaushalts vorgestellt – Seelische Behinderung wichtiges Thema
  • Sie sollen den Jugendhilfeausschuss als beratende Mitglieder unterstützen (von links): Roswitha Ullein, Lydia Brückner (Jugendamtsleiterin), Albert Kempf, Martina Lutter, Landrat Christian Meißner, Ulrike Barausch (Vorsitzende Richterin am Landgericht Coburg).FOTO: Andreas Welz 
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Die Ausgaben des Jugendhilfehaushalts des Landkreises werden sich im Jahr 2017 auf 7,55 Millionen Euro belaufen, rund eine Million weniger als im Vorjahr, das gab Jugendamtsleiterin Lydia Brückner bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag bekannt. Der Haushalt wurde einstimmig angenommen. Die Verwaltungskosten belaufen sich auf 1,25 Millionen Euro. Mit Einnahmen wird in Höhe von zwei Millionen Euro gerechnet. Der Zuschussbedarf im Leistungsbereich beträgt 4,30 Millionen Euro und vermindert sich im Vergleich zum Vorjahr um 97 900 Euro.

Kostenintensiv sind die Beiträge für den Besuch von Kindertagesstätten. Der Ansatz liegt bei 370 000 Euro. Für die Vollzeitpflege gibt der Landkreis wie im Vorjahr 400 00 Euro aus. Bei stationären Hilfen der Heimerziehung für einheimische Kinder und Jugendliche wurden 800 000 Euro angesetzt, 200 000 Euro weniger als im Vorjahr.

Eingliederungshilfe

Die betreuungsintensive stationäre Eingliederungshilfe für Menschen mit seelischer Behinderung erhöht sich nochmals deutlich um 198 000 Euro auf 702 000 Euro. Die Hilfe für junge Volljährige bei der stationären Unterbringung bleibt der Ansatz bei 295 000 Euro. Für die Erziehungsberatungsstelle sind 298 000 Euro vorgesehen.

Die Hilfen für unbegleitet minderjährige Flüchtlinge sind für stationäre Hilfen 1,62 Millionen Euro eingeplant. Vom Bezirk Oberfranken wird eine Erstattung von 1,26 Millionen Euro erwartet. In diesem Zusammenhang stellte Landrat Christian Meißner fest, dass im Jahr 2016 keine minderjährigen Flüchtlinge angekommen sind. „Wir sind bei den Zuweisungen im Nebel“, sagte er. Sein Dank galt allen Organisationen die den Landkreis bei der Erfüllung der Aufgaben unterstützen.

Neben der Kostenentwicklung stellte Lydia Brückner die verschiedenen Maßnahmen der Jugendhilfe vor. 19 Kinder und Jugendliche befanden sich in stationären Einrichtungen. Die Eltern-Kind-Einrichtung, in der Mütter oder Väter allein für ein Kind unter sechs Jahren zu sorgen haben, wird fortgeführt. In der sozialen Gruppenarbeit bündelt und verzahnt das Projekt „Fit4LIFe“ die Arbeit mit 12- bis 16Jährigen mit schwierigem sozialem Hintergrund. Zum Jahresende bestanden 21 Erziehungsbeistandschaften. Neben eigenem Personal und Honorarkräften werden Erziehungsbeistände vom Diakonischen Werk, der Arbeiterwohlfahrt und der mobilen Betreuung Bamberg eingesetzt. In der Stütz- und Förderklasse „Stella“ an der St.-Katharina-Schule in Lichtenfels werden Fachkräfte eingesetzt, um vor Ort die acht Schülerinnen und Schüler zu fördern. Die sozialpädagogische Familienhilfe begleitet Familien in ihren Erziehungsaufgaben.

Neue Jugendhilfeeinrichtung

Zum Jahresende bestanden 26 Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und sieben Hilfen für junge Volljährige. Zu Beginn des Jahres waren die Jugendlichen entweder in der Notunterkunft Nordgauer Straße in Lichtenfels oder in der regulären stationären Jugendhilfeeinrichtung in Burgkunstadt untergebracht. Nach der Auflösung der Notunterkunft in der Nordgauer Straße zogen einige Bewohner in die neu eröffnete Jugendhilfeeinrichtung in Ebensfeld.

Sprachkurse erfolgen in der Staatlichen Berufsschule in Lichtenfels. Im April 2016 wurden zwei Sprachintensivklassen unter der Trägerschaft der Gesellschaft für gemeinnützigen Dienst in Vierzehnheiligen eingerichtet. Zum Schuljahr 2016/17 startete eine weitere Klasse.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Vereinbarung mit dem Bezirk zur Regelung des Pflegekinderwesens fortzusetzen. Sinn sei, so Landrat Meißner, Kinder mit Behinderungen in der Vollzeitpflege bestmögliche Förderung zu erreichen. Maria Hahn vom Landratsamt erläuterte das Konzept „Bildungsregion Landkreis Lichtenfels“. Der Landkreis wolle sich als Bildungsregion zertifizieren lassen. Dazu würden Vorzeigeprojekte, wie der Ausbildungslöwe, das Projekt „MyLife“, das Projekt EIS - Ehrenamt in Schulen oder das Projekt „eCN“ – extra Chance Nutzen eingereicht.

Die Jugendsozialarbeit soll neben den Mittelschulen auch an den Grundschulen eingeführt werden. Förderbedarf haben die Schule am Markt in Lichtenfels, die Dr.-Roßbach-Grundschule und die Albert-Blankerts-Grundschule in Redwitz. Voraussetzung ist der Anteil von 20 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund.

Andrea Zellmer zog Bilanz über das Projekt „Meilenstein“ an dem seit dem 1. Januar 2010 913 junge Menschen teilnahmen. Schwerpunktmäßig werde zu den Themen Sucht mit dem Konsum von Cannabis gearbeitet, sowie zur Wiedererlangung des Führerscheins. Die Geschäftsführerin des Kreisjugendringes Nadine Rohowsky hielt einen Rückblick auf die Aktivitäten im Jahr 2016 mit vielen Freizeitangeboten. Eduard Zifle gab den Jahresbericht des Jugendzentrums. Schwerpunkte der Arbeit waren neben der Freizeitgestaltung die außerschulische Jugendbildung und die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements.

573 Familien betreut

Albert Kempf stellte den Jahresbericht der Beratungsstelle für Kinder, Jugendlichen und Eltern der Caritas vor. Die Beratungsstelle betreute 573 Familien, davon 454 Neuaufnahmen und 119 Übernahmen aus dem Jahr 2015. 1392 Familienmitglieder waren persönlich an den Beratungsgesprächen beteiligt.

Ein Empfehlungsbeschluss an den Kreistag war die Umbesetzung des Jugendhilfehausschusses. Als beratende Mitglieder wurden Alexander Rothenbücher, Albert Kempf, Martina Lutter und Roswitha Ullein vorgeschlagen.

Von unserem Mitarbeiter

Andreas Welz

    
    

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